Männerskelett in Pompeji ausgegraben

Epoch Times2. Juni 2018 Aktualisiert: 2. Juni 2018 8:15
Während die Stadt um ihn herum in Aschenwolken und Steinhagel unterging, versuchte ein Mann in letzter Minute die Flucht. Knapp zweitausend Jahre später ist nun das Skelett dieses Mannes entdeckt worden.

Archäologen haben in Pompeji das kopflose Skelett eines Mannes entdeckt, der bei der großen Explosion des Vesuvs im Jahre 79 nach Christus gestorben ist. Die Forscher vermuten, dass der Mann von einem großen, 1 Meter langen Stein enthauptet wurde.

Erst nach dem Tod enthauptet

Er ist das erste Opfer, dass in dem neu erforschten Ausgrabungsareal namens Regio V, nördlich der Stadt Pompeji, gefunden wurde. Das berichtet der Archäologische Park von Pompeji. Weiterhin konnte die Forscher feststellen, dass der Mann zu seinem Todeszeitpunkt mindestens 30 Jahre alt war.

Bereits bei der Freilegung des Skelettes stellten die Ausgräber fest, dass der Stein die Brust und den Kopf des Mannes zerquetscht hat. Es ist sicher, dass der Mann bei dem Versuch, den Folgen des Ausbruchs zu entfliehen, starb.

Doch wurde er wahrscheinlich nicht durch den Felsen getötet, sondern durch die dichte Schicht aus heißer Asche, Lava und Gas (den sogenannten Pyroklastischen Strom), die durch die Stadt strömte, sagte Massimo Osanna, der Generaldirektor des archäologischen Parks.

Die Archäologen fanden seine Leiche im ersten Stock eines Gebäudes, über einer Schicht von „Lapilli“ oder kleinen Felsbrocken, die beim Ausbruch des Vulkans durch die Luft geschleudert wurden. Die Position des Mannes deutet darauf hin, dass er durch den Pyroklastischen Strom gewaltsam zurückgeworfen wurde.

Weiterhin entdeckten die Archäologen einige Verletzungen in Höhe der Schienbeine deuteten an, die von einer Knochenentzündung stammt. Die Forscher gehen davon aus, dass der Mann gehbehindert war und nicht schnell genug vor der herannahenden Gefahr fliehen konnte.

Bereits der Dritte, derartige Fund in diesem Jahr

Erst Anfang Mai waren nahe Pompeji Überreste eines Pferdes gefunden worden. Die Archäologen entdeckten den Fund in einem gut erhaltenen Teil einer Villa.

Den Forschern gelang es die Überreste des Tieres durch eine spezielle Gipsabgusstechnik zu rekonstruieren. „Es ist ein bemerkenswertes Pferd“, sagte Osanna und fügte hinzu, dass es höchstwahrscheinlich ein „Vollblut“ war.

Außerdem entdeckten die Wissenschaftler im vergangenen Februar auch das Skelett eines 7- oder 8-jährigen Kindes.

Laut den Forschern suchte das Kind vermutlich Schutz in einem öffentlichen Bad, doch vergebens. Als die Aschewolken durch die Stadt zogen, erstickte es vermutlich, so The Telegraph. Mittels DNA-Analysen untersuchen die Forscher nun das Geschlecht des Kindes.

Die Stadt Pompeji, am Südwestrand Neapels, war zusammen mit mehreren Nachbarorten beim Ausbruch des Vesuvs vor 1.939 Jahren unter Asche begraben – und weitgehend konserviert – worden.

Erste Ausgrabungen begannen schon im 18. Jahrhundert, doch auch im 21. gibt es immer noch Neues zu entdecken. Die Welterbestätte zieht Jahr für Jahr Millionen von Touristen an. (dpa/ls)

Ein Rekonstruktionsversuch des Untergangs von Pompeji sehen Sie hier:

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