Mittelalterliche Mumie in russischer Arktis ausgegraben

Epoch Times6. Juli 2015 Aktualisiert: 6. Juli 2015 11:20

Ein neuer Mumien-Fund wird von der russischen Totenstadt Zeleny Yar gemeldet. Der mittelalterliche Ausgrabungsort befindet sich in der Nähe von Salechard, einer am Ob gelegenen nord-sibirischen Stadt, berichtet Ancient-Origins.

Die Mumie ist in Birkenrinde gewickelt und wurde mit einem Metalldetektor gefunden. Die Metallteile sollen sich innerhalb des 1.3 Meter langen Kokons befinden. Der lokale Fernsehsender Vesti Yamal TV war bei der Hebung des Körpers vor Ort.

Es wird vermutet, dass es sich dabei um die sterblichen Überreste eines Jugendlichen aus dem 12. oder 13. Jahrhundert handeln könnte. 

https://youtube.com/watch?v=LvuQ2D1hU60

Der Boden in dieser Region ist sandig und kein Dauerfrostboden. Zudem soll Kupfer Verwendung gefunden haben, das eine Oxidation verhindert und den guten Zustand der Überreste erklärt.

„Nirgendwo in der Welt gibt es so viele mumifizierte Körper außerhalb der Dauerfrostregion oder der Moore“, so Natalia Fyodorova, von der russischen Akademie der Wissenschaften.

Der Ausgrabungsort gehört zu einer rätselhaften mittelalterlichen Stadt mit Verbindung zu Persien. Unter den Fundstücken befinden sich Bronze-Schüsseln, die aus dem 3.700 Kilometer entfernten Persien des 10. oder 11. Jahrhunderts stammen.

„Die Fundstätte ist ziemlich einzigartig, wir sind Pioniere bei allem, was wir hier machen, sowohl die Entnahme der Mumie aus dem Boden (was bislang noch nie gemacht wurde) bis zur Möglichkeit kommender Untersuchungen.“

Alexander Gusev, Mitglied des Studien-Zentrums zur Erforschung der Arktis, sagte: "Nachdem wir zwei weitere Kollegen hinzugezogen haben, entschieden wir, den Fund in einem Stück zu heben und nicht im Feld zu öffnen, um die weiteren Untersuchungen in der Stadt durchführen zu können."

Der Fund befindet sich jetzt in einem Kühlschrank in  Salechard und soll am 15. Juli geöffnet werden. Man erwartet darin die Überreste eines Teenagers mit einem gut erhaltenen Schädel zu finden.

Zuvor wurden dort bereits 34 flache Gräber der mittelalterlichen Fundstätte geöffnet. 11 der darin gefunden Körper hatten zerschmetterte Skelette oder der Schädel fehlte. Die bislang 5 gefundenen Mumien waren mit Kupferplatten bedeckt und aufwändig in Rentier-, Biber-, Vielfraß- oder Bärenfell gewickelt. In den Gräbern wurden bislang nur eine Frau und ein Kind gefunden. Eine der Bestattungen wurde mit Baumringen auf das Jahr 1282 datiert. (dk)

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