Xerox/Fuji-Fusion geplatzt – Großinvestor gewinnt Machtkampf

Epoch Times16. May 2018 Aktualisiert: 16. Mai 2018 9:51
Geplant war eine grenzüberschreitende Fusion, die es in dieser Art und Weise noch nicht so oft gegeben hat.

Xerox, das US Traditionsunternehmen, das im Jahr 1906 gegründet wurde, sollte gemeinsam mit Fujifilm, der japanischen Ikone schlechthin, Hand in Hand gehen. So lautete zumindest der Plan, der Anfang des Jahres von Seiten der beiden Konzerne Xerox und Fujifilm präsentiert wurde. Nun verlautbarte (noch) Xerox-Chef Jeff Jacobson, die Fusion sei geplatzt. Während Fujifilm der Meinung ist, Xerox könnte den Vertrag nicht einseitig kündigen, freuen sich hingegen die Xerox-Aktionäre Darwin Deason und Carl Icahn, die maßgeblich am Platzen des Deals beteiligt waren. Denn sie waren es, die sich von Anfang an gegen die Fusion aussprachen.

Xerox-Chef und Teile des Vorstands werden ausgewechselt

Darwin Deason und Carl Icahn, zwei Aktionärsaktivisten, die mehr als 10 Prozent der Anteile des Traditionsunternehmens halten, waren von Beginn an gegen die Fusion mit Fujifilm. Dies deshalb, weil sie der Meinung waren, die Xerox-Anteile würden eindeutig zu niedrig bewertet werden. Offiziell begründete Xerox den Rückzug aber aufgrund dessen, dass Fujifilm keinen Willen zeigte, nun doch für Neuverhandlungen bereit zu sein, um diverse Bedingungen zu verbessern. „Natürlich sind wir extrem zufrieden, dass Xerox das nicht vernünftige Schema aufgegeben hat. Es wäre fatal, wenn die Kontrolle an Fujifilm abgegeben worden wäre“, so Icahn im Zuge einer Stellungnahme.

Die Einigung zwischen Deason, Icahn und Xerox sorgte am Ende für den endgültigen Schlussstrich und die Tatsache, dass es keinen Deal zwischen Xerox und Fujifilm geben wird. Schon Ende April hatte Darwin Deason in den USA eine einstweilige Verfügung gegen die Fujifilm-Fusion erlangt. Die Begründung? Der Noch-Xerox-Chef würde sich durch das Geschäft den Job sichern wollen – des Weiteren hätte Jeff Jacobson auch niemals im Sinne der Aktionäre gehandelt. Jacobson wird zudem, nachdem der Deal jetzt endgültig geplatzt ist, auch Xerox verlassen – John Visentin, ehemaliger Manager von Hewlett-Packard und IBM, wird sein Nachfolger werden. Zudem soll ein Teil des Vorstands ausgewechselt werden.

Zwischen Ärger und Erleichterung

Während bei Xerox scheinbar wieder alles in Ordnung ist, so sind die Verantwortlichen bei Fujifilm keineswegs zufrieden. „Wir sind der Meinung, Xerox kann gar nicht das legale Recht haben, die Übereinkunft einfach so zu beenden“, so das Unternehmen in einer Stellungnahme, nachdem Xerox verkündete, die Fusion sei geplatzt. Fujifilm kündigte bereits an, alle möglichen Optionen prüfen zu wollen – mitunter werde Xerox auch auf Schadenersatz geklagt. Doch auch wenn Fujifilm nun Widerspruch einlegt und mitunter Xerox auf Schadenersatz klagen wird, so freuen sich vor allem die Fujifilm-Anteilseigner.

Nachdem bekannt wurde, dass der Deal platzen werde, kletterte der Fujifilm-Aktienkurs um 1,3 Prozent nach oben. Die Aktionäre sind wieder entspannter – die Angst, dass die Fusion nämlich extreme Mehrkosten verursachen würde, nun weggeblasen. Denn als Fujifilm und Xerox von einer gemeinsamen Zukunft sprachen, gab der Aktienkurs von Fujifilm laut den Tools der Analysten um 6 Prozent nach. Doch wie wird es mit Xerox weitergehen? Das US Traditionsunternehmen leidet seit Jahren an dem Umstand, dass durch Tablets und Smartphones immer weniger Dokumente ausgedruckt werden. Angeblich hat US Finanzinvestor Apollo Management Interesse an Xerox – bislang gibt es dahingehend aber noch keine näheren Informationen. (kr)

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