Prepaid-SIM-Karten trotz Ausweispflicht sehr beliebt

Epoch Times10. July 2018 Aktualisiert: 10. Juli 2018 17:53
Heutzutage hat fast jeder ein Mobiltelefon, dabei möchte sich jedoch nicht jeder langfristig mit einem Vertrag an einen Anbieter binden. Für diesen Personenkreis gibt es Prepaid- oder Postpaid-SIM-Karten. Bislang war …

Heutzutage hat fast jeder ein Mobiltelefon, dabei möchte sich jedoch nicht jeder langfristig mit einem Vertrag an einen Anbieter binden. Für diesen Personenkreis gibt es Prepaid- oder Postpaid-SIM-Karten. Bislang war es ganz unkompliziert, sich ein Prepaid-Handy oder eine Prepaid-SIM-Karte zu kaufen und los zu telefonieren. Seit 1. Juli 2017 gibt es neue Bestimmungen. Seitdem müssen Nutzer beim Kauf einer SIM-Karte in jedem Fall einen Ausweis vorlegen.

Prepaid-Karten sind sehr beliebt

Seit Einführung von im Voraus bezahlten SIM-Karten haben sich diese in Deutschland zum Kassenschlager entwickelt. Etwa 60 Millionen dieser kleinen Karten sind in Deutschland in Gebrauch. Dabei sind allein bei den großen Anbietern Vodafone, Telefonica und Deutsche Telekom etwa 48 Millionen Prepaid-Kunden aktiv. Lange Zeit war es möglich, diese Karten wie ganz alltägliche Produkte im Supermarkt zu kaufen. Die Karten gingen ganz anonym in Umlauf und es dauerte nur wenige Minuten, sie zu aktivieren. Sie gingen an Tankstellen, am Kiosk nebenan, in Shops der Anbieter, online oder auch im Supermarkt über die Ladentheke. Durch die Gesetzesänderung sind die Nutzer heute gezwungen, sich ganz offiziell auszuweisen. Grund für die Änderung der bestehenden Gesetze ist das von der Bundesregierung beschlossene Gesetzpaket zur Terrorismusbekämpfung. Dieses im Juni 2016 beschlossene Anti-Terror-Paket beinhaltet viele Punkte, die auf der Seite der Bundesregierung nachzulesen sind.

Prepaid-Tarife haben noch immer ihre Vorteile

Einer der wichtigsten Vorteile der Prepaid-Karten ist die Kostenkontrolle. Anbieter wie beispielsweise Lebara bieten sehr flexible Tarif-Optionen auch im Prepaid-Bereich an. Die Kunden können jederzeit bestimmen, welches Paket am besten zu ihnen passt. Im einen Monat ist das Gesprächsvolumen vielleicht etwas höher, im nächsten Zeitraum ist es das Datenvolumen. An diese individuellen Anforderungen lassen sich die Prepaid-Tarife sehr einfach angleichen. Moderne Tarife lassen sich flexibel anpassen und erweitern. Zusatzoptionen halten beispielsweise zusätzliches Datenvolumen bereit. Prepaid-Karten haben den entscheidenden Vorteil, dass nur dann Kosten entstehen, wenn der Kunde die Karte auch tatsächlich benutzt. Sie sind unkompliziert und vollständig ohne Vertragsbindung, so wie die SIM-Karten von Lebara.

Die Registrierung heute

Um die SIM-Karte ordnungsgemäß zu registrieren, ist einerseits die neue SIM-Karte notwendig und zusätzlich ein gültiges Ausweisdokument. Zur Registrierung stehen normalerweise mehrere Möglichkeiten offen.

