5.000 Jahre altes Goldbergwerk in Georgien entdeckt

Epoch Times1. September 2007 Aktualisiert: 1. September 2007 12:55
Deutsches Bergbau-Museum kooperiert mit georgischen Nachwuchswissenschaftlern

Im Sommer 2003 bewilligte die Volkswagen-Stiftung dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum eine Förderung des Projekts „Auf- und Ausbau interdisziplinärer Konzepte in Forschung und Lehre im Bereich der Montanarchäologie und Archäometallurgie in Georgien“. Ein Jahr später machte das Forscherteam aus georgischen und deutschen Archäologen, darunter Andreas Hauptmann und Thomas Stöllner, bei einer Lehrausgrabung in Georgien einen sensationellen Fund: Ein frühbronzezeitliches Goldbergwerk bei Sakdrissi aus der Zeit von 3.000 vor Christus.

Gold ist das erste Metall, das man allein wegen seines Prestigecharakters gewann und verarbeitete, in der Entwicklung der Kulturepochen spielte es eine herausragende Rolle. Dass man das Edelmetall so früh schon in Stollen abbaute war eine große Überraschung für die Forscher. Die georgische Region ist zwar bekannt für ihr Goldvorkommen, etwa das Gold der Kolchis, welches auch in der Sage um das Goldene Vlies vorkommt, aber man hatte angenommen, dass Gold in Flüssen als so genanntes Seifengold gewonnen wurde.

Unter Tage im alten Stollen. (RUB)Unter Tage im alten Stollen. (RUB)

Modernste Technologie im Einsatz

In diesem Sommer beginnt nun ein dreieinhalb Jahre dauerndes Projekt, bei dem das Team das Bergwerk weiter ausgräbt und erforscht. Das Projekt ist weitläufig angelegt: Ab Ende Juli führt Stöllner mit seinen Kollegen umfangreiche Grabungen im Goldbergwerk von Sakdrissi durch, ergänzt durch Arbeiten in frühbronzezeitlichen Siedlungen in der Region und Untersuchungen zur Land- und Viehwirtschaft. Neben der Erforschung von Gewinnung, Metallurgie, Verbreitung und wirtschaftlicher Bedeutung des Goldes soll eine 3D-gestützte Dokumentationstechnik zum Einsatz kommen, mit der die Fundstelle und ihre Umgebung kartografiert wird.

Kooperation mit dem Institut zur Archäologie Georgiens in Tbilissi

In alle Untersuchungen sind georgische Nachwuchswissenschaftler eingebunden, die im weiteren Projektverlauf zu längeren Gastaufenthalten nach Bochum kommen und Arbeiten über die Ausgrabungen in Sakdrissi schreiben werden. Die Forscher interessiert der Wandel des Goldes vom Prestigeobjekt zum Wirtschaftsmittel bis hin zu den Folgen der Goldgewinnung für wirtschaftliche und soziale Entwicklungen in der Region. Ebenso interessiert das Team, wie die Frühphase einer ersten Strategie zur Goldgewinnung aussah. Parallel zu den Ausgrabungen wird eine Gruppe von Geologen Goldproben aus dem Vorkommen nehmen und in Deutschland analysieren. Die Forscher erhoffen sich, zurückverfolgen zu können, wohin das in Sakdrissi gewonnene Gold gekommen ist, dazu werden auch Artefakte aus Museen untersucht.

(RUB/jel)

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