Künstlich erzeugtes Plasma (Bild) erreichte in einem Strahltriebwerk-Prototyp eine vergleichbare Schubleistung wie herkömmliche Flugzeugtriebwerke. (Symbolbild)Foto: iStock

„Heiße Luft“: Plasma-Triebwerk lässt 1kg Stahlkugel fliegen

Epoch Times6. Mai 2020 Aktualisiert: 6. Mai 2020 14:45
Mit wortwörtlich heißer Luft ist es Forschern gelungen, eine ein Kilogramm schwere Stahlkugel anzuheben. Der kleine Prototyp eines Plasmastrahltriebwerks erreicht dabei vergleichbare Leistungen wie das Triebwerk eines Verkehrsflugzeugs, benötigt jedoch lediglich Luft und Elektrizität.

Seit Jahren forschen Wissenschaftler an innovativen Antrieben für die Luft- und Raumfahrt. Einen vielversprechenden Ansatz demonstrierten Forscher nun in einer Veröffentlichung des Amerikanischen Instituts für Physik. Ihr Plasma-Triebwerk funktioniert wie ein konventionelles Strahltriebwerk, benötigt als „Brennstoff“ jedoch lediglich heiße Luft, die mittels einer Mikrowellenquelle ionisiert wird.

„Bei unserer Konstruktion besteht keine Notwendigkeit für fossile Brennstoffe“, erklärt Studienautor Jau Tang. Die Forscher erzeugten einen Plasmastrahl, indem sie Luft auf hohe Drücke verdichteten und mit Hilfe einer Mikrowelle den unter Druck stehenden Luftstrom ionisierten.

Neben fest, flüssig und gasförmig ist Plasma der vierte Aggregatzustand der Materie, bestehend aus einem Aggregat geladener Ionen. Es existiert natürlich an Orten wie der Sonnenoberfläche und den Blitzen auf der Erde, kann aber auch erzeugt werden.

Plasma-Antrieb erreicht vergleichbare Leistung eines Flugzeug-Triebwerks

Dieser Antrieb unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von früheren Entwicklungen. Der Prototyp erzeugt das Hochtemperatur-Hochdruckplasma an Ort und Stelle nur mit eingeblasener Luft und Elektrizität. Andere Plasmastrahltriebwerke, wie das der „Dawn“-Sonde der NASA, verwenden Xenon-Plasma. Aufgrund der geringen Leistung und der Reibung der Erdatmosphäre ist dieses Triebwerk jedoch nicht für den irdischen Luftverkehr geeignet.

In einer Ionisationskammer erzeugen Mikrowellen einen Plasmastrahl aus erhitzter, verdichteter Luft. Der entsprechende Schubdruck ist maßstabsgetreu vergleichbar mit dem eines Strahltriebwerks eines Verkehrsflugzeugs und kann bereits in diesem Stadium eine ein Kilogramm schwere Stahlkugel schweben lassen.

„Unsere Ergebnisse zeigten, dass ein solches auf Mikrowellen-Luftplasma basierendes Düsentriebwerk eine potenziell brauchbare Alternative zum herkömmlichen Düsentriebwerk mit fossilen Brennstoffen sein kann“, sagte Tang.

Nächstes Ziel sei daher die Verbesserung des Wirkungsgrades, um schließlich den Antrieb auf die Größe und Leistung eines vollwertigen Triebwerks zu skalieren. (ts)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion