Forschung.Foto: iStock

Wissenschaftler wehren sich gegen Anfeindungen und Meinungsmache

Epoch Times19. Dezember 2021 Aktualisiert: 19. Dezember 2021 14:00

Wegen zunehmender Anfeindungen gegen Wissenschaftler sehen prominente Forscher die öffentliche Debatte in Gefahr. Das berichtet „Zeit-Online“. So warnt etwa die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim davor, Wissenschaft medial aus dem Kontext zu reißen und willkürlich ideologisch zurechtzubiegen.

Als Folge würden sich „immer mehr seriöse und kluge Köpfe zurückziehen und ihre wissenschaftliche Expertise nicht mehr mit Öffentlichkeit und Politik teilen“. Wenn man daran nichts ändere, habe die Demokratie ein Problem.

Insgesamt 31 Wissenschaftler wehren sich bei „Zeit-Online“ gegen Falschdarstellungen und Diffamierungen und fordern Gesellschaft und Politik auf, die Freiheit und Unabhängigkeit der Forschung zu schützen. Neben Nguyen-Kim äußerten sich unter anderem die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek, der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf, die Sozialpsychologin Pia Lamberty, die Politökonomin Maja Göpel, der Wissenschaftsjournalist Eckart von Hirschhausen, die Soziologin Jutta Allmendinger oder der Berliner Modellierer Kai Nagel.

„Wissenschaft muss frei sein und ihre Stimme erheben können, wenn Fehlentwicklungen drohen“, sagte unterdessen Mojib Latif, Klimaforscher am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Eine freie Gesellschaft könne es nur mit einer freien Wissenschaft geben. Man müsse Hass und Hetze gegen Wissenschaftler entschieden entgegentreten, „wenn wir unser Land nicht an die Rücksichtslosesten unter uns verlieren wollen“.

Die Soziologin Jutta Allmendinger warnte vor dem Rückzug gerade junger Wissenschaftler aus der öffentlichen Debatte. „Es ist daher zwingend und geboten, dass die Wissenschaft zusammensteht und sich gegen Angriffe wie jene der `Bild`-Zeitung wehrt“, sagte die Leiterin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung.

Auch der Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Gießen, Friedemann Weber, kritisiert die Berichterstattung der Zeitung: „Ich bin der Meinung, dass die Betroffenen quasi für vogelfrei erklärt werden, wenn ihre solchermaßen betitelten Porträts millionenfach an Tankstellen, Supermärkten und Kiosken ausliegen.“ (dts/oz)



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