Warum steigen die Aktien immer noch?

Von 1. Juni 2014 Aktualisiert: 1. Juni 2014 11:54

Es war die Wall Street Legende Gerald Loeb, der als erster sagte: "Genau dann, wenn man den Schlüssel zum Markt findet, ändern sie die Schlösser." Im Jahr 2014 wurde das Schloss erneut geändert, und im Gegensatz zu herkömmlichen Investitionsweisheiten steigen die Aktien weiter.

Der Markt ist teuer, das Wachstum gering, Spekulation grassiert, die Lage der Fed spitzt sich zu, die jahreszeitlichen Rhythmen sind aus dem Ruder. Aber warum?

Es sieht so aus, als ob viele Unternehmen einen Sponsor gefunden hätten, einen großzügigen, der stets ihre Aktien zu jedwedem Preis sammelt und tiefe Taschen hat: Sie selbst!

Laut dem Marktforschungsunternehmen Capital IQ kauften allein im 1. Quartal viele von den S&P 500-Unternehmen ihre eigenen Aktien im Wert von 160 Milliarden Dollar zurück. Und obwohl Rückkäufe seit geraumer Zeit nichts Neues mehr am Markt sind, ist das Ausmaß beispiellos. Bei diesem Tempo wird das Jahr 2014 den Wert des zyklischen Bullenmarktes 2007 mit 560 Milliarden spielend überschreiten.

Durchschnitts-Analysen ziehen ebenfalls die Rückkäufe als treibende Kraft des Marktes nicht in Betracht, aber die 53 Milliarden Dollar, die monatlich im ersten Quartal ausgegeben wurden, sind mehr als die Fed für ihre quantitativen Lockerungen (QE) ausgab, Spekulanten an Geld geliehen haben, um Aktien zu kaufen, und Privatanleger in den Markt steckten.

[–Kein Wachstum–]

Im Allgemeinen ist es gut für die Unternehmen, Geld an die Aktionäre in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen zurückzugeben. Ähnlich wie bei allem anderen aber tauchen, sobald ein bestimmtes Extrem erreicht wird, Probleme auf.

Wenn das meiste Bargeld an die Aktionäre zurückgeht, bedeutet das, dass es für das Kapital keinen produktiveren Nutzen mehr hat. Normalerweise nutzen Unternehmen intern erwirtschafteten Cash (die beste Art der Finanzierung), um in neue Projekte zu investieren, um zu wachsen und noch mehr Geld in der Zukunft zu bekommen.

Wenn sie das Geld jetzt zurückgeben, bedeutet es, dass es nicht viele lebensfähige Projekte gibt, was düstere Aussichten für die Wirtschaft  bedeutet. Weniger Investitionen oder F&E-Ausgaben bedeuten: kein künftiges Wachstum. In der Regel passen diese Kriterien zu Betriebsmitteln mit niedrigem Wachstum und hohen Cash-Renditen. Sie werden mit sehr niedrigen Multiplikatoren gehandelt.

Dieses Mal sind es aber genau Wachstumsunternehmen wie Apple, IBM und Exxon, die die meisten Aktien zurückkaufen und in Betriebsmittel umwandeln. Das sind keine guten Nachrichten, weder für die Wirtschaft noch für den Markt, sowie Aktien, die lediglich ihren Cash-Flow weiterleiten und nicht wachsen, nicht mit zweistelligen Bewertungen gehandelt werden sollten.

Schulden

Das andere Problem sind Mittel, die Unternehmen nutzen, um Aktien zurückzukaufen. Da die Raten so niedrig sind, auch aus steuerlichen Gründen, leihen viele Unternehmen Geld, um eigene Aktien zurückzukaufen. Apple ist das Paradebeispiel – ‚Bargeld im Ausland gebunkert halten, Steuern und Finanzierung im Inland vermeiden, um Aktien zurückkaufen zu können‘.

Ja, die Unternehmen haben auch jede Menge Cash, aber die Nettoverschuldung ist Anfang 2014 auf Rekordniveau gestiegen. Die inflationsträchtige Fed-Politik bezahlt Unternehmen, um ihre Bilanzen mit wenig Risiko aufzupolieren, das heißt, bis sich die Politik ändert.

Führungskräfte wissen das, können aber entspannt bleiben, da ihre Vergütung nun weitgehend an die Entwicklung des Aktienkurses gebunden ist. Wenn sie Aktien kaufen, um die Preise hochzutreiben, sind alle glücklich, zumindest kurzfristig. (dk) 

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