Fristlose Kündigung bei Krankmachen: Beweislast bei Unternehmen

Epoch Times1. Oktober 2019 Aktualisiert: 11. August 2020 15:44
Die Zahl der Krankmeldungen in Deutschland befindet sich seit einigen Jahren auf einem hohen Niveau.

Durchschnittlich ist jedes Pflichtmitglied einer gesetzlichen Krankenkasse 17 Tage pro Jahr krankgeschrieben. Nach dem Willen der Bundesregierung soll der gelbe Schein abgeschafft werden. Noch aber ist er das Symbol für die Krankschreibung.

Fällt ein Mitarbeiter aufgrund einer Krankmeldung immer wieder aus, kommt der Verdacht des Krankfeierns auf. Eine vorgetäuschte Krankheit ist ein Kündigungsgrund, der ein fristloses Beenden des Arbeitsverhältnisses erlaubt. Die Beweispflicht liegt beim Arbeitgeber. Wie kann der Beweiswert einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachgewiesen werden?

Voraussetzung einer fristlosen Kündigung

Aus wichtigem Grund kann ein jedes Arbeitsverhältnis sofort und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Unabhängig davon, ob es sich dabei um ein befristetet oder unbefristet Arbeitsverhältnis handelt. Zulässig ist die fristlose Kündigung nur aus wichtigem Grund laut § 626 Abs. 1 BGB. Der Grund muss so gravierend sein, dass eine Fortsetzung der Anstellung nicht zumutbar ist. Zudem muss die fristlose Kündigung innerhalb von zwei Wochen nach Bekanntwerden des wichtigen Grunds erfolgen. Die Frist beginnt dabei erst, wenn der Kündigungsberechtigte von dem Vorfall erfahren hat. So können zwischen dem Auftreten des wichtigen Grundes und der fristlosen Kündigung mehr als zwei Wochen vergehen.

Kündigung bei Arbeitsunfähigkeit

Das Vortäuschen einer Arbeitsunfähigkeit ist kein Kavaliersdelikt. Strafrechtliche Konsequenzen und der Verlust auf Lohnansprüche sind direkte Folgen bei einer geahndeten Vortäuschung. Der Arbeitnehmer muss mindestens mit einer Abmahnung rechnen, im schlimmsten Fall mit der fristlosen Kündigung. Das sind die arbeitsrechtlichen Konsequenzen, die daraus folgen. Bei der vorgetäuschten Krankmeldung handelt es sich rechtlich gesehen um einen Betrugsfall, der strafrechtlich relevant ist. In der Praxis kommen die meisten Arbeitnehmer mit einer ungerechtfertigten Krankmeldung durch. Es ist kaum möglich nachzuweisen, dass jemand für den Urlaub in die Türkei fliegt während der Krankheit. Bei kurzzeitigen Krankschreibungen sind der Aufwand und die daraus resultierenden Kosten zu groß, den Beweiswert einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu ermitteln. Bei langfristigen AU-Bescheinigungen greifen Unternehmen hingegen vermehrt auf die externe Hilfe eines Privatdetektives zurück.

Beweise für die Kündigung

Mehrere Gerichte haben sich in der Vergangenheit mit der Zulässigkeit eines Detektiveinsatzes befasst. Unternehmen sind demnach berechtigt, einen Detektiv auf krankgeschriebene Mitarbeiter anzusetzen. Vorausgesetzt, es liegt ein konkreter Anfangsverdacht für eine vorgetäuschte Krankmeldung vor. Kommt es im späteren Verlauf zu einem – oftmals wahrscheinlichen – Prozess vor dem Arbeitsgericht, spielt der Anfangsverdacht eine Rolle.

Der Einsatz der Privatdetektive der Detektei Stuttgart verspricht einen großen Erfolg. Die Profis der Detektei sammeln Beweise, die den Beweiswert der Unfähigkeitsbescheinigung erfassen. Observieren und das Zusammentragen von Beweisen sind die beiden Hauptaufgaben der geschulten Fachkräfte der Detektei. Die Kosten für den Einsatz der Privatdetektei sind zunächst vom Unternehmen zu tragen. Wird die fristlose Kündigung vor Gericht bestätigt, können die Kosten dem gekündigten Mitarbeiter auferlegt werden. Besteht ein ausreichender Tatverdacht, lohnt sich der Einsatz einer Detektei.

Alternativen zum Detektiveinsatz

Vor dem Einsatz einer Detektei haben Unternehmen folgende Möglichkeiten:
• Der Arbeitgeber kann eine Begutachtung des erkrankten Mitarbeiters durch den MDK in Auftrag geben.
• Unvorsichtige Mitarbeiter verraten sich mit Bildern und Videos auf Instagram oder anderen sozialen Netzwerken oft selbst.
• Spontane Krankenbesuche beim erkrankten Mitarbeiter liefern unter Umständen Beweise, die für oder gegen die Krankschreibung sprechen.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN
Schlagworte