Wollseifer: Handwerker sind keine Buchhalter – Überbordende Bürokratie ist Betriebskiller

Epoch Times12. Februar 2020 Aktualisiert: 12. Februar 2020 8:08
Die Handwerksbetriebe ächzen unter immer mehr bürokratischen Vorschriften. Das gefährde auf Dauer sogar Betriebe - so stellt es der Zentralverband dar. Und hat zahlreiche Vorschläge.

Das Handwerk dringt bei der Bundesregierung vehement auf weniger Bürokratie in den Betrieben – damit könnten auch Wartezeiten für die Kundschaft verringert werden.

„Ständig neue Pflichten und Anforderungen machen dem Handwerk das Leben schwer“, sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer der Deutschen Presse-Agentur.

„Immer mehr Zeit verbringen Handwerkerinnen und Handwerker am Schreibtisch, statt in der Werkstatt oder beim Kunden zu sein. Nicht zuletzt liegt in diesen bürokratischen Bürden ein Grund für lange Wartezeiten.“ Handwerker hätten ihren Beruf nicht gelernt, um als „Buchhalter“ zu enden.

Kunden warten oft Wochen, bis ein Handwerker zu ihnen kommt. Dies liegt aber auch am Fachkräftemangel in bestimmten Berufen. Das Handwerk macht gute Geschäfte, viele Betriebe suchen nach Mitarbeitern und können nach Branchenaussagen nicht alle Aufträge annehmen.

Wollseifer hatte der dpa vor ein paar Wochen gesagt: „Leider kann ich bei den Wartezeiten auf einen Handwerker noch keine Entwarnung geben, die werden mittelfristig erst einmal nicht geringer.“ Es kämen nicht genügend Handwerker nach.

Deutsches Handwerk stellt Forderungen

Der Zentralverband des Deutschen Handwerk hat nun einen umfassenden Katalog zum Abbau von Bürokratie in den Unternehmen erarbeitet. Der Verband listete mehr als 50 Vorschläge auf. Die sollen vor allem kleine Betriebe zu entlasten.

Konkret schlägt der Verband zum Beispiel Ausnahmen von der Bonpflicht vor, außerdem sollten Dokumentationspflichten beim Mindestlohn verringert werden. Das Handwerk will zudem Erleichterungen bei Ausschreibungen und beim Datenschutz sowie längere Eichfristen.

Handwerksbetriebe bräuchten daneben zeitliche Freiräume, in denen sie nicht ad hoc auf gesetzliche Änderungen reagieren müssten. So sollten Gesetze einheitlich an einem von zwei Stichtagen im Jahr, etwa am 1. Januar und 1. August, in Kraft treten.

Weiter heißt es, neue Vorschriften überforderten die Betriebe häufig bei der Umsetzung oder seien zu unflexibel gestaltet, um unkompliziert angewendet zu werden.

Wollseifer sagte, die bürokratischen Vorgaben, Regelungen und Pflichten hätten ein „völlig übertriebenes Ausmaß“ angenommen. „Überbordende Bürokratie erweist sich immer häufiger als – um es ruhig drastisch zu formulieren – Betriebskiller. Wenn die Belastungen durch Bürokratie nicht deutlich zurückgefahren werden, werden wir gerade im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen künftig erhebliche Verluste haben.“ Die bürokratische Belastung schrecke auch viele junge Handwerker ab, sich selbstständig zu machen.

Es sei eine der drängendsten Aufgaben der Politik, Belastungen spürbar abzubauen. „Das, was bislang beim Bürokratieabbau gemacht wurde, kommt in der Praxis nicht an.“ Wollseifer machte deutlich, bisherige Maßnahmen reichten nicht aus.

Bundestag sowie Bundesrat hatten im vergangenen Jahr ein Paket für weniger Bürokratie beschlossen. Dieses sah etwa vor, dass die Krankmeldung auf Papier durch eine digitale Bescheinigung für den Arbeitgeber ersetzt wird.

Bei Hotelübernachtungen müssen Gäste künftig keine Meldescheine mehr auf Papier ausfüllen. Zuvor hatte bereits der Bundestag die Maßnahmen verabschiedet. Insgesamt ging es um Entlastungen von 1,1 Milliarden Euro. (dpa)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Eine Buchempfehlung vom Verlag der Epoch Times

Wer hat die Weltherrschaft? Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Immer klarer wird, dass die Geschichte der Menschheit nicht so ablief, wie sie heutzutage gelehrt wird. Das Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ gibt die lange gesuchten Antworten.

„Kapitalismus abschaffen“? „Wohnungsgesellschaften enteignen“? Familie auflösen? Keinen Wohlstand und keine Kinder mehr wegen des Klimas? Frühsexualisierung? Solche Gedanken sind in Politik, Medien und Kultur populärer denn je. Im Kern drücken sie genau das aus, was einst schon Karl Marx und seine Anhänger der gesamten Menschheit aufzwingen wollten.

Der Kommunismus hat im 20. Jahrhundert hunderte Millionen Menschen physisch vernichtet, heute zielt er auf ihre Seelen. Bei vielen Menschen blieb glücklicherweise die der menschlichen Natur innewohnende Güte erhalten – was den Menschen die Chance gibt, sich vom Einfluss des „Gespenst des Kommunismus“ zu befreien.

Hier weitere Informationen und Leseproben.

ISBN Band 1: 978-3-9810462-1-2, Band 2: 978-3-9810462-2-9, Band 3: 978-3-9810462-3-6, Drei Bände 1-3: 978-3-9810462-6-7. Einzeln kostet jeder Band 19,90 Euro (zzgl. 2,70 Euro Versandkosten), alle drei Bände gemeinsam sind im Moment noch zum Sonderpreis von 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands) zu erwerben. Das Buch hat insgesamt 1008 Seiten und über 1200 Stichworte im Indexverzeichnis.

Bestellmöglichkeiten: Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich in unserem neuen Online-Buch-Shop, bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Das Buch gibt es auch als E-Book und als Hörbuch

Das E-Book gibt es in den Formaten PDF, EPUB oder MOBI. Das Hörbuch bieten wir im MP3-Format zum Download an. Einzeln kostet jeder Band 17,90 Euro, alle drei Bände sind im Moment noch zum Sonderpreis von 43,00 Euro zu erwerben. E-Books und Hörbücher sind in unserem neuen Online-Buch-Shop oder direkt beim Verlag der Epoch Times bestellbar – Tel: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]