Medikamente im Internet bestellen – das muss beachtet werden

Epoch Times10. Juli 2020 Aktualisiert: 10. Juli 2020 10:49
Durch die Fortschritte der Digitalisierung profitiert auch die Gesundheits- und Pharmaindustrie. Für den Kauf von Medikamenten sind Endverbraucher nicht mehr auf den Besuch der Apotheke angewiesen. Eine Bestellung von Arzneimitteln im Internet ist allerdings nicht ohne Weiteres zu empfehlen.

Der Vorgang wird grundsätzlich sehr unkompliziert dargestellt. Anbieter wie DoktorABC, Trusted und ähnliche Unternehmen verlangen nicht viele Schritte, um ein gewünschtes Rezept auszustellen. In diesem Zusammenhang sind allerdings viele Aspekte unbedingt zu beachten. Legalität und Seriösität müssen bei solchen Transaktionen auf jeden Fall einen hohen Stellenwert besitzen.

Welches Rezept soll ausgestellt werden?

Seit einer Gesundheitsreform zu Beginn des 21. Jahrhunderts können deutsche Bürger Medikamente über den Versandhandel erwerben. Sowohl freie als auch verschreibungspflichtige Medikamente sind dadurch über das Internet bestellbar. In letzterem Fall sollte der Endverbraucher allerdings die speziellen Rahmenbedingungen beachten. Damit hier ein Kauf möglich ist, benötigt der Online-Händler das Originalrezept. Die medizinische Vormundschaft des Hausarztes kann somit nicht umgangen werden.

Des Weiteren muss beachtet werden, dass eine direkte Abrechnung mit den Krankenkassen nicht immer erfolgt. Es kann somit vorkommen, dass Patienten die Kosten für ihre Medikamente zunächst aus eigener Tasche bezahlen müssen. Die anschließende Einreichung der Rechnung bei der Versicherung kann dadurch langwierige und bürokratische Prozesse nach sich ziehen.

Wie seriös sind Online-Anbieter?

Damit eine sichere Anwendung der Medikamente erfolgen kann, sollte die Online-Apotheke die notwendige Sicherheit ausstrahlen. Fälschungen, unrealistische Versprechen oder Preise der Kategorie “Zu gut um wahr zu sein” sollten als Warnhinweise dienen. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist idealerweise ein Anbieter aus Deutschland bzw. mit diesbezüglich ausreichenden sprachlichen Kenntnissen zu bevorzugen.

Unseriöse Anbieter lassen sich auch anhand spezieller Teilbereiche der jeweiligen Webseite erkennen. Ein vollständiges Impressum darf nicht fehlen – darin sollte der vollständige Name der Firma sowie des Inhabers aufgeführt sein. Auch ein operierender Standort ist ein weiteres Indiz für Authentizität.

Da in diesem Zusammenhang auch persönliche Kundendaten verarbeitet werden, sollte die Apotheke entsprechend vorgesorgt haben. Eine SSL-Verschlüsselung sorgt für eine sichere Verbindung – ein Missbrauch oder Diebstahl wichtiger Informationen sollte somit nicht möglich sein. Auch beim Bezahlvorgang, welcher üblicherweise nur mit Kreditkarte, “Paypal” und ähnlichem funktioniert, muss dieser Schutz in jedem Fall vorhanden sein.

Bestehen nach wie vor Unsicherheiten, können auch angebrachte Siegel eine Sicherheit beim Kauf bewirken. Hier gilt jedoch: Viele betrügerische Anbieter haben sich dies ebenfalls zum Vorteil gemacht und Kopien angefertigt. Zusätzlich zum Kontrollabgleich mit dem Original kann auch die jeweilige Organisation bezüglich einer bestehenden Zertifizierung befragt werden.

Wie sieht der Service des Anbieters aus?

Bevor bei einer Online-Apotheke eingekauft wird, sollte das gesamte Angebot überprüft werden. Internationale Anbieter werben vor allem gerne mit Ferndiagnosen und einer damit verbundenen eigenständigen Rezeptausstellung. Nach deutschem Recht ist diese Methode illegal und sollte dazu entmutigen, sich anderweitig umzusehen.

Zu einem guten Service gehört auch die Bereitstellung von Informationen. Diese müssen möglichst ausgewogen, verständlich und im Idealfall mit Quellen versehen sein. Verschiedenste Behandlungsmöglichkeiten sind auch mit möglichen Nachteilen und Nebenwirkungen verbunden – diese sollten ebenfalls sehr detailliert aufgelistet werden.

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