Deutschland: Wirtschaftsforscher rechnen im dritten Quartal mit Rezession

Wirtschaftsforscher erwarten im dritten Quartal von August bis Ende September eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt werde auch im laufenden Quartal schrumpfen, und zwar um 0,3 Prozent, erklärte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). 
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Viele aufstrebende Länder weltweit hätten noch einen enormen Nachholbedarf. Daher hätten deutsche Maschinenbauer und Autohersteller große Exportchancen, so IfW-Präsident Gabriel Felbermayr.Foto: Gasturbinenfertigung / iStock
Epoch Times11. September 2019

Wirtschaftsforscher erwarten im dritten Quartal von August bis Ende September eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde auch im laufenden Quartal schrumpfen, und zwar um 0,3 Prozent, erklärte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Mittwoch. Nach dem Rückgang um 0,1 Prozent im zweiten Quartal sei die Definition einer technischen Rezession damit erfüllt. Da aber noch keine gesamtwirtschaftliche Unterauslastung der Kapazitäten vorliege, könne von einer Rezession im Sinne einer Konjunkturphase nicht gesprochen werden, betonte das Institut.

Das IfW rechnet für das Gesamtjahr mit einem BIP-Zuwachs von nur 0,4 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als bislang prognostiziert. Auch das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung senkte am Mittwoch seine Prognose von 0,8 auf 0,4 Prozent. Belastend für die deutschen Aussichten sind den Instituten zufolge vor allem die Handelskonflikte und der Brexit und die damit verbundene Unsicherheit. Besonders Investitionen und Exporte stünden unter Druck.

Im kommenden Jahr soll es laut den Wirtschaftsforschern wieder besser laufen. Das IfW rechnet mit einem BIP von 1,0 Prozent, das RWI mit 0,9 Prozent. Bautätigkeit und privater Konsum zeigten sich robust, erläuterte das RWI. Das IfW betonte, fast die Hälfte des erwarteten Zuwachses 2020 gehe auf die im Vergleich zum Durchschnitt höhere Zahl an Arbeitstagen zurück.

IfW-Präsident Gabriel Felbermayr erklärte, viele aufstrebende Länder weltweit hätten noch einen enormen Nachholbedarf. Das biete sehr große Exportchancen für deutsche Maschinenbauer und Autohersteller. Es gebe keinen Grund, die Exportorientierung der deutschen Wirtschaft in Frage zu stellen. (afp)



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