Rök-Wikinger-Runenstein deutet auf Furcht vor kaltem Klima hin

Epoch Times8. Januar 2020 Aktualisiert: 8. Januar 2020 21:31
Ausgangs des 9. Jahrhunderts deutete viel auf eine kommende Klimakatastrophe hin. Doch gefürchtet wurde nicht eine Erwärmung, sondern eine dramatische Abkühlung. Diese brachte immer schon Hunger und Krankheiten mit sich, wogegen wärmeres Klima für genügend Nahrung und verbreiteten Wohlstand sorgte.

Der bekannte Runenstein von Rök in Schweden könnte neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge aus Furcht vor einer Klimakatastrophe errichtet worden sein. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie schwedischer Forscher hervor. Der Runenstein von Rök wurde im neunten Jahrhundert von Wikingern nahe dem Vätternsee in Südschweden errichtet. Er weist mit mehr als 700 Runen auf seinen fünf Seiten die längste bekannte Runen-Inschrift auf.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass er im Gedenken an einen toten Sohn errichtet wurde. Die genaue Bedeutung konnte jedoch bis heute nicht entziffert werden, da Teile der Inschrift fehlen und zudem verschiedene Runen-Alphabete verwendet wurden. Einige Wissenschaftler glauben, dass auf dem Stein von Theoderich dem Großen die Rede ist, der im sechsten Jahrhundert im Ostgotenreich, dem heutigen Italien, herrschte.

Das Licht gegen die Finsternis – Wärme und Wohlstand gegen Kälte und Hunger

Nun haben Forscher verschiedener Disziplinen an drei schwedischen Universitäten eine neue Deutung vorgelegt. Sie vermuten, dass der Verfasser den Tod seines Sohnes in einen größeren Zusammenhang stellte und sich auf die Gefahr einer erneuten extremen Kälteperiode bezieht, ähnlich der dramatischen Klimaveränderung im Jahr 536 nach Christus. Damals kam es mutmaßlich in Folge mehrerer Vulkanausbrüche zu einem drastischen Temperatursturz, Missernten und Hungersnöten. Schätzungen zufolge starb rund die Hälfte der Bevölkerung auf der skandinavischen Halbinsel.

Die Erinnerung an dieses einschneidende Ereignis könnte den Forschern zufolge von Generation zu Generation weitergegeben worden sein und Eingang in die Mythologie gefunden haben. Bei den auf dem Stein erwähnten Schlachten könnte es sich nicht um tatsächliche Kampfhandlungen, sondern den „Konflikt zwischen Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte, Leben und Tod“ handeln, schreiben die Wissenschaftler.

Im neunten Jahrhundert habe es zudem eine Reihe von Ereignissen gegeben, die auf den Verfasser „äußerst bedrohlich gewirkt“ haben könnten. „Ein starker Sonnensturm färbte den Himmel in dramatischen Rottönen, die Ernte litt unter einem extrem kalten Sommer, und später gab es eine Sonnenfinsternis“, erklärte Bo Graslund, Professor für Archäologie an der Universität Uppsala. Dies könnte die Angst vor einem sogenannten Fimbulwinter geweckt haben. Der Fimbulwinter bezeichnet in der nordischen Mythologie eine Eiszeit mit drei strengen Wintern, die Ragnarök, den Untergang der Götter, einleitet. (afp)

 

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