Halbleiter-Hersteller bei der Arbeit.Foto: NICOLAS ASFOURI/AFP via Getty Images

Nach Brand in japanischem Halbleiter-Werk: Autoindustrie drohen Stillstände

Von 30. März 2021 Aktualisiert: 30. März 2021 14:38
Die Folgen des Brandes im Werk Hitachinaka des japanischen Halbleiter-Herstellers Renesas droht Teile der Autoindustrie lahmzulegen. Ohne die Komponenten können zahlreiche Pkw und Nutzfahrzeuge nicht hergestellt werden. Auch VW und Daimler sind betroffen.

Nicht nur die Verzögerungen und Ausfälle in den Lieferketten, die durch die tagelange Unpassierbarkeit des Suez-Kanals entstanden sind, belasten europäische Industrieunternehmen. Auch ein Großbrand in einem japanischen Chipwerk, der sich Mitte des Monats ereignet hatte, droht ernstere Konsequenzen zu entfalten als anfänglich angenommen. Vor allem die Autoindustrie befürchtet Produktionsstopps nach dem Ausfall eines wichtigen Halbleiter-Herstellers.

Brand in Japan zerstörte mehr Maschinen als angenommen

Wie das „Nikkei Asia“-Portal berichtet, hat der japanische Chiphersteller Renesas Electronics am Montag erklärt, dass die Schäden des Brandes in der Naka-Chipfabrik in Hitachinaka vom 19. März schwerwiegender sein könnten als erwartet. Insbesondere wären nicht nur elf Maschinen des Herstellers davon betroffen, wie ursprünglich angenommen worden war, sondern 17.

Eine Sprecherin des japanischen Halbleiterherstellers, der fast 20 Prozent des Weltmarktes für Mikrocomputer zur Steuerung von Autos und Maschinen beherrscht, erklärte gegenüber „Reuters“, dass es mindestens einen Monat dauern würde, bis die Produktion wiederaufgenommen werden könne. Der Austausch der Maschinen insgesamt könne sogar mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Das Unternehmen werde versuchen, alternative Ausstattung zu beschaffen, um die Produktion wieder hochfahren zu können. Dabei wolle man sich sowohl um gebrauchte als auch um neue Komponenten bemühen.

Fehlen zentraler Halbleiter-Komponenten, kann ganze Produktion still stellen

Zu den Hauptleidtragenden der Brandkatastrophe gehört einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge auch die Automobilindustrie mehrerer Länder, unter anderem auch die deutsche. Da in den Fahrzeugenwerken nicht ausreichend Chips vorhanden wären, könnten VW, Daimler, aber auch Ford, General Motors oder der chinesische Automobilhersteller Nio nicht im angestrebten Ausmaß produzieren und zum Teil stünden die Fertigungsstraßen still.

Volvo plant, im zweiten Quartal wiederholt Fabriken zu schließen, weil Halbleiter für die Nutzfahrzeugproduktion fehlten. Der Konzern rechnet mit Ausfällen in der Größenordnung von zwei bis vier Wochen, was sich auch auf das Unternehmensergebnis auswirken werde.

Die Beratungsfirma Alix Partners geht für alle Autohersteller von einem drohenden Umsatzausfall von bis zu 61 Milliarden US-Dollar aus.

Kleines Unternehmen – aber große Bedeutung für die Autoindustrie

Was der Autoindustrie in besonderem Maße Kopfzerbrechen bereitet, sind die Auswirkungen der Verflechtung des rein vom Erlös (2020: 5,5 Milliarden Euro; Infineon kam im gleichen Zeitraum auf 8,5 Milliarden) her nur kleinen Chipherstellers mit seinem niederländischen Partner im Bereich der Mikrocontroller, NXP.

Die arbeitsteilig gemeinsam gefertigten Komponenten werden zu Ein-Chip-Computern, von denen zentrale Funktionen von Automobilen modernen Standards leben – wie beispielsweise die elektrischen Fensterheber.

Bereits im Februar war es zu einem tagelangen Produktionsausfall infolge eines Erdbebens gekommen. Die Präzisionsteilchen können bereits bei kleinsten Abweichungen vom Standard, der zur Weiterverarbeitung und zum Einbau in technische Geräte dient, unbrauchbar werden.

Was zusätzlich noch Druck auf die Halbleiterbranche entfaltet, ist der Umstand, dass im US-Bundesstaat Texas ein harter Wintereinbruch mit Schneestürmen ebenfalls Produktions- und Lieferausfälle bewirkt hat. Auch deshalb kommt die Halbleiterbranche weltweit nicht mehr mit der Erfüllung offener Aufträge hinterher.



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