1. Bundesliga: Stuttgart in der Relegation

Epoch Times24. Mai 2019 Aktualisiert: 24. Mai 2019 16:05
Die Saison 2018/19 begann für den VfB Stuttgart alles andere als hoffnungsvoll: Das Ausscheiden der Mannschaft gleich in der ersten Runde des DFB-Pokals erscheint rückblickend wie ein böses Omen. Nun geht Stuttgart in die Relegation.

Mit einem klaren 0:2 ging Stuttgart damals nach dem Pokalspiel gegen den Drittligisten vom Platz, die Stimmung beim VfB war am Boden. Etwas später, am siebten Spieltag, hatte der Verein gerade mal fünf Punkte zusammengekratzt und fand sich somit auf dem letzten Tabellenplatz der 1. Bundesliga wieder. Danach folgten zwei Trainerwechsel, doch nichts half. Zwar kleben die Stuttgarter nun nicht mehr am untersten Ende der Rangliste, doch der 16. Platz zwingt sie in die Relegation. Das bedeutet: kämpfen gegen den Abstieg. Und zwar in einem Zustand, der an allen Ecken und Enden zu wünschen übrig lässt.

Überraschungs-Saison 2018/19: Gute Luft für Fußballwunder?

Tatsächlich ist es relativ unüblich, dass am vorletzten Spieltag bereits beide Absteiger und der Relegationsplatz in der ersten Bundesliga feststehen. Und dies ausgerechnet zum Abschluss einer Saison, in der alle relevanten Entscheidungen so offen waren wie schon lange nicht mehr. Sowohl die Frage nach dem deutschen Meister als auch die nach den Champions-League bzw. den Europa-League Plätzen ist noch nicht eindeutig beantwortet, in dieser Hinsicht wird der letzte Spieltag aus vielerlei Gründen sehr spannend werden.

Bezüglich der deutschen Meisterschaft liegen die besten Chancen mittlerweile wieder sehr deutlich bei den Jungs aus München: Experten und Buchmacher sehen sie als Meister die Schale empor recken. Doch mit dem Unentschieden gegen Leipzig hält Bayern München dem BVB die Türe noch eine Woche lang offen. Gewinnt Dortmund in Gladbach (das wäre in der Tat eine Meisterleistung) und besiegen die Frankfurter in allerletzter Europa-League-Not die daheim, dann rückt Dortmund vor auf Tabellenplatz 1. Fußballwunder haben wir gerade in den letzten Tagen einige sehen dürfen, die Luft scheint aktuell also gerade gut dafür zu sein.

So sieht sie aus, die erste Relegation des VfB Stuttgart

Auch den Stuttgartern würde ein Wunder in der Relegation sicherlich gelegen kommen. Der VfB hat diese Art des Abstiegskampfes in der gesamten Vereinsgeschichte noch nie geführt und scheint auch nicht sonderlich gut darauf vorbereitet. Als Gegner wird sich ihm entweder der SC Paderborn oder der 1. FC Union Berlin entgegenstellen, das klärt sich nächsten Sonntag. Beide Vereine befinden sich naturgemäß in Höchstform und guter Motivation, sie haben eine hervorragende Saison hinter sich und wittern schon jetzt die 1. Bundesliga.

In der Relegation gelten die Regeln des Europapokals: Es wird jeweils ein Hin- und ein Rückspiel geben, der Sieger erhält seinen Platz in der 1. Bundesliga. Die Termine sind bereits in Stein gemeißelt: Am 23. Mai werden die Stuttgarter ihr Heimspiel durchführen, am 27. Mai rücken sie dann aus, um ihren Konkurrenten auswärts ins Visier zu nehmen. Im Rückspiel besteht die Möglichkeit zur Spielverlängerung um zweimal eine Viertelstunde, auch ein Elfmeterschießen ist drin.

Nürnbergs verdienter Abstieg in die 2. Klasse

Den glorreichen 18. und somit letzten Platz der Bundesligatabelle hat aktuell der 1. FC Nürnberg inne. Für dieses Team kommt, ebenso wie für Hannover 96 auf dem 17. Rang, keine Relegation mehr infrage. Die beiden Teams werden in der nächsten Saison in der 2. Bundesliga spielen. Die Nürnberger kennen das Prozedere bereits, bei ihnen handelt es sich immerhin schon um den neunten Abstieg.

Borussia Mönchengladbach gab dem 1. FC nun den finalen Tritt in die zweite Klasse. Zuerst sah es in diesem Duell noch ganz gut für den Abstiegskandidaten aus, in der ersten Halbzeit war durchaus ein Führungstreffer in Sicht. Dass am Ende doch nur ein enttäuschendes 0:4 heraussprang, war der desaströsen 2. Halbzeit zu verdanken, die den Teamgeist der Nürnberger endgültig brach. Lukas Mühl spielte sogar dem Gegner in die Hände und schoss mit dem 2:0 ein Eigentor. Nur 19 Gesamtpunkte hat der 1. FC Nürnberg am 33. Spieltag zu verzeichnen, ein Sinnbild für eine völlig verkorkste Saison.

Hannovers bejubelter Sieg konnte nicht helfen

In der Disziplin Bundesliga-Abstieg sind die Hannoveraner noch nicht ganz so bewandert wie der 1. FC Nürnberg: Sie treten „erst“ zum sechsten Mal den Weg nach unten an. Ihr bislang letztes Spiel, das Heimspiel gegen den SC Freiburg, war zwar mit einem Sieg und euphorischen Fangesängen gekrönt, doch bildete es eben nur den Abschluss einer nicht besonders überzeugenden Spielserie. Und das schlussendliche Resultat reichte nicht aus, gerade deshalb, weil der VfB Stuttgart zeitgleich dem VfL Wolfsburg mit einem 3:0 den Weg zum Ausgang zeigte. Damit rückte nämlich der Relegationsrang für die Hannoveraner in weite Ferne. Die Standing Ovations und Jubelarien des Publikums nach dem letzten großen Erfolg taten dem Team aber richtig gut, mit einer solchen Unterstützung wird der Abstieg vielleicht nur zum Auftakt eines neuerlichen Aufstiegs.

Die Schicksale der einzelnen Mannschaften sind wie immer ganz verschieden, gerade das ist das Spannende an der Bundesliga. So mancher selbsternannte Fußballprophet hat bereits erlebt, dass alle Vorhersagen im Grunde nur ein Schuss ins Blaue sind. Sogar dass Bayern München wieder den DFB-Pokal erringt, schien in dieser Saison alles andere als klar. Mit diesem Wissen blicken wir nun in Richtung der nächsten Spielzeit, wenn es wieder neue, teilweise unerwartete, Ab- und Aufsteiger geben wird.

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