Ifo-Chef Sinn: „Deutsche Wirtschaft blickt erschrocken ins neue Jahr“

Epoch Times25. Januar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 18:17
„Im verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr gefallen. Die guten Urteile zur aktuellen Lage wurden etwas zurückgenommen“, analysierte Sinn.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Januar gesunken. Die deutsche Wirtschaft blicke "erschrocken ins neue Jahr“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der Index steht im ersten Monat des Jahres bei 107,3 Punkten, nachdem er im Dezember noch bei 108,7 Zählern gelegen hatte, so das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München am Montag.

„Im verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr gefallen. Die guten Urteile zur aktuellen Lage wurden etwas zurückgenommen“, analysierte Sinn.

Während die chemische Industrie vom niedrigen Ölpreis profitierte, würde sich die Stimmung in vielen anderen Branchen, wie dem Maschinen- und Fahrzeugbau eintrüben. "Das war vor allem auf schlechtere Exportaussichten zurückzuführen“, betonte Sinn.

Beobachter hatten im Vorfeld mit einem leichteren Rückgang gerechnet. Vor Weihnachten hatten sich die deutschen Unternehmen noch optimistisch gezeigt, obwohl die aktuelle Geschäftslage nicht mehr ganz so gut war. Unverändert blieb die Aussicht des Einzelhandels.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigster Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Er basiert auf rund 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen.

Inzwischen hat China mit schlechten Konjunkturdaten die Sorge vor einer weiteren Abschwächung des Wirtschaftswachstums verstärkt – das könnte die deutschen Maschinenbauer treffen.

Eine Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos zeigte, dass deutsche Manager auch angesichts der politischen Krisen pessimistischer in die Zukunft schauen. Und der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunkturprognose soeben gesenkt.

Auf der anderen Seite kurbeln der niedrige Öl- und Benzinpreis sowie die geringe Arbeitslosigkeit den Konsum in Deutschland an. Auch die Signale der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine weitere Politik des billigen Geldes könnten die Wirtschaft positiv stimmen.

Bereits im Dezember hatte sich die gute Stimmung leicht eingetrübt – der Ifo-Geschäftsklimaindex sank zunächst von 109,0 auf 108,7 Punkte. (dk/dpa/dts)

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