INSOLVENZ – keine Lösung haben?

Von 24. April 2012 Aktualisiert: 24. April 2012 19:35
Die Etymosophie-Kolumne von Roland R. Ropers erscheint wöchentlich exklusiv in der EPOCH TIMES Deutschland.

Täglich werden wir mit einer Fülle von Aufgaben und Problemen konfrontiert, für die wir ständig Lösungen suchen. Im Englischen wird häufig gesagt: There are no problems but only solutions.

Erlösung hat mit Befreiung und Heil (Rettung) zu tun. Nicht nur Probleme (griechisch „próblema“: das Vorgelegte) bedürfen der (Er-)Lösung, sondern auch die unzähligen Beschwerden und Krankheiten.

Eine Resolution ist stets die Rückkehr zur Lösung. Im Christentum wird Jesus Christus als Erlöser bezeichnet – lat.: salvator, engl.: saviour. Die Erlösung – lat.: salvatio, engl.: salvation.

„Sprich nur ein Wort, dann wird meine Seele gesund!”, das sagen die sonntäglichen Kirchenbesucher vor dem Empfang der heiligen Kommunion und kennen das erlösende Wort überhaupt nicht.

Im Vaterunser richten die Betenden ihre Bitte an Gott: „Erlöse uns von dem Bösen!“ „Libera nos a malo!“ Hier geht es um Liberation, um Befreiung. Jeder spirituelle Weg ist ein Pfad zur Befreiung und nicht ein Instrument für eine dogmatische Glaubenshörigkeit.

Die lateinischen Verben salvare (erlösen, erretten) und solvere (lösen) hängen eng miteinander zusammen. Das Heil – lat.: sowohl salvatio wie salus – hat natürlich auch mit Heiligsein und Ganzsein zu tun, lat.: sacer und sanctus, engl: holy, saintly, wholy. Die Gesundheit, lat.: sanitas, beinhaltet das heilige Ganzsein. Der Heilige (saint), der Ganzheitliche (whole being) ist gesund, lebt in seiner Mitte (lat.: medium). Das Mittel der Erlösung, um in die Mitte zurückzukommen, nennt man Remedium (Heilmittel), engl.: remedy – die Rückkehr zur Mitte, zum Zentrum.

Ob Medizin, ob Meditation, ob Tätigkeit eines Mediums – alles hat mit Mitte zu tun. Ein Vermittler schafft Mitte, Balance.

Im 71. Kapitel des „Tao Te King“ von Lao Tse lesen wir:

„Unwissenheit zu kennen, gilt als Stärke. Wissen nicht zu kennen gilt als Krankheit. Wenn man an dieser Krankheit erkrankt, ist man nicht krank. Der Weise ist nicht krank, weil er an dieser Krankheit erkrankt ist. Daher ist er nicht schwach.“

Das erlösende Moment liegt in der Wiederherstellung der ursprünglichen Mitte und Zentriertheit, die Rückkehr von der Peripherie der Sensationen an den Ort der Quelle, des Ur-Seins.

Wer keine Lösung hat, ist insolvent. Darum benötigen wir statt Insolvenzberatern wirkliche Solvenzfachleute.



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