Zwischen Kauf und Verkauf – Wie Unternehmen neue Kunden kaufen können

Epoch Times11. Juni 2018 Aktualisiert: 11. Juni 2018 10:20
Wenn man früher etwas kaufen wollte, ging man in den Laden - und wenn man etwas verkaufen wollte, zog man von Tür zu Tür und klingelte ... Seit 2009 ist das moderne Hausieren - die Telefonwerbung - verboten, doch neue Kunden muss man nicht finden, man kann sie auch kaufen.

Für Käufer ist es in den Zeiten des Internets deutlich einfacher geworden, interessante Angebote zu finden und für Verkäufer auch, möchte man meinen – wäre da nicht das „Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei besonderen Vertriebsformen“ aus dem Jahre 2009.

Dieses Gesetz besagt sinngemäß, dass niemand ohne vorherige Einwilligung des Verbrauchers anrufen darf, um seine Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen. Anders gesagt heißt das, der Kunde müsste freiwillig bei der Firma anrufen und die Einwilligung erteilen, erst dann darf die Firma ihn zurückrufen und ihre Produkte bewerben.

Das dieses Modell für die Unternehmen nicht allzu praktikabel ist, wird schnell klar, doch zum Glück gibt es auch andere Möglichkeiten der Neukundengewinnung – eine davon ist der Kauf von Leads.

Leads? – Was ist das?

Leads sind Datensätze, die die Kontaktdaten potenzieller Kunden enthalten. Diese Daten helfen Unternehmen interessierte Personen zu erreichen, ohne dass sie selbst neue Kunden suchen müssen.

Die potenziellen Kunden geben zuvor ihre Daten – freiwillig – in ein Formular ein und erteilen Unternehmen die Genehmigung sie zu Werbezwecken zu kontaktieren. Meist geschieht das über ein Internetformular, zum Beispiel im Zusammenhang mit einem Fragebogen oder Gewinnspiel, und einem kleinen Feld zum Ankreuzen „Hiermit erteile ich die Einwilligung, dass …“ Im Rahmen des Datenschutzes und des oben genannten Gesetzes ist es völlig legal diese Daten zu kaufen und zu verkaufen, denn die Nutzer haben ihre Einwilligung bereits erteilt.

Unternehmen, die die Zielgruppe ihrer möglichen Kunden sorgfältig auswählen, können damit rechnen, dass aus bis zu 50 % der potenziellen Kunden echte Kunden werden. Aus der Fülle der Datensätze bekommen Sie dann genau die Kunden, die sich für ein (ähnliches) Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung interessieren. Leads sind noch kein Verkauf, aber der erste Schritt in die richtige Richtung …

Woher bekommen Unternehmen die Datensätze?

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten derartige Leads zu kaufen: Auf dem Marktplatz oder an der Börse. Bei beiden Modellen werden Datensätze von Kunden in einer großen Datenbank gesammelt und Unternehmen können bestimmen, was sie kaufen möchten.

Wie auf einem Markt, können Unternehmen, die Leads kaufen möchten, aussuchen, welche Anforderungen sie an die Datensätze stellen (zum Beispiel: Region, Telefon/E-Mail, etc.) und wie viel sie kaufen möchten. Die Lieferanten der Daten durchsuchen nach den angegebenen Kriterien ihre Datensätze und verkaufen die Leads.

An der Börse können die Unternehmen ebenfalls entscheiden, was sie kaufen und wie viel sie ausgeben möchten. Je länger Leads im System sind, desto günstiger werden sie, allerdings sind alte Leads mitunter nicht mehr aktuell und die Informationen nutzlos.

Unternehmen sollten jedoch wissen, worauf sie sich einlassen: Wer Leads kauft, kauft keine Kunden – aber ihre Erlaubnis sie zu kontaktieren.

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