Stark beschädigte Brücke bei Nürnberg im August 2019. Ähnliche Schäden hätte ein Erdbeben der Stärke 6,5, "das durchaus im Rahmen des Möglichen sei."Foto: iStock

Köln: Erdbeben mit einer Stärke von 6,5 liegen durchaus im Möglichen

Von 4. Dezember 2020 Aktualisiert: 4. Dezember 2020 16:53
Was passiert, wenn es in der Nähe einer deutschen Großstadt – beispielsweise Köln – ein schweres Erdbeben gibt? Mit diesem Szenario befasst sich die "Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2019". Forscher listen darin auf, welche Auswirkungen bei solch starken Bodenbewegungen zu erwarten sind.

Was Deutsche meist nur von Fernsehbildern und Medienberichten aus anderen Ländern kennen, könnte auch bei uns passieren. Ein starkes Erdbeben beispielsweise in der Nähe der Millionenstadt Köln hätte weitreichende Folgen: Erschütterungen des Bodens, beschädigte und zerstörte Häuser, blockierte Straßen, viele Verletzte und Tote. Die Ergebnisse der „Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2019“ liegen als Drucksache 19/23825 auch dem Deutschen Bundestag vor.

Um mögliche Schäden zu bewerten, hat das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) neue geophysikalische Modelle für die Niederrheinische Bucht entwickelt. Diese beinhalten sowohl oberflächennahe Schichten als auch Bodenbewegungen. Außerdem erstellten die Forscher ein „Gebäude-für-Gebäude“-Modell der Stadt, um die Anzahl und Anfälligkeit der Gebäude quantifizieren zu können, die von dem Erdbeben betroffen sein könnten.

Erdbeben mit einer Stärke von 6,5 liegen „durchaus im Möglichen“

Ein Erdbeben in der Niederrheinischen Bucht mit einer Stärke von 6,5, wie es für das zugrundeliegende Szenario angenommen wurde, liegt durchaus im Bereich des Möglichen.

Statistische Analysen zeigen, dass in der Niederrheinischen Bucht etwa alle hundert bis dreihundert Jahre mit einem Beben der Stärke 5,5 zu rechnen ist. Mit einem Beben der Stärke 6,5 ist etwa alle 1.000 bis 3.000 Jahre zu rechnen“, sagte Gottfried Grünthal, GFZ-Experte für historische Erdbeben.

Marco Pilz, Wissenschaftler für Erdbebengefährdung und dynamische Risiken, beschreibt die fiktive Ausgangssituation: „In einer Tiefe von nur wenigen Kilometern kommt es in der Niederrheinischen Bucht am Erftsprung (siehe Grafik) zu einem tektonischen Bruch. Nur Sekunden später erreichen die Erdbebenwellen die Oberfläche und die nahegelegene Stadt Köln.“

Weiter sagte Pilz: „Der Untergrund beginnt zu wackeln, Gebäude knarzen und stürzen teilweise ein, Straßen werden durch herabfallende Trümmer blockiert. Eine gute Kenntnis der lokalen Untergrundbedingungen hat uns gezeigt, dass diese unbedingt für eine genaue Modellierung der Erschütterungen berücksichtigt werden müssen.“

Letztendlich könne man im Ernstfall nur gemeinsam helfen

Darauf aufbauend erstellten die Forscher eine gebäudebezogene Schadensbewertung. Dabei sei mit großen Auswirkungen in der Stadt Köln zu rechnen. Cecilia Nievas, Wissenschaftlerin aus Pilzs Arbeitsgruppe, erklärt: „Gebäude mit älterer Bausubstanz werden voraussichtlich besonders betroffen sein […] Von geschätzten 170.000 Wohngebäuden in der Stadt könnten [demzufolge] mehr als 10.000 mäßige bis schwere Gebäudeschäden erleiden.“

Die weiteren Auswirkungen beispielsweise auf Versorgungseinrichtungen seien schwieriger zu beurteilen und benötigten detaillierte Untersuchungen. Die wichtigen Fragen sind unter anderem: Wie viele Krankenhäuser sind betroffen? Welche Kapazitäten für die Behandlung der Verletzten verbleiben? Und wie gut dringt die Notfallversorgung in die betroffenen Regionen vor?

Das zu beantworten, sei nur gemeinsam möglich. Pilz lobte in diesem Zusammenhang die Kooperation mit „Bundes- und Landesbehörden, der Bezirksregierung, den betroffenen Kreisen, den Städten und, wenn man so will, den ‚Betroffenen‘ wie Feuerwehr, THW, Eisenbahnen und Energieversorger.“ Alle haben zusammengearbeitet.

Abteilungsleiter Fabrice Cotton fügte hinzu: „Die Ausarbeitung solcher Szenarien ist wichtig, denn sie liefern ein wirksames Instrument für den Dialog mit den Behörden und für das Verständnis ihrer Bedürfnisse bei der Planung von Hilfsmaßnahmen.“ Letztendlich könne man im Ernstfall auch nur gemeinsam helfen.

(Mit Material des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ))

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