Autobahn in Deutschland.Foto: iStock

ÖAMTC: „Klimaziele“ der EU würden Autobesitz jährlich um 1.541 Euro verteuern – Sprit auf 4 €/Liter

Von 30. September 2020 Aktualisiert: 30. September 2020 13:46
Eine Studie des ÖAMTC macht deutlich, dass selbst im Fall eines vollständigen Umstiegs auf E-Autos bis 2030 die Klimaziele der EU die individuelle Mobilität um ein Vielfaches verteuern würden. Als Infragestellung will man dies jedoch nicht verstanden wissen.

Der österreichische Autofahrerklub ÖAMTC hat vor einer Explosion des Spritpreises gewarnt, sollte die EU tatsächlich an ihren Klimazielen festhalten. Um eine realistische Chance zu haben, diese zu erreichen, müssten Maßnahmen gesetzt werden, die in ihrer Auswirkung die Kosten für den durchschnittlichen Autofahrer jährlich um 1.541 Euro erhöhen würden. Außerdem würde der Spritpreis auf vier Euro pro Liter steigen.

EU-Vorgaben nicht mit derzeit diskutierten Maßnahmen zu erfüllen

Wie das Portal „oe24.at“ berichtet, hat das Economica Institut für Wirtschaftsforschung im Auftrag des Klubs errechnet, was es für den Bürger konkret bedeuten würde, die Emissionen des „klimaschädlichen“ CO2 im Pkw-Verkehr bis 2030 um 61 Prozent senken zu wollen – wie die EU-Kommission es vorsieht. Dies gelte selbst für den Fall, dass österreichische Autofahrer bis 2030 tatsächlich vollständig auf E-Autos oder solche mit Brennstoffzellen umsteigen würden.

Die in Österreich diesbezüglich diskutierten Maßnahmen wie eine leichte Erhöhung der Mineralölsteuer, die Abschaffung von Vergünstigungen für Dieselautos, eine höhere Normverbrauchsabgabe oder eine kilometerabhängige Maut würden definitiv nicht ausreichen, um diesen Effekt zu bewirken, resümiert das Institut.

Zustände wie im Corona-Lockdown, um „Klimaziele“ zu erreichen?

Erst ein Spritpreis von vier Euro pro Liter würde eine so starke Einschränkung von Autofahrten bewirken, dass der CO2-Ausstoß im angestrebten Umfang sinkt. Studienautor Christian Helmenstein erklärte dazu am Dienstag: „Wenn wir die Klimaziele wirklich erreichen möchten, müssen wir den Spritpreis so stark anheben, dass Autofahrten eingeschränkt werden.“

Die verschärften Klimaziele der EU würden in Zahlen ausgedrückt bedeuten, dass der CO2-Ausstoß durch den Straßenverkehr gegenüber dem Wert von 2005 statt wie ursprünglich geplant um 36 Prozent auf 15,6 Millionen Tonnen bis 2030 um 61 Prozent auf 9,5 Millionen Tonnen sinken sollen. Im Jahr 2005 hätten zu den damaligen Emissionen von 24,3 Millionen Tonnen zu 46 Prozent Pkw-Fahrten, zu 22 Prozent Lkw und zu 31 Prozent der sogenannte „Tanktourismus“ beigetragen – der sich umso mehr lohnt, je höher in einem Land die Spritpreise sind.

Monatliche Kosten für Auto könnten auf 650 Euro steigen

Die jährliche Mehrbelastung für die privaten Haushalte würde im Jahr 2021 insgesamt noch bei etwa drei Milliarden Euro liegen. Bis 2030 würde sie gemessen am heutigen Wert sogar zwischen 4,5 und 6,6 Milliarden mehr betragen. Dabei geht die Studie nicht einmal von einem wenig gefahrenen Kleinwagen aus, sondern vom derzeitigen Durchschnitt der Kosten für den Erhalt eines Autos von 488 Euro monatlich. Bis 2030 könnte dieser auf 650 Euro steigen.

„Durch Spritpreise von vier Euro pro Liter und Erhöhung der Steuern und Mautgebühren würden die Mehrkosten um im Schnitt 1.541 Euro jährlich oder 128 Euro monatlich steigen“, heißt es in der Studie weiter. Die definierte Armutsgrenze in Österreich liegt derzeit bei einem verfügbaren Einkommen von 1.060 Euro im Monat, inklusive sämtlicher Sozialleistungen.

Vor allem Regionen wie das Südburgenland oder Oberkärnten, wo der Pendlerverkehr eine erhebliche Rolle spielt, wären von den Maßnahmen betroffen. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs könne den Zeitvorteil des Autos nicht kompensieren, räumt Helmenstein zudem ein.

ÖAMTC will „Klimaziele“ nicht infrage stellen

Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, betont dennoch, dass der Autofahrerklub die Klimaziele nicht infrage stelle. Es werde „ohne höhere Preise nicht gehen“, meint der Verbandsfunktionär. Stattdessen plädiert er für mehr Mitfahrgelegenheiten und einen höheren Besetzungsgrad als die derzeit durchschnittlich 1,2 Personen pro Pkw.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Unsere Buchempfehlung

Die Umweltbewegung benutzt mit sensationeller Rhetorik den aufrichtigen Wunsch der Menschen, die Umwelt zu schützen. Allerdings treiben verschiedene Akteure den Umweltschutz auf die Spitze und verabsolutieren das harmonische Zusammenwirken der menschlichen Gesellschaft mit der natürlichen Ökologie.

Was viele dabei nicht erkennen, ist, wie Kommunisten diesen neuen „Ökologismus“ benutzen, um sich als moralisch überlegen darzustellen und ihre eigene Agenda voranzutreiben. Auf diese Weise wird der Umweltschutz in hohem Maße politisiert, ins Extrem getrieben und sogar zu einer Pseudoreligion.

Irreführende Propaganda und verschiedene politische Zwangsmaßnahmen gewinnen die Oberhand, wobei sie das Umweltbewusstsein in eine Art „Kommunismus light“ verwandeln. „Öko und die Pseudoreligion Ökologismus“ wird im Kapitel 16 des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ analysiert.

Jetzt bestellen – Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

„Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Die Autoren analysieren, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]