Nur noch halb so viele Azubis: Gravierender Rückgang bei Lehrlingen in Bäckereien in Mitteldeutschland

Epoch Times24. Juni 2019 Aktualisiert: 24. Juni 2019 16:37
Die Bäckereien in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen finden immer weniger Lehrlinge - dabei werden deutsche Handwerksbäcker überall auf der Welt gesucht. Die Perspektiven für junge Leute sind extrem gut.

Bäckereien in Mitteldeutschland bilden immer weniger Lehrlinge aus. Das geht aus Daten des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks hervor, über welche das MDR-Magazin „Umschau“ berichtet. Die Zahl der Auszubildenden ging demnach seit 2007 um 70 Prozent zurück.

Im Bundesdurchschnitt beträgt der Rückgang im selben Zeitraum rund 57 Prozent. Besonders gravierend ist der Rückgang mit 77 Prozent in Thüringen: Gab es im Jahr 2007 noch 888 Azubis in Bäckereien, waren es 2018 nur noch 204.

„Der Azubi-Mangel ist ein Riesenproblem für die Bäckereien. Besonders im Verkauf sind die Zahlen alarmierend“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, Daniel Schneider, dem MDR-Magazin.

Die Arbeitsbedingungen und -zeiten erschienen vielen jungen Leuten unattraktiv und die zunehmende Akademisierung in Deutschland halte viele davon ab, sich für eine handwerkliche Ausbildung zu entscheiden: „Das alte Sprichwort `Handwerk hat goldenen Boden` scheint nicht mehr so in den Köpfen zu sein. Dabei ist die Perspektive extrem gut, deutsche Handwerksbäcker werden überall auf der Welt gesucht“, sagte Schneider.

Auch die Zahl der Bäckerei-Betriebe in Mitteldeutschland nahm zuletzt ab. Seit 2007 gab jeder vierte Betrieb in der Region auf (25 Prozent). Bundesweit sind es 28 Prozent. Von einem Bäckerei-Sterben könne man dennoch nicht sprechen, so Schneider:

Wir haben im Bäckereihandwerk einen Konzentrationsprozess. Kleine Betriebe geben auf, werden dann aber oft von großen Mitbewerbern als Filiale übernommen und weitergeführt“.

Das zeigen laut „Umschau“ auch die Umsätze: Von 2012 bis 2017 gab es demnach im Durchschnitt je Betrieb ein Umsatzplus von 63 Prozent. Den größten Anteil (rund zwei Drittel) haben Großbetriebe mit mehr als fünf Millionen Euro Jahresumsatz. (dts)

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