Dampfen vs. Rauchen: Entwicklungen rund um (E-)Zigaretten

Epoch Times4. Oktober 2018 Aktualisiert: 5. Oktober 2018 12:34
An jeder Straßenecke kann man sie sehen. Dort, wo noch vor wenigen Jahren Raucher im Freien einen tiefen Zug genommen haben, dampfen jetzt viele ihre geliebte E-Zigarette. Dies ist eine Entwicklung, die sich in den letzten Jahren deutlich abgezeichnet hat.

Entwicklung: Immer weniger Zigarettenkonsum

Das Zigarettenrauchen ist offensichtlich aus der Mode gekommen. Dies ist eine positive Entwicklung, bedenkt man, in welcher Fülle inzwischen Studien zur Verfügung stehen, die die gesundheitsschädigenden Folgen von Nikotinkonsum aufzeigen. Insbesondere unter Jugendlichen gilt Rauchen im Gegensatz zu früher mittlerweile als alles andere als cool.

Stattdessen geht die Tendenz zum sogenannten Dampfen, sprich dem Inhalieren von Liquids mit Hilfe von E-Zigaretten. Insbesondere ehemalige Raucher entscheiden sich häufig für die elektronische Alternative, erleichtert es doch den Umstieg in den meisten Fällen erheblich. Und auch Dualkonsumenten, die sowohl zur E-Zigarette als auch zur klassischen Tabakzigarette greifen, reduzieren ihren Zigarettenkonsum deutlich.

Ist die E-Zigarette tatsächlich gesünder?

Doch ist das gleichbedeutend damit, dass die E-Zigarette tatsächlich gesünder ist? Die erste Zigarette mit Akku und Verdampfer für E-Liquids wurde bereits im Jahr 2003 patentiert. Seitdem hat sie sich als Lifestyle etabliert, der Anfangshype, mit der sie oft in den Himmel gelobt wurde, ist allerdings vorbei.

Sie gilt noch immer als gesünder als klassische Zigaretten. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle unangenehmen Nebenwirkungen des Rauchens der Vergangenheit angehören. Viele E-Zigarettenraucher klagen zu Beginn beispielsweise über eine Reizung des Rachenraums, trockenen Husten oder Schwindel. Die Symptome verschwinden allerdings häufig im Laufe der Zeit.

Studien weisen häufig darauf hin, dass E-Zigaretten deutlich weniger krebserregend sind und auch die Gateway-Theorie, die davon ausgeht, dass Jugendliche durch das sogenannte Vapen (von Englisch to vape) zum Zigarettenkonsum verführt werden, hat Studien zufolge keinen Bestand.

Allerdings sollten zwei Dinge in diesen Diskussionen immer im Hinterkopf behalten werden. Zum einen ist dies die Tatsache, dass es bisher keine Langzeitstudien gibt. Zum anderen ist es wichtig zu wissen, dass Studien oft von unterschiedlichen Interessensgruppen in Auftrag gegeben werden, wie der Business Insider anmerkt.

Dampf in Szene setzen

Tatsache ist und bleibt allerdings, dass E-Zigaretten sich seit Jahren hartnäckig am Markt halten – und sich einen großen Anteil erkämpft haben. Es verwundert also kaum, dass sich eine regelrechte Szene rings um das Gerät etabliert hat, die die E-Zigarette zum Statussymbol und zur Wissenschaft erhoben hat.

Selbst zur Kunstform hat sich das Vapen inzwischen aufgeschwungen. Dampfen am Grand Canyon, in einer Eishöhle oder beim romantischen Licht der Abenddämmerung – Scenic Vaping heißt der Trend, bei dem der Dampf ästhetisch in die Luft geblasen wird und das an ungewöhnlichen oder einfach nur malerisch schönen Orten. Selbstverständlich wird diese Kunst in Bildern festgehalten und schwirrt durch alle Social-Media-Kanäle.

Geschmacksrichtungen: Von klassisch bis ausgeflippt

Ein weiterer Trend, der das E-Zigaretten-Business bereits seit Beginn begleitet, sind die vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Viele sogenannte Vaper mischen sich ihre eigenen Liquids aus einer Base und Aromen. Auch die Nikotinmenge kann dann variabel hinzugefügt und an den persönlichen Geschmack angepasst werden.

Ein unangenehmer Rauchgeruch bleibt bei dieser Art des Rauchens nicht zurück. Tabak und Menthol als Klassiker unter den Liquids sind nach wie vor beliebte Sorten. Auch hier wird allerdings viel experimentiert. Ob Menthol und Schokolade oder besonders herber Tabakgeschmack, es stehen unzählige Varianten zur Verfügung.

Dazu kommen bunte Geschmackswelten von fruchtigen Liquids mit Wassermelonengeschmack oder mit Zitrusfrüchten bis hin zu Sorten, die im ersten Moment gewöhnungsbedürftig klingen wie Döner, Currywurst und Co. Selbst die Namen der großen Liquidhersteller sind häufig dementsprechend ausgefallen.

Gefährlicher Trend: Das sogenannte Juuling

In Deutschland geben viele Jugendliche an, bereits einmal oder sogar mehrmals eine E-Zigarette ausprobiert zu haben. Nur die wenigsten dampfen allerdings wirklich regelmäßig und die Zahl ist im Vergleich zu der Zahl der Jugendlichen in den USA verschwindend gering. Schuld daran ist vor allem ein kleines Gerät, das aussieht wie ein Designer-USB-Stick mit abgerundeten Ecken und in vielen Farben erhältlich ist.

Die Rede ist von Juul, einer elektronischen Zigarette, die unter den Jugendlichen so viele Abnehmer findet, dass sie der Tabakindustrie das Fürchten lehrt. Einen Marktanteil von 60 % hat sie inzwischen erobert. Erhältlich ist das Gadget bisher ausschließlich auf dem US-amerikanischen und dem israelischen Markt. Nach Angaben des Schweizer Tagesanzeiger ist auch eine Expansion nach Europa in Planung.

Juuling (das Verb zum Produkt) gilt als gefährlicher Trend, vor dem amerikanische Highschool-Schüler selbst inzwischen immer häufiger warnen. Auch die Politik setzt sich mit dem Problem auseinander, denn legal ist der Verkauf an Minderjährige nicht. Juuls sind eine Art von E-Zigarette, die auf Basis von Nikotinsalzen funktioniert. Sie enthalten mit 5 % Nikotin mehr, als in Europa erlaubt ist, und in etwa so viel wie eine ganze Packung Zigaretten.

Style und Nikotingehalt sorgen dafür, dass das Suchtpotential sehr hoch ist. Aus diesem Grund wird dieser Trend in den USA auch als Epidemie bezeichnet und ruft Eltern, Lehrer und Vertreter des Raucherschutzverbundes auf den Plan. Ob diese Entwicklung auch hierzulande früher oder später für Furore sorgen wird, bleibt abzuwarten.

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