Foto: The Epoch Times

Bienenbestand weltweit geschrumpft

Von 12. Januar 2010 Aktualisiert: 12. Januar 2010 11:05

Seit 2006 brachen laut Berichten in den USA und Europa wegen des plötzlichen Todes von 50 Prozent der Arbeitsbienen einige Honigbienen-Kolonien zusammen. Tjeerd Blacquiere, Entomologe bei der Internationalen Pflanzenforschung (Plant Research International; PRI) und selber Bienenhalter, diskutierte mit der Epoch Times die möglichen Ursachen dieses Phänomens, das als Kolonienkollapsstörung (Colony Collapse Disorder; CCD) bezeichnet wird.

Laut Blacquiere könnte CCD durch die Ausweitung der Landwirtschaft verursacht worden sein. Anstelle der kleinen Obst- und Gemüseflächen, die vor einigen Jahrzehnten noch gepflanzt wurden, gibt es jetzt Mais-, Getreide- und Rapsfelder, die weniger nahrhaft für die Bienen sind. Die Bienen sind geschwächt, weil sie zu wenig hochwertige sowie einfach zu beschaffende Nahrung bekommen.

Bienen verschiedenen Alters verrichten unterschiedliche Aufgaben für die Kolonie. Ältere Bienen fliegen zur Honigsuche aus, während sich jüngere Bienen um die Brut kümmern. Jüngere Bienen bekommen deshalb gehaltvollere Nahrung. Wenn sie nicht gut ernährt sind, heißt das, dass sie als alte Bienen betrachtet werden und beginnen, sich wie alte Bienen zu verhalten.

Wenn also die Feldfrüchte an ihrem Standort weniger nahrhaft sind, verhalten sich viele Bienen wie alte Bienen, dadurch verbleiben weniger Bienen zur Pflege der Brut. Da Arbeitsbienen im Sommer kaum länger als zwei Monate leben, kann eine Kolonie innerhalb weniger Wochen zusammenbrechen.

Parasiten wie der Pilz Nosema ceranae und die Varromilbe können ebenfalls CCD verursachen. Sie sind beide weitverbreitet und können Bienen in großem Umfang schwächen. Besonders gefährlich ist die Varromilbe, die auch Viren überträgt, sie wird oft mit dem Verschwinden von Bienen in Verbindung gebracht.

In den USA ziehen sehr viele Bienenhalter zum Frühlingsbeginn in die Regionen Kaliforniens, wo hauptsächlich Mandelbäume blühen. Mandelbäume sind für Bienen arbeitsintensiv in der Beschaffung von Blütenstaub. Ihr Immunsystem wird dadurch geschwächt, deshalb gelten sie als weniger nahrhaft. Dies könnte dazu führen, dass sich junge Bienen wie alte verhalten, wodurch weniger Bienen für die Brutpflege zur Verfügung stehen. Wenn so viele Bienen so dicht zusammenleben, werden sie benachbarte Bienenstöcke aufsuchen, wodurch die Übertragung von Krankheiten und Parasiten gefördert würde.

Viele glauben, dass Pestizide, besonders Neonikotine, Bienen töten können. Aber Blacquiere sagt, dass gemäß groß angelegten Untersuchungen in den USA, Deutschland und Frankreich keine Zusammenhänge zwischen der Nutzung von Neonikotinen und dem Tod von Bienen festzustellen waren. Bienen bestäuben aber ungern die Blüten in Gewächshäusern, in denen Neonikotine verwendet werden.

Blacquiere sagte auch,  ihm sei nichts von Forschungen bekannt, die die öffentliche Meinung stützen würden, dass die Strahlung von Mobilfunkmasten einen negativen Effekt auf Bienen hätte.

Originalartikel auf Englisch: ‚Bee-ing‘ in a Complex World

Foto: The Epoch Times



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion