„Nachhaltig“: Siemens passt Vorstandsgehälter an CO2-Ausstoß an

Epoch Times21. Januar 2020 Aktualisiert: 21. Januar 2020 19:29
Siemens will die Vorstandsgehälter künftig vom CO2-Ausstoß abhängig machen. Dies soll auf der Jahreshauptversammlung des Unternehmens Anfang Februar beschlossen werden. Unterdessen haben Klimaaktivisten Proteste während der Versammlung angemeldet.

Am 5. Februar findet die Jahreshauptversammlung von Siemens in München statt. Die Aktionäre werden auf der Sitzung nicht nur die Arbeit von Vorstandschef Joe Kaeser beurteilen, sondern auch entscheiden, ob die Vorstandsgehälter künftig vom CO2-Ausstoß abhängen sein sollen. Für Siemens soll die Hauptversammlung „ein wichtiger Schritt in Richtung emissionsfreie Zukunft sein“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Siemens will sein Vergütungssystem für den Vorstand anpassen um es stärker an der nachhaltigen Unternehmensentwicklung und damit der Unternehmensstrategie Vision 2020+ auszurichten. Mit dem neuen System nimmt Siemens eine Vorreiter-Rolle ein, denn es berücksichtigt bereits die beiden Entwürfe für den „Deutschen Corporate Governance Kodex“ vom 9. Mai 2019 und des „Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie“.“

Zudem würden im neuen System nicht nur die Entwicklung am Kapitalmarkt, sondern auch „Ziele für Umweltschutz, berufliche Entwicklung der Mitarbeiter und Kundenzufriedenheit“ berücksichtigt, so der deutsche Großkonzern weiter.

Als Vergleichsmaßstab für die Entwicklung der Aktienzusagen gelte künftig der breit gefasste „MSCI World Industrials Index“ anstatt eines Vergleichs mit fünf Hauptwettbewerbern. Das neue Vergütungssystem für den Vorstand würde ab dem Geschäftsjahr 2020 gelten – sollten die Aktionäre dafür stimmen.

Die Neuausrichtung unseres Vergütungssystems ist ein weiterer wichtiger und konsequenter Schritt, die nächste Generation von Siemens nachhaltig zu gestalten. Unsere neue Vorstandsvergütung basiert auf den Interessen aller Stakeholder und macht die langfristige Verantwortung von Siemens nicht nur gegenüber Aktionären, sondern auch den Kunden, Mitarbeitern und der Gesellschaft deutlich“, erläuterte Jim Hagemann Snabe, Aufsichtsratsvorsitzender der Siemens AG.

Erster Dax-Konzern mit Nachhaltigkeits-Dimension im Vergütungssystem

Weiter gibt Siemens bekannt, dass sich die Entwicklung der Aktienzusagen, die unverändert eine vierjährige Haltefrist haben, künftig neben der Kapitalmarkt-Entwicklung gemessen auf Basis des Total Shareholder Returns zusätzlich an Nachhaltigkeitszielen orientieren werde. Diese würden anhand des neu erstellten Siemens ESG (Environment/Social/Governance)- Nachhaltigkeits-Index gemessen.

Der ESG setzt sich aus drei gleich gewichteten Kennzahlen zusammen, die aus den strategischen Zielen des Unternehmens abgeleitet werden und wichtige gesellschaftspolitische Themen berücksichtigen: Reduktion der CO2-Emissionen, „Lernstunden pro Mitarbeiter“, insbesondere wegen der Herausforderungen durch die Digitalisierung, und „Net Promoter Score“ zur Messung der Kundenzufriedenheit. Mit der Berücksichtigung der Nachhaltigkeits-Dimension im Vergütungssystem ist Siemens Vorreiter der DAX-Unternehmen.

Bereits 2014 hatte sich das Unternehmen als einer der ersten großen Industriekonzerne weltweit zum Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden. Seit dem Geschäftsjahr 2014 konnte Siemens seine CO2-Emissionen um rund 41 Prozent senken – von 2,2 Millionen Tonnen auf 1,3 Millionen Tonnen im Geschäftsjahr 2019. Ende des Geschäftsjahres 2020 sollen die CO2-Emissionen dann halbiert sein.

Mehr Freiheit und Verantwortung für „Operating Companies“

Mit dem neuen Vergütungssystem löst Siemens zudem die strategische Dimension der Vision 2020+ ein: Wie das Unternehmen mitteilt, würden die „Operating Companies“ mehr unternehmerische Freiheit und einen größeren Entscheidungsspielraum erhalten. Damit verbunden sei auch ein höheres Maß an Verantwortung.

Dem trägt das neue Vergütungssystem Rechnung, indem die individuellen Verantwortlichkeiten der Vorstände stärker betont werden: Für Vorstände mit Geschäftsverantwortung sei künftig zu einem Drittel bei der kurzfristigen variablen Vergütung die Ergebnismarge des jeweiligen Geschäfts relevant, so Siemens weiter. „Für die übrigen Vorstandsmitglieder ist weiterhin die Kapitalrentabilität des Konzerns maßgeblich. Das Ziel ‚Gewinn pro Aktie‘ und die individuellen Ziele bleiben für alle Vorstände unverändert bestehen.“

Bei der kurzfristig variablen Vergütung sei die betragsmäßige Höchstgrenze von bisher 240 Prozent auf 200 Prozent des Zielbetrags reduziert worden. Die Möglichkeit des Aufsichtsrats, den zur Abrechnung kommenden Jahresbonus um bis zu 20 Prozent nach unten oder oben anzupassen, sei entfallen.

Klima-Aktivist Heubeck kündigt Proteste bei Hauptversammlung an

Unterdessen hat der Klimaschützer Nick Heubeck von „Fridays for Future“ die Entscheidung von Siemens scharf kritisiert, an der Beteiligung an einem riesigen Kohleförderprojekt in Australien festzuhalten. Diese Entscheidung passe „nicht in dieses Jahrhundert“, sagte Heubeck vor wenigen Tagen im Bayerischen Rundfunk. Er kündigte Proteste bei der Hauptversammlung von Siemens an.

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Der Konzern hatte im Juli 2019 den Auftrag für die Schienensignalanlage der vom indischen Adani-Konzern geplanten Carmichael-Mine im australischen Bundesstaat Queensland angenommen. Der Auftrag hat laut Unternehmen ein Volumen von 18 Millionen Euro.

Heubeck sagte im Bayerischen Rundfunk, dass Projekt allein „könnte die Welt über das 1,5-Grad-Ziel schon kippen“. Die Entscheidung von Siemens-Chef Kaeser, „drinnen zu bleiben, zeigt für mich auch, dass er seinen Ruf da auch riskieren möchte für ein paar Millionen Euro“.

„Der Protest wird auf jeden Fall weitergehen“, sagte Heubeck dem Sender. Dies solle auch ein Zeichen „an die anderen Unternehmen in Deutschland sein“.

Siemens-Chef Kaeser hatte zuvor mitgeteilt, der Konzern halte an dem Auftrag fest. Er müsse sich an seine vertraglichen Verpflichtungen halten. Kaeser kündigte die Gründung eines Nachhaltigkeitsrates an. Dies nannte Heubeck am Montag „eine Beruhigungspille, zumindest Stand jetzt“. (so/afp)

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