Jil Sander diagnostiziert Ideenlosigkeit in zeitgenössischer Mode

Epoch Times2. November 2017 Aktualisiert: 2. November 2017 11:44

Die Hamburger Designerin Jil Sander hat der zeitgenössischen Mode Ideenlosigkeit diagnostiziert. Sie habe „generell den Eindruck, dass Modernität und Purismus zurzeit in der Mode keine Leitideen sind“, sagte sie dem „Handelsblatt Magazin“ (Freitag). Die heutige Modebranche werde regiert von „unterschiedlichen Auffassungen und schnell wechselnden Ideen“.

Sie habe Markenführung immer als sehr langfristig angesehen. „Heute ist alles sehr kurzatmig geworden. Zu viel Informationen.“ Die Veränderungen der Modeindustrie seien indes auch „in jeder Hinsicht enorm. Die Schnelligkeit der Kommunikation relativiert den Kollektionsgedanken“. Heute gehe es um „Buzz-Phänomene“, nicht um Konzepte. „Ein erfolgreicher Designer muss heute auch ein Public-Relations-Genie sein. Es wird kurzfristiger produziert, und der Gewinn wird oftmals nicht mit Mode, sondern mit Accessoires, mit Nebenlinien und Düften gemacht“, sagte die Designerin. Ab dem 3. November zeigt Sander erstmals einen Überblick über ihr Gesamtwerk. Im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main sind nicht nur ihre modischen Kreationen zu sehen, sondern auch Beispiele ihrer Arbeiten aus den Themenbereichen Produkt- und Shop-Design bis hin zur Gartenarchitektur. (dts)

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