Tierschutzbund: Je schlechter die Tierhaltung, desto höher sollte die Abgabe pro Kilo Fleisch sein

Epoch Times10. August 2019 Aktualisiert: 10. August 2019 15:47
Der Tierschutzpräsident schlägt keine Mehrwertsteuererhöhung vor, statt dessen eine zweckgebundene Fleischabgabe. Thomas Schröder sagte: "Je schlechter die Haltungsbedingungen der Tiere im Stall waren, desto höher muss die Abgabe pro Kilo ausfallen."

In der Debatte über die Auswirkungen des Fleischkonsums haben sich der Deutsche Tierschutzbund und der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer für Fleisch ausgesprochen. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ schlug Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder stattdessen eine zweckgebundene Fleischabgabe vor, um bessere Tierhaltung zu finanzieren.

Schröder sagte: „Je schlechter die Haltungsbedingungen der Tiere im Stall waren, desto höher muss die Abgabe pro Kilo ausfallen.“ Am höchsten wäre die Abgabe also für Fleisch aus Ställen, in denen nur der gesetzliche Mindeststandard erfüllt wird.

Schröder betonte, nur über eine zweckgebundene Fleischabgabe lasse sich sicherstellen, „dass das Geld wirklich den Tieren zugutekommt“. Bei einer Erhöhung der Mehrwertsteuer könne das Geld hingegen für alles Mögliche ausgegeben werden. Zudem würden bei einer Erhöhung der Mehrwertsteuer auch die abgestraft, die bereits jetzt mehr fürs Tierwohl machen und deswegen ohnehin schon teurer wären.

Politische Sommerloch-Plänkelei

ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke nannte die Diskussion um eine Erhöhung der Mehrwertsteuer für Fleisch eine „politische Sommerloch-Plänkelei, die keinem Tier und keinem Landwirt hilft“. Ripke rief dazu auf, das geplante staatliche Tierwohllabel zu nutzen, um bessere Tierhaltung zu finanzieren.

„Das Label muss verpflichtend sein und dem Verbraucher die Haltungsbedingungen der Tiere deutlich machen.“ Ripke nannte die Haltungskennzeichnung bei Eiern als Vorbild: Hier zeigt eine Ziffer an, wie das Huhn lebt. Die Bundesregierung plant indes ein freiwilliges Label.

Über den Fleischkonsum wird derzeit unter anderem wegen der Auswirkungen der Landnutzung auf den Klimawandel diskutiert; zugleich gibt es auch unter Tierschutzaspekten immer wieder Kritik an der Massentierhaltung.

Schröder hatte der NOZ vom vergangenen Montag gesagt, dass parallel zur CO2-Steuer auch eine Fleischsteuer nötig sei, um damit einen Umbau der Ställe zu finanzieren.

Daraufhin waren Forderungen nach einer höheren Mehrwertsteuer auf Fleisch laut geworden, was wiederum zu scharfer Kritik führte – vor allem da die Mehrwertsteuer vom Endverbraucher gezahlt wird und dadurch kleine Einkommen überproportional belastet würden. (afp)

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