Kap. 4: Der verborgene Feind der freien Gesellschaft – Wie man in anderen Ländern Revolutionen einleitet (Teil 2)

Wie veränderten sich die Länder Asiens, Afrikas, Südamerikas und Osteuropas in den letzten Jahrzehnten?

Die Epoch Times veröffentlicht hier den 2. Teil des 4. Kapitels des neuen Buches „Wie der Teufel die Welt regiert“. Er beschäftigt sich mit der Ausbreitung und Infiltration der kommunistischen Ideologie in Asien, Afrika, Südamerika und Osteuropa. Die Art und Weise, wie Westeuropa und Nordamerika infiltriert werden, ist weitaus komplexer und wird im folgenden Kapitel erläutert. Teil 1 kann hier gelesen werden.

Inhaltsverzeichnis Teil 2

3. Export der Revolution nach Osteuropa
a. Albanien
b. Sowjetische Repression in Osteuropa
4. Das Ende des Kalten Krieges
a. Der Rote Platz ist immer noch rot
b. Das rote Unheil geht weiter
Quellen

Der 1. Teil ist hier zu finden, darin ging es um:
1. Export der Revolution nach Asien: a. Der Koreakrieg – b. Der Vietnamkrieg – c. Die Roten Khmer – d. Andere Teile Asiens
2. Export der Revolution nach Lateinamerika und Afrika: a. Lateinamerika – b. Afrika
Quellen

Die Ausbreitung des Kommunismus wird auf der ganzen Welt von Gewalt und Betrug angetrieben. Wenn der Kommunismus von einem mächtigen Land in ein schwächeres Land exportiert wird, ist Gewalt der schnellste und effektivste Weg. Das Unvermögen der freien Welt, den Sekten-Charakter des Kommunismus zu erkennen, führt dazu, dass sie den Export der kommunistischen Ideologie, zu der auch das „große externe Propagandaprogramm“ [1] des chinesischen Regimes und die Konfuzius-Institute gehören, auf die leichte Schulter nimmt.

3. Export der Revolution nach Osteuropa

a. Albanien

Die Kommunistische Partei Chinas exportierte Revolutionen nicht nur nach Afrika und Lateinamerika, sondern hat auch enorm viel Mühe darauf verwendet, Einfluss in Albanien zu gewinnen, einem Land, das ebenfalls auf dem Weg zum Kommunismus war. Schon zu der Zeit, als Chruschtschow in seiner geheimen Rede die Ära der Entstalinisierung einleitete, hatte sich Albanien bereits mit der KPCh verbündet. Dies freute Mao sehr, und er begann ein „Hilfs“-Programm für Albanien. Kosten spielten dabei keine Rolle.

Der Reporter Wang Hongqi von der Nachrichtenagentur Xinhua erinnerte sich: „Zwischen 1954 und 1978 erhielt Albaniens Partei der Arbeit 75 Mal finanzielle Zuwendungen aus China. Die in den Verträgen festgehaltene Summe beträgt mehr als 10 Milliarden chinesische Yuan.“

Zu dieser Zeit lebten in Albanien nur etwa zwei Millionen Menschen. Auf jede Person kamen also umgerechnet 4000 chinesische Yuan. Auf der anderen Seite lag das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Chinesen bei höchstens 200 Yuan. Zu dieser Zeit erlebte China gerade den „Großen Sprung nach vorne“ und die daraus resultierende Hungersnot sowie den ökonomischen Zusammenbruch wegen Maos Kulturrevolution.

Während der Großen Hungersnot nahm China seine extrem knappen Fremdwährungsreserven, um die für die Versorgung nötigen Nahrungsmittel zu importieren. 1962 bat Rez Millie, der albanische Botschafter in China, um Hilfe bei der Nahrungsversorgung. Daher änderte auf Befehl von Liu Shaoqi ein chinesisches Schiff mit Weizen aus Kanada, der für China gedacht war,  seinen Kurs Richtung Albanien und entlud den ganzen Weizen in einem albanischen Hafen. [22]

Unter diesen Umständen hielt Albanien die Hilfe der KPCh für selbstverständlich und verschwendete sie. Die riesigen Mengen an Stahl, Maschinen und Präzisionsgeräten aus China  wurden ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Die albanischen Beamten äußerten sich herablassend: „Das macht doch nichts. Wenn etwas kaputtgeht oder wegkommt, wird uns China einfach mehr geben.“

China half Albanien, eine Textilfabrik zu errichten. Nur besaß Albanien keine Baumwolle, daher musste China seine Auslandsreserven einsetzen, um Baumwolle für Albanien zu kaufen. Einmal bat der albanische Vizepräsident Adil Çarçani den chinesischen Botschafter in Albanien um die Erneuerung eines Großteils der Maschinen einer Düngemittelfabrik und bestand zudem darauf, dass diese aus Italien kommen sollten, nicht aus China. Daraufhin kaufte China die Maschinen in Italien und installierte sie für Albanien.

Eine solche Hilfe führt beim Empfänger nur zu Gier und Faulheit. Im Oktober 1974 verlangte Albanien von China einen Kredit in Höhe von 5 Milliarden Yuan. Zu dieser Zeit befand sich die Kulturrevolution in ihrer Endphase und Chinas Wirtschaft stand kurz vor dem Zusammenbruch. Dennoch entschied sich China letztlich, Albanien eine Milliarde Yuan zu leihen. Albanien war damit jedoch sehr unzufrieden und begann eine gegen China gerichtete Bewegung im Land, die von Parolen begleitet wurde wie: „Wir werden im Angesicht von wirtschaftlichem Druck aus dem Ausland niemals unser Haupt neigen.“ Zudem lehnte Albanien es ab, China mit Erdöl und Asphalt zu unterstützen.

b. Die sowjetische Unterdrückung in Osteuropa

Das sozialistische System in Osteuropa war voll und ganz ein Produkt der Sowjetunion. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf der Konferenz von Jalta die Aufteilung der Macht beschlossen, wodurch Osteuropa in die Hände der Sowjetunion gelangte.

Im östlichen Teil Deutschlands übernahm die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) die Macht mit dem erklärten Staatsziel, einen Sozialismus nach sowjetischem Vorbild aufzubauen. In den ersten Jahren nach 1945 herrschte die Macht der Gewehre, über Nacht wurden beliebig Menschen abgeholt und deportiert. Die SED sicherte ihre Parteidiktatur und Alleinherrschaft später durch die Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) im Jahr 1950 ab.

Die Stasi war kein gewöhnlicher Geheimdienst, sondern eine Geheimpolizei mit eigenen Untersuchungshaftanstalten, eigenem Ermittlungsapparat, mit Vollzugsanstalten und ihr zuarbeitenden Richtern und Staatsanwälten. Sie war eine politische Geheimpolizei als Terror-Instrument einer totalitären Diktatur. [23]

Die industrielle und landwirtschaftliche Produktion wurde von der SED und dem Staat geplant, es gab keinen freien Wettbewerb. Ausschließlich der Staat entschied, was wann wo mit welchen Rohstoffen und Arbeitskräften produziert werden durfte und sollte. Löhne, Arbeitszeiten, alle Wirtschaftsbereiche bis hin zu Gesundheit, Bildung, Versicherungen und Sport wurden zentral vom Staat verwaltet. Private Firmen, kleine und mittlere Betriebe aller Bereiche wurden nach und nach – auch unter Anwendung von Zwang – verstaatlicht. [24]

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Am 17. Juni 1953 kam es in der DDR zu Protesten gegen das sozialistische Regime. Bei Massenprotesten der Arbeiter gingen über eine Million Menschen auf die Straße. Sie forderten freie Wahlen. In Berlin und weiteren Städten, darunter auch in Leipzig, fuhren russische Panzer auf. 25.000 sowjetische Soldaten übernahmen Berlin, das Regierungsviertel wurde abgeriegelt und der Ausnahmezustand verhängt.

