Mundschutz statt Kostüme. Mitarbeiter der Leipziger Oper und des Theaters nähen ab sofort Schutzbekleidung.Foto: RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images

Schutzausrüstung nun auch in Deutschland produziert – Preise als „Abzocke“ bezeichnet

Epoch Times28. März 2020 Aktualisiert: 28. März 2020 13:51
Angesichts des Engpasses bei Schutzkleidung und medizinischer Ausrüstung stellen auch in Deutschland Unternehmen ihre Produktion um. Bei dem schwäbischen Textilhersteller Trigema löste allein die Ankündigung einen Bestellansturm aus.

Angesichts des Engpasses bei Schutzkleidung und medizinischer Ausrüstung stellen auch in Deutschland Unternehmen ihre Produktion um. Bei dem schwäbischen Textilhersteller Trigema löste allein die Ankündigung, in die Produktion von Atemschutzmasken einzusteigen, einen Bestellansturm aus. Der Automobilkonzern Daimler will 3D-Drucker für die Herstellung von Medizinprodukten zur Verfügung stellen.

„Kommunen, Polizeibehörden, Krankenhäuser, einfach alle“ meldeten sich, um Masken zu bestellen, sagte Trigema-Chef Wolfgang Grupp der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er kündigte an, kommende Woche werde sein Unternehmen rund 100.000 Schutzmasken herstellen, diese Woche dürften es demnach etwa 80.000 sein. Insgesamt habe Trigema für die Zeit bis Ostern Bestellungen über 300.000 Masken angenommen. Auch für die Zeit danach gebe es schon viele Aufträge, aber noch ohne genauen Liefertermin.

Mit einem Preis von sechs Euro bei Abnahme von mindestens 1000 Stück sind die Trigema-Masken allerdings nicht billig. Ihm sei deswegen auch Abzocke vorgeworfen worden, sagte Grupp der „NOZ“. Ich kann kein Wegwerfprodukt herstellen, das geht preislich einfach nicht, das würde uns ruinieren“, rechtfertigte er die Preispolitik des Unternehmens.

Produktion läuft auch in Gefängnissen an

In den vergangenen Tagen hatten international zahlreiche Textilhersteller den Einstieg in die Herstellung von Schutzmasken und Schutzkleidung bekanntgegeben, darunter auch führende Modehäuser wie zum Beispiel die italienische Nobelmarke Prada. In Deutschland werden Masken inzwischen unter anderem von Häftlingen in Justizvollzugsanstalten genäht. Am Samstag kündigte dies Landesjustizministerin Katy Hoffmeister (CDU) auch für Mecklenburg-Vorpommern an.

Zahlreiche Krankenhäuser warnen vor der Gefahr, wegen fehlender Ausrüstung selbst vorhandene Intensivbetten bald nicht mehr nutzen zu können. Klagen wegen des Mangels an Schutzkleidung kommen auch von niedergelassenen Ärzten und Pflegediensten.

Daimler-Vorstand signalisiert Unterstützung

Daimler-Vorstand Jörg Burzer bot Unterstützung bei der Beschaffung von fehlenden Medizinprodukten an. „Wir sind bereit, mit unserer hochkompetenten Mannschaft und unserer jahrelangen Erfahrung in der 3D-Druck-Technologie unseren Beitrag zur Produktion von medizinischem Gerät zu leisten“, erklärte er in Stuttgart. Dazu stehe das Unternehmen in Kontakt unter anderem mit der baden-württembergischen Landesregierung.

„Unsere 3D-Drucker stehen auf jeden Fall zur Verfügung“, stellte Burzer klar. Sie könnten für die Herstellung medizinischer Bauteile sowohl aus Kunststoff wie aus Metall genutzt werden. Normalerweise werden die Geräte im Pkw-Bau vor allem für Prototypen verwendet. (afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion