Gute Noten für das Projekt „Selbstständige Schule“

Von 28. Mai 2006 Aktualisiert: 28. Mai 2006 11:34
Mehr Innovationen an deutschen Schulen - deutliche Leistungssteigerungen erreicht

Das im Sommer 2002 gestartete landesweite Projekt „Selbstständige Schule“ – das größte Schulentwicklungsprojekt seiner Art in Deutschland – konnte die Erwartungen von Lehrern, Schülern und Eltern erfüllen. Das die Schulen begleitende wissenschaftliche Konsortium der Universitäten Dortmund und Essen belegt nun in einem aktuellen Zwischenbericht konkrete Leistungssteigerungen. Vor allem hat sich aber auch das Innovationsklima an den Schulen verbessert.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass im Vergleich der an PISA und IGLU orientierten Leistungstests von 2003 und 2005 fast alle Grundschulen im Leseverständnis und in Ma­thematik merkliche Fortschritte erzielen konnten. Die Lehrkräfte kooperieren enger miteinander, was die Arbeit transparenter und überschaubar werden lässt. Die Schüler dürfen über Fragebögen ihr Feedback beisteuern. Die Schulleiter bekamen spezielle Fortbildungen, um ihrer neuen Rolle als Organisator einer selbständigen Schule gerecht zu werden. Ganze Kollegien wurden teamorientierter und systematischer fortgebildet und einzelne Lehrer wurden zu Evaluationsberatern geschult.

Für Schulministerin Barbara Sommer sind die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitfor­schung ermutigend: „Die ersten Ergebnisse der Modellschulen zeigen, dass es der richtige Weg ist, den Schulen mehr Freiheit und Eigenverantwortung zu übertragen. Ich habe mich selbst in Gesprächen mit den Schulen und der Schulaufsicht im Modell davon überzeugen können, dass diese Freiheiten verantwortungsvoll und kreativ im Interesse der Schülerinnen und Schüler genutzt werden. Deshalb sehe ich in den wissenschaftlich fundierten Ergebnis­sen eine Bestätigung für den Kurs der Landesregierung, schon ab dem nächsten Schuljahr – und damit deutlich früher als zunächst geplant – den Weg zu mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung für alle Schulen zu öffnen.“

Das Modell­projekt „Selbstständige Schule“ war im Sommer 2002 von der nordrhein-westfälischen Lan­desregierung und der Bertelsmann Stiftung ins Leben gerufen worden. Es läuft bis zum Sommer 2008. Bereits zum Schul­jahr 2006/07 wird die erprobte Selbstständigkeit der Modellschulen auf alle Schulen des Landes übertragen, die dann als eigenverantwortliche Schulen größere Gestaltungsmöglich­keiten haben werden.

Dr. Johannes Meier, Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung, freut sich über den Erfolg des Projekts: „Wir wissen aus der internationalen Schulentwicklungsforschung, dass nachhaltige Veränderungsprozesse in Schulen meistens zehn bis fünfzehn Jahre brauchen, bevor die Wirkungen messbar sind. Dass in unserem Projekt bereits nach drei Jahren erste Erfolge im Bereich der Lernleistungen von Schülern sichtbar werden, zeigt, dass der einge­schlagene Weg über umfassende Fortbildungen im Schulmanagement und in der Unter­richtsentwicklung richtig ist. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist die stärkere Mitgestaltung der Kommunen und die Entwicklung effizienter regionaler Unterstützungssysteme für selbst­ständige Schulen.“

Hintergrundinfo zum Zwischenbericht

Weitere Informationen: http://www.bertelsmann-stiftung.de



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion