Grenzen des Virtue Signallings: Starbucks untersagt Tragen von „Black Lives Matter“-Accessoires

Von 12. Juni 2020 Aktualisiert: 13. Juni 2020 13:51
Die Cafeteria-Kette Starbucks hatte in der Vergangenheit mehrfach in gesellschaftlichen Fragen „Haltung“ angenommen und sich so einem liberalen Publikum empfohlen. Bezüglich offener Bekenntnisse zu „Black Lives Matter“ zieht es die Chefetage vor, auf Distanz zu gehen.

Wie das Portal „BuzzFeed“ berichtet, hat die internationale Cafeteria-Kette Starbucks ihren Angestellten untersagt, während der Arbeit durch Kleidung oder Aussagen ihre Unterstützung für die Bewegung „Black Lives Matter“ (BLM) zum Ausdruck zu bringen. Einem internen Memo zufolge sei es unerwünscht, wenn Mitarbeiter etwa durch T-Shirts oder Pins ihre Unterstützung für die umstrittene Vereinigung bekundeten.

Sogar auf Weihnachtsdeko verzichtet, um politisch korrekt zu sein

Dieser Schritt kommt für viele überraschend. Immerhin ist Starbucks in der Vergangenheit mehrfach dadurch aufgefallen, auch in gesellschaftlichen Fragen moralische Haltung zu zeigen und auf diese Weise zu signalisieren, ein tugendhaftes Unternehmen darzustellen.

So hatte man auch auf Weihnachtsdekoration verzichtet, aktiv „Gay Pride“ unterstützt und allen Angestellten des Konzerns nach einem Zwischenfall rund um die Verhaftung zweier Afroamerikaner in einer Filiale in Philadelphia ein „Anti-Voreingenommenheits-Training“ verordnet.

Ein aktives Bekenntnis zu „Black Lives Matter“ scheint der Unternehmensführung jedoch zu weit zu gehen – insbesondere in Anbetracht der gewalttätigen Ausschreitungen in zahlreichen Städten nach dem Tod des 46-jährigen Afroamerikaners George Floyd bei einem harten Polizeieinsatz in Minneapolis.

Starbucks will „Spaltungstendenzen nicht verstärken“

„Wir wissen, ihr meint es ehrlich, und verstehen, wie persönlich das für so viele von uns ist“, heißt es in dem Memo von einem Unternehmenssprecher an die Adresse der Angestellten. „Das ist wichtig und wir können euch hören.“

Dennoch erinnert das Unternehmen daran, dass die Unternehmenspolitik Accessoires nicht zulässt, die „ein politisches, religiöses oder persönliches Anliegen“ zum Ausdruck bringen. Wie „PJ Media“ schreibt, soll mit dem Memo auch ein Video mitgeschickt worden sein. Darin wurde davor gewarnt, dass „Agitatoren die fundamentalen Anliegen der Bewegung in ein falsches Licht rücken“ und im Fall einer Verbreitung der Botschaft in Filialen „Spaltungstendenzen noch verstärken“ könnten.

„BuzzFeed“ gegenüber bestätigte ein Sprecher die Authentizität des Materials und erklärt, dass man solche Botschaften untersage, um eine „sichere und einladende Atmosphäre“ sicherzustellen. Man respektiere alle Meinungen und Überzeugungen seiner Partner, aber appelliere an die Mitarbeiter, sich selbst mit ihrer Persönlichkeit einzubringen, während sie gleichzeitig dem Dresscode genügten.

Ziele von Black Lives Matter hätte „nicht einmal George Floyd gutgeheißen“

Während dem Slogan „Black Lives Matter“ niemand widerspreche, so schrieb Stacey Lennox in einem früheren Beitrag für „PJ Media“, hätten die Forderungen, die BLM artikuliere, wenig mit Amerika oder auch nur mit einer konkreten Situation der Afroamerikaner zu tun. Vielmehr lehne ein Großteil der Afroamerikaner selbst die ideologischen Forderungen von BLM ab, die unverhohlen marxistisch sind und auf die Bildung weltweiter schwarzer Communitys abzielten, die nach den Vorgaben der kommunistischen Doktrin geführt würden. Die Vorstellungen von BLM hätte „nicht einmal George Floyd gutgeheißen“, kommentiert das Blog.

Nicht nur werden Unterstützer als „Genosse“ angesprochen, man wolle die „vom Westen vorgegebene Struktur der Kernfamilie“ auflösen und diese durch erweiterte Familienverbände und Gemeindekollektive ersetzen, die als „Dorf“ die Kinder erziehen.

Außerdem wolle man die „Cisgender-Privilegien“ auch in der afroamerikanischen Community überdenken und das „heteronormative Denken“ darin überwinden. Tatsächlich ist die Unterstützung für „Homo-Ehen“ Umfragen zufolge in der schwarzen Community am geringsten von allen – während die religiöse Orientierung unter Afroamerikanern am höchsten sei.


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