Landwirte haben ein Problem mit den Schlachtbetrieben - es stauen sich 750.000 Schweine.Foto: iStock

Rückstau von 750.000 Tieren in den Schlachtbetrieben – Stress bei den Landwirten

Epoch Times20. Dezember 2020 Aktualisiert: 20. Dezember 2020 13:23

Nach Angaben von Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) ist der sogenannte „Schweinestau“ noch nicht überwunden. „Wir reden Stand jetzt über deutschlandweit etwa 750.000 Schweine in der Warteschleife“, sagte die CDU-Politikerin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Lage in den Ställen habe sich „überhaupt noch nicht entspannt“.

Infolge der Corona-Pandemie werden aus Infektionsschutzgründen derzeit weniger Schweine in den Schlachthöfen geschlachtet. Zudem waren mehrere große Betriebe nach Massenausbrüchen unter Arbeitern zumindest zeitweise geschlossen worden.

Das führte zu einem Rückstau an Schlachtschweinen in der Landwirtschaft. Otte-Kinast wies auf die psychologische Belastung der betroffenen Landwirte hin: „Die Verzweiflung ist riesengroß.“ Hinzu komme, dass die sogenannten Erzeugerpreise „extrem niedrig“ seien, die Landwirte also sehr wenig Geld für ihre Tiere bekämen.

Der Fleischpreis war nach dem Nachweis der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen in Ostdeutschland eingebrochen. Wichtiger Exportländer wie China hatten deutsche Ware als Reaktion darauf gesperrt.

Die Agrarministerin rief dazu auf, die derzeitige Krise als Chance zu nutzen, Landwirtschaft neu zu denken: „Ist es wirklich Aufgabe der Landwirtschaft, die ganze Welt zu ernähren?“, frage sie.

Es müsse darüber nachgedacht werden, ob nicht viel mehr regionale Wertschöpfungsketten gestärkt werden sollten. Ein niedersächsischer Landwirt solle nicht finanziell vom asiatischen Markt abhängig sein. „Da müssen wir uns meiner Meinung nach ändern.“ (dts)



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