Psychotherapeuten fordern ein Grundgehalt für Eltern für die ersten drei Lebensjahre ihres Kindes

"Die bestehende einseitige finanzielle Förderung von Krippen und Kitas entmündigt die Eltern", erklärt der Verband "Familienarbeit". Er unterstützt die Förderung der Psychotherapeuten, Eltern mit einem Grundgehalt zu stärken.
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Kinder brauchen eine stabile Bindung, erst dann können sie sich auf anderes einlassen. Psychotherapeuten fordern, die Familien zu stärken.Foto: iStock
Epoch Times5. Juli 2018

Eltern sollen selbst entscheiden dürfen, wann sie Frembetreuung für ihr Kind möchten, erklärt der Verband „Familienarbeit“ und veröffentlichte eine Erklärung von Psychotherapeuten. Jedes Kind braucht die Zeit und Aufmerksamkeit seiner Eltern. Doch:

Eltern dürfen nicht aus finanzieller Not und gegen ihr Gewissen Kinder in die Fremdbetreuung schicken müssen, wenn sie wahrnehmen, dass ihr Kind für diesen Trennungsschritt noch nicht bereit ist.“

Jedes Kind signalisiert mit seinem Verhalten selbst, wann und in welchem Umfang es die sichere Bindung mit den Eltern verlassen kann und neugierig auf anderes ist. Erst dann kann ein Kind das schützende Nest der Eltern verlassen und mit anderen Menschen Kontakte aufnehmen.

Aufgabe der Familienpolitik sollte sein, Eltern zu stärken

„Vor allem kleine Kinder sind in der Beantwortung Ihrer Bedürfnisse dem Denken, Fühlen und Handeln der Eltern und den Strukturen unserer Gesellschaft ausgeliefert. Deshalb kann die Aufgabe der Familienpolitik nur sein, Eltern als erste Bezugspersonen in ihrer grundgesetzlich geschützten Aufgabe zu stärken, selbst zu entscheiden, wann Fremdbetreuung für ihr Kind zu verantworten ist. Dies gilt genauso für Alleinerziehende, denen es heute oft unmöglich ist, ihre Kinder solange selbst zu betreuen, wie sie es für ihr Kind als sinnvoll erachten.“

Die Psychotherapeuten fordern ein Grundgehalt für alle Eltern. Auch der Verband „Familienarbeit“ sieht die individuelle Betreuungsarbeit der Eltern nur gewährleistet, wenn sie eine finanzielle Gegenleistung erfährt.

Die Psychotherapeuten“ fordern (Zitat):

  • ein Grundgehalt für Eltern für die ersten drei Jahre eines Kindes (incl. sozialer Absicherung), das alternativ auch zur Finanzierung einer außerhäuslichen Betreuung nach Wahl der Eltern verwendet werden kann.
  • Erleichterung von Teilzeitarbeit von Eltern bei gleichzeitigem Karriereschutz, z.B. in Form von Home-Office-Arbeitsplätzen.
  • Kostenlose Angebote für „Eltern-Schulen“ zur Verbesserung der Beziehungsfähigkeit von Eltern und als Hilfe zur Konfliktbewältigung.
  • Kinderkrippen für Kinder unter drei Jahren sollten nur aus Not- und Ausnahmegründen vorgehalten werden mit optimalen Betreuungsmöglichkeiten durch einen hohen Personalschlüssel (2–3 Kinder/Krippenbetreuer).“

Bundesregierung: Nur fremdbetreute Kinder seien ‚betreute Kinder‘ ?

„Als politischer Verband ist es unsere Aufgabe, darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig die individuelle elterliche Verantwortung ist, die gesunde seelische Entwicklung ihres Kindes zu schützen“, schreibt Sabine Mänken, stellvertretende Vorsitzende. Sie sprechen sich nicht für ein einziges Erziehungsmodell aus, das für alle gelten soll.

Die Bundesregierung bezeichne „missverständlich und verharmlosend nur fremdbetreute Kinder als ´betreute Kinder´“, z.B. in der Pressemitteilung des BMFSFJ vom 20.6.2018). „Im besten Falle unterstützt die Politik den pädagogischen Auftrag der Eltern durch passende Bildungsangebote,“ erklärt der Verband.

Die bestehende einseitige finanzielle Förderung von Krippen und Kitas dagegen entmündigt die Eltern und höhlt die Fürsorge- und Regenerationsleistungen in den Familien aus.

Und weiter:

Eine Gesellschaft, die nur die Leistungen auf dem Arbeitsmarkt als geldwerte Leistung anerkennt, untergräbt ihr soziales Miteinander und wird entprivatisiert.“

„Jede Familie weiß, wie viel Selbst- und Fremdbetreuung für ihr Wohlergehen Sinn macht,“ sagt Mänken und ergänzt: „Auf dieser individuellen Grundlage können sich die sozialen Fähigkeiten eines Kindes gesund entwickeln. Nur wer als Kind selbst ausreichend wahrgenommen wurde, kann als erwachsener Mensch andere Menschen wahrnehmen.“

Für ein demokratie- und kulturfähiges Deutschland sei deshalb diese familiale Vielfalt bei der Betreuung der Kinder durch echte Wahlfreiheit der Eltern eine entscheidende Grundlage.

Unterzeichnet ist die Erklärung der Psychotherapeuten von Dr. Hans-Joachim Maaz (Psychoanalytiker und Psychiater), Dr. Rainer Böhm (Leitender Arzt Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Bethel), Dr. Gerald Hüther (Neurobiologe), Prof. Dr. Hans Sachs (Psychotherapeut, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe), Prof. Dr. Serge Sulz (Psychiater, Psychologe, Psychotherapeut) sowie den Mitglieder des Bündnisses „Rettet die Familie“ Antje Kräuter (Diplompsychologin, Psychologische Psychotherapeut) und Marlies Wildberg (Diplompsychologin, Psychologische Psychotherapeutin).

(ks/pm)



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