Leere Regale in einem Supermarkt: Der Gouverneur von Florida hat den Notstand ausgerufen.Foto: Marcus Lim/AP/dpa

Umfrage: Krise löst bei Deutschen Angst vor Versorgungsengpässen aus

Epoch Times1. Juni 2020 Aktualisiert: 1. Juni 2020 9:46
Die Folgen der Corona-Pandemie beschäftigen auch Lebensmittelforscher und Agrar-Ökonomen. Zwei Institute aus Niedersachsen haben im April das Einkaufs- und Ernährungsverhalten erfragt. Das Ergebnis: Viele Menschen begannen zu hamstern.

Ängste vor Versorgungsengpässen und vor steigenden Lebensmittelpreisen – dazu hat die Corona-Situation im Frühjahr bei vielen Verbrauchern in Deutschland geführt.

Zu diesem Ergebnis kommen unabhängig voneinander zwei Analysen aus Niedersachsen, vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück und der Universität Göttingen.

Beide führten im April repräsentative Befragungen in Deutschland durch. Demnach gingen die Menschen in dieser Zeit weniger oft einkaufen, kauften aber insgesamt wohl mehr Waren.

Für die Quakenbrücker Analyse waren vom 22. bis zum 27. April 1056 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt worden, bei der Göttinger Umfrage vom 9. bis zum 20. April 947 Menschen.

Laut der Quakenbrücker Studie gaben rund ein Drittel der Befragten an, mehr Zeit für ihre Mahlzeiten und die Erstellung der Einkaufslisten aufzuwenden und damit auch ihren Einkauf besser zu planen. 33 Prozent der Befragten gaben außerdem an, mehr Geld für Lebensmittel ausgegeben zu haben, sagte Studienleiter Adriano Profeta.

Mehr Lebensmittel im Haus

Einerseits spiegelt sich darin Vorratskäufe wieder. „30 Prozent haben gesagt, dass sie jetzt mehr Lebensmittel im Haushalt bevorraten als vorher“, sagte Profeta.

Andererseits habe die bessere Planung der Einkäufe bei einem Viertel der Befragten auch dazu geführt, dass weniger Lebensmittel weggeworfen worden seien. 38 Prozent wollen das demzufolge auch in Zukunft so halten.

Laut der Umfrage des DIL stieg im April die Sorge der Menschen, nicht mehr genügend Lebensmittel kaufen zu können, sprunghaft an: Vor der Corona-Pandemie hätten diese Befürchtung nur 3,3 Prozent der Befragten gehabt, im April dann 18 Prozent.

Angst vor steigenden Preisen

Die Umfrage der Göttinger Agrar-Ökonomen lässt darauf schließen, dass die Sorge vor steigenden Preisen größer war als die Sorge vor Lebensmittelknappheit. Diese befürchteten die Befragten vor allem bei Grundnahrungsmitteln, aber auch bei Gemüse und exotischem Obst.

Die gestörten Lieferketten und geschlossenen Grenzen hätten bei der Bevölkerung offensichtlich auch ein Nachdenken über die Versorgungssicherheit ausgelöst, erklärte Agrar-Ökonom Achim Spiller. „Den Leuten leuchtet es offensichtlich ein, dass eine starke deutsche Landwirtschaft für die Versorgungssicherheit wichtig ist.“

Er sehe in den Daten Hinweise auf eine mehrheitlich globalisierungsskeptische Haltung in der Bevölkerung. (dpa/nh)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion