Vegane Burger floppen im Test: Mehr als die Hälfte der Produkte enthält Spuren von Mineralöl

Von 29. Oktober 2019 Aktualisiert: 30. Oktober 2019 8:02
Vegane Fleischimitate sollen den Weg zum klimabewussten Leben erleichtern. Nun hat Ökotest herausgefunden, dass manche Veggieburger selbst noch im fossilen Zeitalter verharren: In mehr als der Hälfte der Burger stecken nämlich Mineralölrückstände.

Ob zwecks Vermeidung von Tierleid, Erfüllung religiöser Fastenregeln oder aus ökologischen Erwägungen heraus: Die Nachfrage nach vegetarischem oder veganem Fleischersatz ist seit Jahren im Steigen begriffen. Gleiches gilt auch für das Angebot an Fleischersatzprodukten und Imitaten.

Auch beim Angebot an veganen Burgern ist nicht nur die Vielfalt größer geworden, einige Produkte haben sich auch qualitativ verbessert und kommen realem Fleisch in Aussehen, Geruch und Geschmack näher als früher.

Das Magazin „Ökotest“ hat nun 18 abgepackte vegane Burger getestet, die auch in den meisten deutschen Supermärkten erhältlich sind. Das Angebot umfasste einfache Pflanzenburger aus Hülsenfrüchten, Tofu oder Weizeneiweiß und sieben Fleischersatzprodukte, darunter auch solche des in den USA besonders beliebten Anbieters Beyond Meat.

Großteil der getesteten Produkte bestenfalls Mittelmaß

Im Labor wurden die Einzelbestandteile analysiert, unter anderem auf Keime, Salz, Mineralölbestandteile oder Glyphosat, Sojaprodukte auch auf gentechnische Veränderungen – die zumindest nach strenger Ökolehre als bedenklich gelten. Verkoster prüften auf Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl und verglichen die Produkte direkt mit klassischen Rindfleisch-Pattys.

Das Ergebnis war allerdings eher durchwachsen. Immerhin erhielten vier pflanzliche Burger von den Testern die Note „sehr gut“, ein Fleischimitat-Burger bringt es immerhin auf ein „gut“. Demgegenüber fand das Labor von Ökotest in mehr als der Hälfte der getesteten Burger Mineralölrückstände. Zudem wurde ein Drittel mit Abzügen bei der Endnote bestraft, weil sich dort Gentechnik-Anteile feststellen ließen. Dies betraf vor allem Sojaprodukte.

Einige andere wiesen hohe Salzanteile auf oder vermochten im Geschmack nicht zu überzeugen. Vier vegane Burger fielen am Ende durch, die meisten getesteten Produkte erzielten jedoch mittelmäßige Ergebnisse. Auch „Beyond Meat“ kommt über ein „ausreichend“ nicht hinaus. Der unter anderem aus Erbsenproteinisolat, Rapsöl und Kokosöl gefertigte Beyond-Burger ist unter jenen Testprodukten, die „stark erhöhte“ Mengen an gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH) oder vergleichbaren Verbindungen aufwiesen. Bei diesen handelt es sich um Mineralölbestandteile, die sich in Leber oder Fettgewebe anreichern können.

Je fleischähnlicher das Produkt, umso komplexer die Herstellung

Vegane Burger sind häufig teuer, weil bereits der Produktionsprozess sehr aufwendig ist. Je fleischähnlicher das Endprodukt sein soll, umso komplizierter und langwieriger ist die Herstellung. Anders sei es jedoch, so schreibt Ökotest, kaum möglich, pflanzliche Proteine in fleisch- oder fischähnliche Strukturen zu verwandeln.

Am Ende bestanden nur zwei vegane Burger aus Fleischimitat im Geschmackstest voll und ganz und wurden in Aussehen, Geschmack und Konsistenz als „deutlich fleischähnlich“ bewertet. Drei Produkte stuften sie immerhin noch als „leicht fleischähnlich“. Zwei Burger erinnerten die Experten hingegen „nur entfernt an Fleisch oder Fisch“.

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