Die USA sind bereit, Ölreserven freizugeben.Foto: Sebastian Widmann/Archiv/dpa

Saudi-Arabien: Herzstück der Ölindustrie angegriffen – Produktion halbiert – USA bereit, Ölreserven freizugeben

Epoch Times14. September 2019 Aktualisiert: 16. September 2019 15:47
Die USA sind bereit, bei Engpässen Ölreserven freizugeben, die durch die Angriffe auf die größte Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco entstehen könnten. Die Ölproduktion musste um die Hälfte reduziert werden. Die Brände in den Anlagen seien unter Kontrolle, meldete Riad.

Nach den Angriffen auf das „Herzstück“ der Öl-Industrie von Saudi-Arabien sind die USA im Fall von Engpässen zur Freigabe von Ölreserven bereit, teilt das US-Energieministerium mit. Der Anschlag auf die Einrichtungen des Staatskonzerns Aramco in Abkaik und Churais durch Huthi-Rebellen mittels Drohnen schürt Sorgen über einen Anstieg des Ölpreises.

Mit der Freigabe der Ölreserven könnte möglichen Störungen der Ölmärkte entgegengewirkt werden, teilte eine Sprecherin des US-Energieministeriums mit. Der zuständige Energieminister, Rick Perry, wies sein Ministerium an, in dieser Hinsicht mit der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris zusammenzuarbeiten.

Die IEA verfolgt die Situation in Saudi-Arabien aufmerksam, teilte die Institution mit. Vorerst seien die Märkte noch gut versorgt. „Wir stehen in Kontakt mit den saudischen Behörden sowie mit den wichtigsten Produzenten- und Verbrauchernationen.“

Zwei Öl-Anlagen in Saudi-Arabien wurden am 14. September von Drohnen attackiert, es brachen nach den Angriffen am frühen Samstagmorgen Feuer aus. Die Brände seien inzwischen unter Kontrolle. Zu den Anschlägen im Osten des Königreichs bekannten sich die schiitischen Huthi-Rebellen aus dem Nachbarland Jemen.

Ölproduktion um die Hälfte reduziert

Wie die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ meldet, musste die Ölproduktion um die Hälfte reduziert werden. Normalerweise können in Abkaik bis zu sieben Millionen Barrell Rohöl verarbeitet werden. „Abkaik ist das Herzstück des Systems und sie hatten gerade einen Herzinfarkt“, sagte Roger Diwan, OPEC-Beobachter beim Berater IHS Markit, „Bloomberg“. „Wir wissen nur nicht, wie schwer es ist.“

Damit könnte der Angriff auch Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt haben. Saudi Aramco ist der größte erdölfördernde Konzern der Welt und fördert täglich (Stand 2016) 10,2 Millionen Barrel Rohöl.

In einer Erklärung des Huthi-Fernsehsenders al-Massirah wurde über „eine große Operation gegen Raffinerien in Abkaik und Churais“ gesprochen. In den vergangenen Monaten hatten die Huthis, die von Riads Erzfeind Iran unterstützt werden, mehrfach Ziele in Saudi-Arabien attackiert.

„Um 04.00 Uhr (01.00 MESZ) griffen die Sicherheitsteams von Aramco ein, um Brände in zwei Einrichtungen zu löschen“, hieß es aus dem saudiarabischen Innenministerium. Aussagen über Opfer oder Schäden machten die Behörden nicht. Sie erhöhten die Sicherheit um die beiden betroffenen Standorte.

UN-Sondergesandter besorgt über Drohnen-Attacken

Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, hat sich „äußerst besorgt“ über die Drohnenangriffe der dortigen Huthi-Rebellen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien geäußert. Auch die „militärische Eskalation“ sei sehr „besorgniserregend“, erklärte Griffiths am Samstag.

Bereits im August reklamierten die Huthis einen Drohnen-Angriff auf ein Ölfeld im Osten Saudi-Arabiens für sich. Bereits Mitte Mai hatten die Rebellen nach eigenen Angaben zwei Ölpumpstationen in der Nähe von Riad mit Drohnen attackiert. Aramco setzte daraufhin aus Sicherheitsgründen vorübergehend den Betrieb seiner Ost-West-Pipeline aus.

Die Drohnen-Angriffe erfolgten zwei Tage nach Sabotageakten gegen zwei Öltanker aus Saudi-Arabien. Die Vorfälle verschärften die Spannungen in der Golfregion.

Die Huthis bezeichneten damals ihre Angriffe als Vergeltung für den von Riad angeführten Militäreinsatz im Jemen. Dort herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht.

Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits zehntausende Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. 3,3 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben, 24 Millionen Menschen aus dem Jemen sind auf Hilfslieferungen angewiesen. Die UNO spricht von der schlimmsten humanitären Krise weltweit.

Die immer häufiger stattfindenden Angriffe der Huthi-Rebellen zeigen, dass sie über fortschrittliche Waffen verfügen und damit eine ernsthafte Bedrohung für Saudi-Arabien und seine Ölanlagen darstellen.

Am Standort Abkaik befindet sich die größte Ölaufbereitungsanlage des Unternehmens Saudi Aramco, das seinen Hauptsitz in der Stadt Dahran, 60 Kilometer südöstlich hat. In Churais liegt eines der Hauptölfelder des staatlichen Unternehmens, das sich auf seinen Börsengang vorbereitet. Dieser war ursprünglich für 2018 geplant, wurde aber aufgrund des Rückgangs der Rohölpreise auf dem Weltmarkt verschoben. (afp/ks)

 


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion