Heute Nacht endet die Sommerzeit – Eine Stunde mehr für Langschläfer

Die Uhren werden am Sonntag, den 31. Oktober 2010, von 3.00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt.
Titelbild
Diese gigantische Uhr steht in Godewaersvelde, Nordfrankreich. Sie soll die Passanten daran erinnern, dass die Uhren Samstagnacht eine Stunde zurückgestellt werden. In Nordamerika erfolgt die Umstellung erst am 7. November.Foto: PHILIPPE HUGUEN/AFP/Getty Images
Epoch Times30. Oktober 2010

In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden um 3.00 Uhr nachts die Uhren in Deutschland um eine Stunde zurückgestellt.

Das war jedoch nicht immer so. Bis Ende des 19. Jahrhunderts hatte jeder Ort in Deutschland seine eigene Zeit, die sich am Sonnenstand orientierte. Dies führte innerhalb Deutschlands zu Zeitunterschieden, die nur Minuten betragen konnten. Mit dem Ausbau des Schienennetzes in Europa wurde es jedoch immer wichtiger eine einheitliche Zeit zu haben. Nachdem 1884 in Washington DC die Welt in 24 Zeitzonen eingeteilt wurde, führte man 1893 in Deutschland die mitteleuropäische Zeit (MESZ) ein.

Ab 1916 experimentierte man dann  erstmals mit der Zeitumstellung, die jedoch schon damals heftigen Widerspruch erfuhr. 1919 bereits wieder ausgesetzt, erfuhr die Zeitumstellung im Dritten Reich zu Kriegsbeginn eine Renaissance und wurde aus ökonomischen Gründen wieder eingeführt. Für die Rüstungsindustrie bedeutete das eine Stunde mehr Arbeitszeit. In der Nachkriegszeit galt in den Besatzungszonen die Zeit des jeweiligen Besatzer-Landes. Dies führte beispielsweise zwischen der amerikanischen und der russischen Zone zu einem innerdeutschen Zeitunterschied von zwei Stunden. Nach einer fast 30-jährigen Pause für die Zeitumstellung wurden dann 1980 wieder die Mitteleuropäische Zeit und auch eine Zeitumstellung eingeführt. Seit 1996 sind in Europa alle Sommerzeiten vereinheitlicht und man stellt die Uhren europaweit von Ende März bis Ende Oktober um.

Die Absicht der Einführung der Zeitumstellung war und ist es, das Tageslicht besser zu nutzen und somit Strom zu sparen. Der Effekt ist jedoch bis heute umstritten. Durch die Umstellung spart man abends zwar elektrisches Licht, muss aber in den Wintermonaten morgens mehr heizen, was den Energieverbrauch insgesamt sogar erhöht. Für den Biorhythmus des Menschen wirkt die Zeitumstellung auch nicht vorteilhaft. Nach der Zeitumstellung von Winter-Normalzeit auf Sommerzeit gibt es am folgenden Montagmorgen merkbar mehr Autounfälle als gewöhnlich. (thm)

 

 

 



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