Feuerwerksraketen explodieren zwischen Wohnhäusern. In diesem Jahr wurde erneut ein Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper erlassen.Foto: Matthias Balk/dpa/dpa

Feuerwerk-Absage: Jahres-Feinstaubbelastung kaum verändert

Epoch Times29. Dezember 2021 Aktualisiert: 29. Dezember 2021 16:47
Zu viel Krach, Explosionsgefahren und Feinstaubbelastung - das sind die Argumente der Gegner des Silvesterfeuerwerks, das dieses Jahr wegen Corona weitgehend ausfällt. Für die Umwelt ist der Effekt aber sehr klein.

Der Ausfall des privaten Silvesterfeuerwerks wegen der Corona-Pandemie ist nach Einschätzung des Umweltbundesamtes für die mittelfristige Schadstoffbelastung in der Luft kein entscheidender Faktor.

In der Silvesternacht sei allerdings mit deutlich weniger Feinstaub und besserer Luft zu rechnen als bei früheren Jahreswechseln, so das Umweltbundesamt.

Für die Umwelt insgesamt sei Silvesterfeuerwerk nicht zwingend ein großes Problem, sagte ein Sprecher. „Im Vergleich zur ganzjährigen Belastung ist das nicht so relevant.“ In den Stunden nach Mitternacht könne sehr viel Feinstaub in der Luft verteilt sein, später nehme die Belastung wieder ab. Wie schnell das gehe, hänge vom Wetter ab: Bei etwas Wind seien die Rückstände des Feuerwerks schnell verteilt und weggeweht.

Eine sogenannte Inversionswetterlage mit einer unbeweglichen Kaltluftschicht am Boden und ohne Wind könne aber zu stundenlangen Feinstaubbelastungen besonders in den Städten führen, sagte der Sprecher. Der einzelne Mensch könne sich dem aber gut entziehen, in dem er in der Silvesternacht weitgehend im Haus bleibe.

Das Umweltbundesamt fordere daher auch kein grundsätzliches Verbot von Silvesterfeuerwerk. Eine Einschränkung etwa auf große Feuerwerke auf zentralen Plätzen statt der vielen privaten Böllerei sei aber eine Möglichkeit, Feinstaub, Lärm und Müll durch Raketen und Knaller einzudämmen.

Wegen der Corona-Pandemie wurde in diesem Jahr erneut ein Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper erlassen. Manche Umweltinitiativen fordern seit langem, privates und öffentliches Feuerwerk grundsätzlich zu untersagen. Verbände des Feuerwerkshandels und Initiativen von Pyrotechnikern weisen darauf hin, dass es sich nur um eine jährlich einmalige Belastung der Luft handelt und die Auswirkungen nicht so dramatisch seien.

Feuerwerksqualm besteht zu großen Teilen aus Feinstaub. Das sind winzige Staubteilchen, die nur Bruchteile eines Millimeters groß und für das menschliche Auge nicht sichtbar sind, aber der Gesundheit schaden können, wie das Umweltbundesamt in einer Broschüre schreibt.

Durch Feuerwerk wurden jedes Jahr rund 2050 Tonnen Feinstaub freigesetzt, 1500 Tonnen (75 Prozent) davon in der Silvesternacht. Die Menge entspricht etwa einem Prozent der insgesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland im Jahr. Die Belastung in der Nacht war also deutlich höher als an normalen Tagen, aber verändert den Jahreswert nur minimal.

Wie viel das Wetter ausmachte, erklärt das Umweltbundesamt in Vergleichsdarstellungen der vergangenen Jahre. 2018 und 2019 war demnach die Feinstaub-Belastung am jeweiligen Neujahrstag kaum erhöht, weil es windig war. Von 2015 bis 2017 wurde an Neujahr hingegen an der Hälfte der deutschen Messstationen im Tagesdurchschnitt ein Grenzwert überschritten, der laut EU nur 35 Mal im Jahr überschritten werden sollte.

Das Fazit des Umweltbundesamtes lautet: „Traditionen und Bräuche sind Teil unseres Lebens und sollen dies auch bleiben.“ Zwar sei über akute Wirkungen einer kurzen hohen Feinstaubbelastung an Silvester wesentlich weniger bekannt als über lange Zeit erhöhte Werte. Klar sei aber: Die Reduzierung und Vermeidung von Feinstaub sei für die Gesundheit sinnvoll. Jeder könne sein privates Feuerwerk reduzieren oder darauf verzichten. (dpa)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion