Wer sind wir?

Von 27. Juni 2012 Aktualisiert: 27. Juni 2012 19:35

 

Wissen wir, wer wir sind? Vielleicht haben wir darüber in Wahrheit nur eine schwache Vorstellung. In allen Lebensbereichen werden wir von Auffassungen geleitet, die in der Gesellschaft vorherrschen, und nicht durch unsere eigenen Gedanken.

Sehr oft hören wir: „Ich bin wie ich bin und wenn es jemand nicht passt, wird er sich daran gewöhnen müssen.“ Das bedeutet, dass Menschen sich nicht gern verändern, auch wenn dies ihnen und anderen schadet. Wenn wir uns mit unseren Überzeugungen gleichsetzen, befindet sich unser ganzes Leben im Nebel der Täuschung.

Ein Mensch glaubt vielleicht, dass ihn seine psychologischen Merkmale ausmachen. Sind Reizbarkeit, Ungeduld, Ärger, Bosheit, Neid oder irgendwelche anderen Merkmale tatsächlich die wirkliche Natur des Menschen? Sie sind wahrscheinlich nicht mehr als Gewohnheiten.

Ich hörte von einer Geschichte, dass ein Reporter mit Leuten beim Kennedy Flughafen sprach und ihnen allen dieselbe Frage stellte. Ihn interessierte, was sie glaubten, was das Schrecklichste sei. Unter den vielen Antworten wie Krieg, Katastrophe, Verrat und anderen Leiden hörte er etwas, was ihn in einer Sackgasse landen ließ. Als er einen buddhistischen Mönch, der auf seinen Anschluss wartete, fragte, was er für das Schrecklichste halte, antwortete der Mönch mit einer Gegenfrage:

„Wer sind Sie?“ fragte er.

„Ich bin John Smith“, antwortete der Journalist.

„Das ist Ihr gebräuchlicher Name, aber wer sind Sie?“ fragte der Mönch einmal mehr.

„Ich bin ein Journalist“, antwortete jener verlegen.

„Das ist Ihr Beruf. Wer sind Sie?“ fragte der Mönch weiter.

„Mensch?“ fragte der Reporter als Antwort.

„Dieses ist die biologische Spezies, aber wer sind Sie wirklich?“ fragte der Mönch abermals.

Der Reporter wusste darauf nichts mehr zu sagen und war still. Der Mönch sagte, dass dies das Schrecklichste ist, nicht zu wissen, wer man ist.

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Vorstellungen und Lebenserfahrungen

Wenn ein Kind in diese Welt kommt, hat es keine Vorstellung davon, wer es ist und wie es sich verhalten soll. Außer einigen angeborenen Fähigkeiten erfasst es alle Vorstellungen und Ansichten über Verhalten durch das, was um es herum geschieht. Ob ein Mensch gierig oder selbstlos, nobel oder unehrlich, nett oder bösartig ist, hängt zum größten Teil vom Prozess seiner Bildung und seiner Reifung ab.

Wenn ein Kind anfängt, sein Leben zu leben, nimmt es wie ein Schwamm alles um sich herum auf. Alles, was es sieht, hört und lernt, bestimmt seine Gewohnheiten und wie es sich gibt. Das ist die sogenannte Lebenserfahrung. Die Kriterien für gut und schlecht werden unter dem Einfluss der Gesellschaft gebildet. In Zukunft verwenden die Leute sie, um nach ihnen ihre Handlungen auszurichten. Diese Sichtweisen bringen uns dann dazu, ein Leben lang froh zu sein oder zu leiden.

In früheren Zeiten unterschieden sich die Ideen und Vorstellungen über die menschliche Moralität sehr bedeutsam. Erst seit Kurzem wird unsere Gesellschaft vom Wunsch nach materiellen „Werten“ beherrscht, vom Karrieredenken und vom Wohlstand. Die Vorstellungen von Moral und die Qualität der zwischenmenschlichen Bindungen wurden auf den zweiten Platz verwiesen.

Natürlich schafft das ein mächtiges System von verzerrten Werten, das die wahre Natur einer Person verdeckt. All diese Ideen, die in der gegenwärtigen Gesellschaft für korrekt gehalten werden, hüllen unsere originäre Reinheit allmählich mit immer mehr Schichten ein.

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Wer aber sind wir wirklich?

Sind wir unsere erworbenen Vorstellungen, bewirkt durch die gegenwärtige Gesellschaft? Oder sind wir vielleicht die unveränderliche echte Natur, die lediglich mit all diesen falschen Auffassungen verseucht wird? Man muss sich und sie eindeutig voneinander trennen. Wir sind sie nie gewesen. Deshalb haben sie auch keinen Platz in unseren Herzen.

Wenn ein Mensch in der Gesellschaft Erfolg hat, ist es noch leichter, ihn mit falschen Vorstellungen zu beeinflussen. Wenn er von seiner Einmaligkeit und seinem Talent überzeugt ist, kann er sich und anderen viel Schmerz bereiten. Doch dieser Erfolg kann morgen verschwunden sein. Wir wissen nicht, wie der Himmel uns bemisst. Ist es dann wert, daran festzuhalten? Es wird nicht funktionieren, wenn wir unseren Zustand harmonisieren wollen, indem wir in einen Laden für Musikinstrumente gehen; hier ist angesagt, in die Tiefen von uns selbst zu gehen.

Trotz der Tatsache, dass sich die Beurteilungskriterien, die in der Gesellschaft existieren, sehr bedeutsam ändern können, hat das Universum an den Menschen unveränderliche Anforderungen. Die religiösen Lehren des Ostens und Westens weisen die Menschen an, ihre moralischen Qualitäten zu verbessern. Sie verlangen von uns, unsere Seelen zu reinigen und zu unserer wahren Natur zurückzukehren.

Erst wenn wir alle während unseres Lebens die in unserem Verstand gebildeten falschen Auffassungen fallen gelassen haben, werden wir fähig sein, die Welt durch unsere eigenen Augen zu sehen.

Und erst dann können wir verstehen, wer wir sind.

 

Original-Artikel auf Russisch: http://www.epochtimes.ru/content/view/62678/7/

 

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