Der ungekrönte König der Schmetterlinge

Epoch Times14. April 2020 Aktualisiert: 14. April 2020 15:12
Experten sind sich einig: Der "Trauermantel" gehört zu den prächtigsten Schmetterlingen in Deutschland. Jedoch verschwindet dieser Edelfalter immer mehr aus der Landschaft.

In Großbritannien wird er „Camberwell Beauty“ genannt, in Deutschland kennt man die Schmetterlingsart „Nymphalis antiopa“ unter dem Namen „Trauermantel“. Dieser Schmetterling ist einer der größten Tagfalter in Deutschland, die Art ist bemerkenswert: Seine dunklen, schokoladenbraunen, samtweichen Flügel schließen mit einem blassgelben Rand ab.

Der bis zu siebeneinhalb Zentimeter große „Trauermantel“ gehört zur Familie der „Edelfalter“. Ähnlich einem Fingerabdruck sind bei jedem „Trauermantel“ die blauen Farbkomponenten in Größe und Intensität leicht unterschiedlich.

Bestände der Schmetterlinge gehen zurück

Eine bayerische Studie legt nahe, dass die einst üppig im Waldbild auftauchenden Schmetterlinge langsam verschwinden. Wissenschaftler der Zoologischen Staatssammlung München legten nahe, dass in den vergangenen 50 Jahren die Bestände verschiedener Arten um bis zu 90, manchmal sogar 99 Prozent zurückgegangen sind.

„Für andere Bundesländer sieht es nicht besser aus. Die Roten Listen werden immer länger und immer mehr Arten sind sogar vom Aussterben bedroht“, führt Dr. Hannes Petrischak, Biologe der Heinz Sielmann Stiftung, aus. Noch in den 1990er Jahren war der „Trauermantel“ in Deutschlands Wäldern weit verbreitet.

Lebensräume verschwinden

Der Grund für die schwache Population ist, dass der „Trauermantel“ in jedem Lebensstadium, als Raupe, Puppe und ausgewachsener Schmetterling, unterschiedliche spezielle Lebensbedingungen benötigt.

Die Raupen des „Trauermantels“ fressen beispielsweise an Weiden, in manchen Regionen auch gern an Birken. Da Weiden und Birken oft abgeholzt werden, fehlt den Raupen die Nahrungsgrundlage. Bei Flussauen und Waldwegen fehlen lichte Strukturen mit entsprechenden Bäumen und Büschen zur Eiablage.

Eine Nahrungsalternative für die Edelfalter wären Fallobst oder Pflanzensaft. Wildobst oder alte Baumbestände findet man allerdings nicht mehr allzu oft. Höhlen und Risse in den Bäumen fehlen, somit fehlen auch mancherorts die Winterquartiere. Der Trauermantel benötigt kalte Winter und tritt daher vorwiegend im östlichen Teil und in den Mittelgebirgen Deutschlands in Erscheinung.

Naturnahe Gärten oder Stadtplätze sind für Schmetterlinge wertvolle Rückzugsorte. Vor allem ein der Natur angepasster Garten ist für die Raupen ein willkommener Futterplatz. Als Beispiele seien hier Brennnesseln für „Tagpfauenaugen“ oder Dill und Petersilie für den „Schwalbenschwanz“ genannt. Hauswände oder Dachstühle können ideale Winterquartiere sein. (cs, mit Material von PR4YOU)

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