Warum der VW-Skandal die deutsche Industrie ins Rückenmark trifft

Von 24. September 2015 Aktualisiert: 19. Oktober 2016 18:51

Im Augenblick scheint ein Jeder damit beschäftigt zu sein, sich darüber echauffiert zu geben, dass Volkswagen die Abgastests manipuliert hat. Die wenigsten machen sich allerdings Gedanken darüber, was hier im Augenblick vor sich geht. Wenn man davon ausgeht, dass es nur die Spitze des Eisbergs ist, könnte Deutschlands Schlüsselindustrie bis ins Mark getroffen werden.

Die Wellen könnten so hoch schlagen, dass es gravierende Folgen für die ganze Nation hat. Wer nun meint, in den USA – wo die drakonischen Strafen verhängt werden könnten – wäre es sicher das Gleiche, irrt. Diesel ist auf dieser Seite des Atlantiks ein verpönter Motor, den eigentlich nur Traktoren haben. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Lassen wir bei der Diskussion zunächst einmal den Sinn der Grenzwerte außen vor und beschäftigen uns mit den wichtigsten Fakten. Im Bereich von Zweitaktmotoren habe ich eine Erfahrung gemacht, die an Absurdität nur schwer zu überbieten ist.

Als ich noch meinen Betrieb hatte, verkaufte ich häufiger Kettensägen oder reparierte diese. Sehr oft standen Kunden mit nagelneuen Maschinen in der Tür, da diese liefen wie ein Eimer. Es war fast immer nur eine Einstellungssache. Irgendwann rief ich bei Dolmar an und fragte nach, warum die Sägen immer total verstellt ausgeliefert würden. Die Antwort war doch sehr überraschend für mich. “Die Sägen sind nicht verstellt, sie sind auf Emissionswerte eingestellt”. Im Umkehrschluss wären die Sägen also – nachdem sie richtig eingestellt waren – nicht mehr durch einen Test gekommen. Arbeiten konnte man so aber auch nicht damit. Was für eine Farce.

Ähnlich dürfte sich das im Fall von VW – und wer weiß wen es noch treffen wird – auch gewesen sein. Es liegt mir fern nun darüber zu streiten ob die Automobilkonzerne genügend Zeit gehabt hätten um in der Forschung so weit zu gelangen, dass man die Ziele hätte erreichen können. Viel wäre möglich und doch wird es nicht gemacht. Eins ist offensichtlich, bisher ist es den Konzernen nicht gelungen bei guter Leistung die Vorgaben einzuhalten. Welchen Sinn es macht, unter starken Einbußen der Leistung und Effizienz die Grenzwerte einzuhalten, will ich auch nicht diskutieren.

Die Situation ist jetzt wie sie ist und das ist sehr gefährlich.

Bereits als der erste Artikel zu dem Thema erschien, schrieb ich bei Facebook folgendes dazu: “21. September um 01:27 What a crap! Der ganze Artikel ist derart lächerlich, wobei nun jeder mit Atemwegserkrankung VW verklagen kann. Also ich möchte die kommenden Wochen keine VW-Aktien mein Eigen nennen. Die Welt ist ein komplettes Irrenhaus.”

Die Konsequenzen sind nun hinlänglich bekannt. Eins der Dinge, die nun wirklich beunruhigend sind, ist bei der Welt zu lesen: „Abgas-Skandal: Apple kann VW jetzt aus der Portokasse bezahlen„.

Was auch noch – vielleicht sogar viel mehr – beunruhigen sollte, die Konzerne sind untereinander stark verschachtelt und kooperieren in etlichen Bereichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere Marken betroffen sind, ist relativ hoch und die Untersuchungen haben noch gar nicht wirklich begonnen.

Es ist unwahrscheinlich, dass bei VW nun die Bänder gestoppt werden, aber dass eine angelsächsische Investmentbutze nach dem nächsten richtigen Absturz auf Shoppingtour geht, eben nicht. Man sollte die aktuelle Situation als das betrachten was es ist, eine Gefahr für den Industriestandort Deutschland und dessen Lebensstandard. Volkswagen hat in China bereits zwei gigantische neue Werke gebaut, da könnte man doch direkt mal mit einem Neustart beginnen?!?

Man wird in jedem Fall versuchen, den “Markennamen” Made in Germany zu diskreditieren. “Cheated in Germany” könnte dann die Devise sein und das würde auch andere Wirtschaftszweige treffen. Den Zeitpunkt der Veröffentlichung halte ich zumindest nicht für einen Zufall.

Quelle: www.iknews.de

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