Die Deutsche-Post-Tochter Streetscooter will mit einem Elektro-Kleinlaster in den chinesischen Markt einsteigen.Foto: Oliver Berg/dpa

Post-Tochter Streetscooter will E-Laster nach China bringen

Epoch Times6. September 2019 Aktualisiert: 6. September 2019 13:57
Auf Deutschlands Straßen ist die Post bereits mit Tausenden Elektro-Lieferwagen unterwegs. Bald soll ein spezielles Modell des Streetscooters auch in China vom Band laufen.

Die Deutsche-Post-Tochter Streetscooter will mit einem Elektro-Kleinlaster in den chinesischen Markt einsteigen.

Zusammen mit dem chinesischen Automobilhersteller Chery Holding plant die Post einen angepassten elektrischen Lieferwagen speziell für China und möglicherweise weitere Länder, wie das Unternehmen am Freitag in Bonn mitteilte. Die Absichtserklärung zur Gründung eines entsprechenden Gemeinschaftsunternehmens sei am Freitag im Zuge der China-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Peking unterzeichnet worden.

„Die enge Zusammenarbeit zwischen Chery und Streetscooter wird Möglichkeiten für beide Seiten schaffen, um den Weltmarkt zu erschließen, insbesondere in der EU und in China“, sagte Chery-Chef Yin Tonqyue. Der neue Streetscooter Chef Jörg Sommer sprach von einem „bedeutenden Meilenstein“ für die junge Post-Tochter.

Streetscooter produziert bereits in Deutschland den gleichnamigen Elektro-Lieferwagen, mit dem Zusteller seit gut fünf Jahren im großen Stil Pakete in Städten und Dörfern ausliefern. Erst vor wenigen Tagen nahm die Deutsche Post den 10.000. Streetscooter in ihre eigene Flotte auf. Neben dem kleinen Streetscooter gibt es zwei größere Modelle, das größte entsteht in Zusammenarbeit mit dem Autobauer Ford.

Jetzt soll eine weitere Variante hinzukommen – und zwar auf Basis des mittelgroßen Modells Streetscooter Work L, wie ein Post-Sprecher mitteilte. Chery und die Post wollen den Wagen gemeinsam entwickeln. Die Serienproduktion soll im Jahr 2021 anlaufen und eine Kapazität von bis zu 100.000 Elektro-Fahrzeugen jährlich erreichen.

Perspektivisch geht Streetscooter von einer Gesamtinvestition von bis zu 500 Millionen Euro aus. Dabei komme die Finanzierung von der chinesischen Seite, hieß es seitens der Post. Streetscooter bringe sein Know-how, das geistige Eigentum und seine Produktionserfahrung bei leichten Nutzfahrzeugen ein.

Mit der Entwicklung und dem Bau des Streetscooters hatte die Post binnen weniger Jahre eine Vorreiterrolle bei Elektro-Lieferwagen eingenommen. Weil die großen Autohersteller dem Logistikkonzern keine passenden Modelle für seine Flotte anboten, suchte die Post nach Alternativen und fand sie bei der Firma Streetscooter, die im Jahr 2010 von Professoren der Aachener Universität RWTH gegründet worden war. 2014 kaufte die Post das Unternehmen, um ihre Flotte klimaschonender zu machen.

Anfangs war das medial ein Coup. Der Schritt hin zur Herstellung eigener Stromer wurde als Beleg gewertet, dass klassische Autobauer beim Elektrothema nicht aus den Puschen kamen. 2017 wurde neben Aachen ein zweites Werk in Düren gebaut, damit stiegen die Produktionskapazitäten pro Jahr auf bis zu 20.000 Fahrzeuge.

Nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), die vom CAR Institut der Universität Duisburg-Essen ausgewertet wurden, waren zuletzt aber insgesamt nur 11 722 Streetscooter in Deutschland zugelassen. Hinzu kommen noch Aufträge aus dem Ausland. So kaufte eine japanische Logistikfirma 500 Exemplare. Allzu oft werden solche Auslandsaufträge allerdings nicht bekanntgegeben. Unter Experten gibt es Zweifel, dass der Streetscooter ohne interne Subventionen am Markt bestehen könnte.

Offen ist, wie es mit dem Streetscooter weitergeht. Schon seit Längerem erwägt die Konzernspitze einen Verkauf der Sparte oder eine Zusammenarbeit mit einer anderen Firma. Mit dem Deal in China hat die Post nach Ford einen weiteren Partner gefunden. Ob das chinesische Investorenkonsortium auch Teil der Optionen bei der eigentlichen Partnersuche für Streetscooter als Ganzem werde, müsse sich noch zeigen, teilte ein Post-Sprecher mit. (dpa)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion