Jurassic Park in China – Paläontologen machen eine unglaubliche Entdeckung

Epoch Times2. December 2017 Aktualisiert: 2. Dezember 2017 13:38
Im Nordwesten Chinas haben Paläontologen die größte bekannte Ansammlung von Flugsaurier-Eiern entdeckt. In einem rund 120 Millionen Jahren alten Steinblock waren neben Pterosaurierknochen mehr als 200 Eier konserviert. In einigen von Ihnen lagen sogar Überreste von Embryonen.

Die Pterosaurier waren die urzeitlichen Herrscher der Lüfte. Sie hatten eine Flügelspannweite von bis zu zwölf Metern, was in etwa einer 3-spurigen Autobahn entspricht. Diese Flugsaurier beherrschten seit der späten Trias bis zum Ende der Kreidezeit, vor rund 220 Millionen Jahren, den Himmel.

Doch über ihre Fortpflanzung und ihre Embryonalentwicklung war bisher nur wenig bekannt. Bislang standen den Experten zu wenig gut erhaltene Eier und Embryos dieser Flugsaurier zur Verfügung. Das erste nicht komplett platt gedrückte Ei entdeckten Paläontologen 2014 in einem Pterosaurier-Massengrab in China.

Gut 200 Eier auf einen Streich

Jetzt haben Xiaolin Wang von der chinesischen Akademie der Wissenschaften und sein Team weitere Eier entdeckt. Ganz in der Nähe der bereits bekannten Fundstelle stießen sie auf einen gut drei Kubikmeter großen Sandsteinblock, der unzählige Fossilien enthielt.

Nach näherer Untersuchung konnten die Knochen und Eier dem Hamipterus tianshanensis, einer Pterosaurier-Art, zugeordnet werden.

In dem Steinblock waren dicht an dicht mehr als 200 Eier dieser Saurierart konserviert. Die Eier waren relativ klein und hatten nur eine Länge von 6 bis 8 Zentimetern. Viele von ihnen blieben noch in ihrer dreidimensionalen Struktur erhalten. Laut Forschern ist es der mit Abstand umfangreichste Fund von Flugsaurier-Eiern und somit einmaligen Glücksfall.

Die Studie wurde am 30. November 2017 in der Zeitschrift Science online veröffentlicht.

Gemeinsames Brüten, lange Brutzeit

„Die große Zahl der Eier deutet darauf hin, dass sie ursprünglich zu mehreren Gelegen gehörten und somit in Kolonien brüteten“, berichten Wang und seine Kollegen. Sie vermuten, dass ein Sturm die einst in Ufernähe liegenden Nester zerstörte und die Eier an dieser Stelle zusammenspülte. Dafür sprechen unter anderem die chaotische Anordnung der Eier und Knochen sowie die Schäden an den Fossilien.

Trotz all der Zeit waren 16 der über 200 Eier noch so gut erhalten, dass in ihrem Inneren Teile der Embryos zu erkennen sind. Die computertomografischen Untersuchungen enthüllten, dass die Jungtiere bei ihrem Tod unterschiedlich weit entwickelt waren. Der älteste noch nicht geschlüpfte Flugsaurier könnte bereits zwei Jahre alt gewesen sein, was auf eine extrem lange Brutzeit hindeuten würde.

Die fossilen Embryos geben auch erste Aufschlüsse darüber, mit welchem Entwicklungsgrad die Pterosaurier aus dem Ei schlüpften. Die Schädeldecke sei nach dem Schlüpfen noch sehr weich gewesen und erst teilweise verknöchert. Auch ihre Zähne entwickelten sich offenbar erst nach dem Verlassen des Eis. Laut den Forschern wurden bei keinen der Embryos Zähne gefunden.

Des Weiteren konnten die Forscher eine Aussage über die Flugfähigkeit der Jungtiere treffen. „Knochen, die mit dem Fliegen in Verbindung stehen, waren weniger entwickelt oder verknöchert als Knochen des Hintergliedes. Das alles deutet darauf hin, dass die jungen Saurier zwar laufen, aber nicht fliegen können“, sagte Alexander Kellner, ein Paläontologe am Nationalmuseum von Brasilien gegenüber der Live Science.

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