  • Die Online-Registrierung mithilfe einer Webcam
    Für diese Registrierungsmöglichkeit ist ein internetfähiges Endgerät notwendig, das über eine Webcam verfügt. Auf der Seite des jeweiligen Anbieters gibt es zum Video-Ident-Verfahren eine ausführliche Anleitung, der die Nutzer Schritt für Schritt folgen können. Der Deutschlandfunk hat eine ausführliche Anleitung zum Video-Ident-Verfahren veröffentlicht.
  • Registrierung bei einem Vertragspartner
    Wem es nicht möglich ist, die Online-Registrierung durchzuführen, hat bei den meisten Anbietern die Möglichkeit, sich über einen Partner zu registrieren. Auch hier ist ein gültiges Ausweisdokument unerlässlich.
  • Das Postident-Verfahren
    Ist die Online-Registrierung nicht möglich und auch kein Partner für die Registrierung in der Nähe, bleibt noch das Postident-Verfahren. Dazu brauchen Nutzer einen Internetzugang für die Erstellung des Postident-Coupons, das kann beispielsweise auch in einem Internetcafé sein. Dieser Coupon ist auszudrucken oder auf dem Smartphone zu speichern. In der nächstgelegenen Postfiliale ist die Registrierung mit einem gültigen Ausweisdokument ganz einfach möglich.

Für wen Prepaid-Karten besonders interessant sind

Prepaid-Karten sind besonders interessant, wenn die Kosten überschaubar bleiben sollen. So können beispielsweise Eltern den Konsum ihrer Kinder besser kontrollieren. Auch Urlauber kaufen gerne Prepaid-Karten für die Reise. So können sie sich vor hohen Rechnungen schützen, die durch Roaming oder andere Services im Ausland entstehen können. Alle Nutzer haben eines gemeinsam: Sie legen Wert auf Kostenkontrolle. Der Kauf einer Prepaid-Karte ist nach wie vor schnell und unkompliziert, allerdings nicht mehr anonym. Das sollte jedoch beim normalen Gebrauch dieser Karten keine große Rolle spielen.

Warum sich Nutzer künftig ausweisen sollen

Die ehemalige Anonymität der Prepaid-Karten hat nicht nur normale Kunden veranlasst, sich ein Prepaid-Handy anzuschaffen. Sie hat auch Verbrecher und Terroristen angezogen, die anonyme Registrierung für ihre Zwecke zu nutzen. Sie kauften bisher die SIM-Karten mit Fantasienamen, eine Ausweispflicht gab es noch nicht. Nach kriminellem Gebrauch fanden die Handys mitsamt der Karte schnell den Weg auf die Mülldeponie und es war nahezu unmöglich, die Kommunikation zurückzuverfolgen oder mitzuschneiden. Mit dem Anti-Terror-Gesetz soll sich dies nun ändern. Der genaue Wortlaut des Gesetzes ist unter Gesetze im Internet zu finden.

Für welche Karten gilt die neue Regelung?

Wer schon Inhaber einer Prepaid-Karte ist, muss nichts tun. Die Karte bleibt weiterhin anonym. Auch das Aufladen ist weiterhin möglich, auch ohne sich dafür extra zu registrieren. Jedoch müssen sich alle Kunden, die nach dem 1. Juli 2017 eine Prepaid-Karte kaufen, der Registrierungsprozedur unterziehen.

Wer heute eine Prepaid-Karte kauft, muss schon beim Kauf ein gültiges Ausweisdokument vorlegen. Das kann der Personalausweis oder ein gültiger Reisepass sein. Bei der anschließenden Registrierung werden einige Daten des Kunden abgefragt, wie beispielsweise Name, Anschrift, Ausweisnummer, Ausstellungsort und Geburtsdatum. Wer sich seine Karte bei einem der großen Anbieter kauft, kann sie meist direkt vor Ort aktivieren. In vielen Discountern, Tankstellen oder Kiosken wird es diese Möglichkeit zunächst nicht geben. Hier bleiben nur die bereits weiter oben genannten Möglichkeiten.

In der Regel sind die Nutzer von Prepaid-Karten weder Verbrecher noch Terroristen. Demnach ist auch nicht damit zu rechnen, dass die Nachfrage durch das neue Gesetz stark rückläufig ist. Die Anbieter haben auch nicht vor, durch die Verkomplizierung die Gebühren zu erhöhen. In den Discountern oder an Tankstellen sind ebenso wenig Probleme zu erwarten. Die Anbieter und die Vertriebspartner rechnen nicht mit großen Einbußen.

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