Bitcoin: Brexit könnte neuer Kurstreiber werden

Epoch Times13. März 2019 Aktualisiert: 14. März 2019 12:03
Nehmen politische Spannungen zu, so klettert der Bitcoin-Kurs nach oben - zu diesem Ergebnis ist die DZ-Bank gekommen. Nun könnte, angesichts des immer näher rückenden Brexits, der Preis der Kryptowährung wieder steigen. Aber nicht nur der Brexit könnte für Unruhe innerhalb der Europäischen Union sorgen - ein weiteres Beben könnten die EU-Wahlen, die im Mai stattfinden, verursachen.

Kommt es zur Wiederauferstehung des Bitcoin?

Die Faszination scheint, abgesehen vom Kreis der harten Krypto-Fans, verloren zu sein. Nachdem der Bitcoin gegen Ende 2017 noch bei 20.000 US Dollar lag und die Kapitalisierung mehr als 300 Milliarden US Dollar betrug, folgte wenig später der totale Absturz: Nachdem der Bitcoin im Jahr 2018 einen Wertverlust von rund 80 Prozent erlebte, drehten immer mehr Anleger der Kryptowährung den Rücken zu – heute ist die Zahl der enttäuschten Bitcoin-Investoren wohl so groß wie noch nie.

Derzeit befindet sich der Bitcoin im Bereich der 4.000 US Dollar – die Marktkapitalisierung ist auf unter 70 Milliarden US Dollar geschrumpft. Somit mag der Bitcoin zwar noch vor den digitalen Währungen Ripple oder Ethereum liegen, ist aber dennoch nicht mehr so gefragt wie vor rund 18 Monaten.

Natürlich sind traditionelle Produkte, so etwa das Fest- oder Tagesgeld wie auch das Sparbuch, keine attraktiven Möglichkeiten mehr, wenn es um den gewinnbringenden Vermögensaufbau geht, sodass immer mehr Anleger nach Alternativen suchen. Doch warum wird in diesem Fall – wieder einmal – der Bitcoin empfohlen? Folgt man Sören Hettler, einem Analysten der DZ-Bank, so könnte der Bitcoin ein Comeback feiern – vor allem dann, wenn es tatsächlich zu politischen Spannungen kommen sollte. „Turbulenzen, die ökonomisch bedingt waren, haben für keine klare Stoßrichtung gesorgt. Politische Großereignisse haben jedoch immer wieder dafür gesorgt, dass der Preis des Bitcoin nach oben geklettert ist“, so Hettler. Das heißt, der Bitcoin ist eine Krisenwährung geworden – wohl auch ein Grund, warum man vom „virtuellen Gold“ spricht. Jedoch reagiert der Bitcoin, folgt man Hettler, nicht auf jede Krise.

Politische Krisen könnten den Bitcoin-Kurs nach oben treiben

Als politische Krisen wurden die Präsidentschaftswahlen in den USA (November 2016) sowie in Frankreich (Frühjahr 2017) und die Brexit-Volksabstimmung (Juni 2016) herangezogen; als ökonomische Krisen wurden die Sorgen um die US Wirtschaft (Anfang wie Ende 2018) sowie um die chinesische Wirtschaft (Mitte 2016 sowie zu Beginn des Jahres 2016) gewählt.

Bei allen drei politischen Krisen befand sich der Preis des Bitcoin zwei Monate nach dem Ergebnis bei rund 30 Prozent über dem Vormonatsniveau. „Ein ähnliches Muster könnte sich jetzt auch beim bevorstehenden Brexit zeigen“, so Hettler. „Ich glaube aber nicht, dass diese Bewegungen am Ende den Weg zu einer allgemeinen Akzeptanz von digitalen Währungen ebnen werden.“

Derzeit sei der Kurs des Bitcoin auch ausgesprochen schwer zu prognostizieren. Mitunter könnte die Nutzung der Kryptowährung als Zahlungsmittel als Ansatzpunkt für die fundamentale Bewertung herangezogen werden. Jedoch gibt es bislang keinen zu verwertenden Ansatzpunkt, da die spekulative Absicht noch immer im Vordergrund steht und sich somit vor der tatsächlichen Zweckbestimmung befindet.

EU-Wahl: Rechtspopulisten werden wohl wieder zulegen

Aber nicht nur der Brexit könnte Auswirkungen auf den Bitcoin-Preis haben – auch die EU-Wahlen könnten den Kurs des Bitcoin in die Höhe treiben. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass bei diesen Wahlen die Rechtspopulisten weitaus mehr Stimmen als bei der letzten Wahl, die 2014 stattfand, holen werden.

Die Schwedendemokraten könnten mit aktuell prognostizierten 20 Prozent (2014: 9,7 Prozent) auf den zweiten Platz landen; Polens nationalkonservative PiS könnte mit 40 Prozent den ersten Platz holen – 2014 landete man mit 31,8 Prozent auf den zweiten Platz. Auch in Deutschland könnte die AfD die 10 Prozent-Marke überspringen und somit ein ordentliches Plus verzeichnen (2014: 7,1 Prozent). In Österreich gilt der Sieg der ÖVP, der konservativen Kanzlerpartei, als sicher – lag man 2014 noch bei 27 Prozent, so sind bei dieser Wahl sogar mehr als 30 Prozent möglich. Besonders stark wird auch die rechtspopulistische FPÖ eingeschätzt, der Regierungspartner der ÖVP – die Freiheitlichen könnten die 20 Prozent-Marke deutlich überspringen (2014: 19 Prozent).

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