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) der DDR hatte nichts mehr zu sagen, die sowjetischen Streitkräfte übernahmen. Es gab über 100 Tote (die Zahl ist umstritten, manche Quellen sprechen von bis zu 260 Toten unter den Demonstranten), 19.000 Menschen wurden verhaftet. Anschließend wurden über 1.600 Menschen verurteilt.

Sowjetische Militärtribunale verhängten im Durchschnitt höhere Strafen als die DDR-Gerichte. Häufig wurden Angeklagte zu langjähriger Zwangsarbeit in sowjetischen Straflagern, beispielsweise in Workuta, verurteilt. Von Instanzen der sowjetischen Besatzungstruppen wurden mindestens fünf Todesurteile gefällt, die genaue Zahl der Verurteilungen ist nicht bekannt. [25]

Nach Chruschtschows Geheimrede 1956 war Polen das erste Land, in dem Proteste ausbrachen. Fabrikarbeiter organisierten Streiks, die niedergeschlagen wurden, wofür sich die Regierung entschuldigte. Danach wählte Polen Władysław Gomułka zum Parteichef, der der Sowjetunion argwöhnisch gegenüber stand und bereit war, Chruschtschow die Stirn zu bieten.

Am 23. Oktober 1956 forderten Studenten der Universitäten in Budapest mit einer Großdemonstration demokratische Veränderungen und brachten die Statue von Stalin zu Fall. Die Polizei eröffnete das Feuer und tötete mindestens 150 Demonstranten. [26]

Es bildete sich eine neue Regierung unter Imre Nagy. Nagy verkündete am 1. November 1956 die Neutralität Ungarns und den Austritt Ungarns aus dem Warschauer Pakt (ein militärischer Vertrag zur gegenseitigen Unterstützung unter Führung der Sowjetunion von 1955 bis 1991 vergleichbar der NATO).

Drei Tage später setzte die Sowjetunion Panzerverbände zur Niederschlagung des Aufstandes ein und installierte eine pro-sowjetische Regierung unter Janos Kádár. Bei den Kämpfen, die in Budapest bis zum 15. November dauerten, kamen bis zu 3.000 Menschen ums Leben, auf sowjetischer Seite nach offiziellen Angaben rund 700. Imre Nagy wurde wegen des Volksaufstands von 1956 am 16. Juni 1958 hingerichtet und gilt im heutigen Ungarn als Volksheld. [27]

Den Aufständischen wurde über Radio Free Europe militärische Unterstützung durch den Westen versprochen, was die Aufständischen zu neuem Widerstand anspornte. Die militärische Unterstützung blieb jedoch aus. [28]

Dem Ereignis in Ungarn folgte der Prager Frühling 1968 in der Tschechoslowakei. Nach Chruschtschows Geheimrede begannen sich die Einschränkungen in der Tschechoslowakei zu lockern. In den Folgejahren wurde eine relativ unabhängige Zivilgesellschaft gebildet. Eine Verkörperung für diesen Zeitgeist war Václav Havel, der später zum Präsidenten der 1993 ausgerufenen Tschechischen Republik wurde.

Vor diesem sozialen Hintergrund übernahm der Reformer Alexander Dubček am 5. Januar 1968 das Amt des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. Er verstärkte Reformen und verbreitete die Parole des „humanen Sozialismus“. Kurz darauf begann Dubček, im großen Stil Menschen zu rehabilitieren, die in der Stalin-Ära schwer verfolgt worden waren. Dissidenten kamen frei, die Kontrolle über die Medien ging zurück, akademische Freiheit wurde großgeschrieben, die Bürger konnten problemlos ins Ausland reisen, die Religionsüberwachung wurde zurückgeschraubt, begrenzte innerparteiliche Demokratie wurde erlaubt, und so weiter.

Die Sowjetunion verstand solche Reformen nicht nur als Betrug am Prinzip des Sozialismus, sondern fürchtete auch, dass andere Länder folgen könnten. Von März bis August 1968 hielten die Führer der Sowjetunion, einschließlich Breschnew, fünf Gipfelkonferenzen mit Dubček ab und versuchten Druck auf ihn auszuüben, damit er die demokratischen Reformen aufgibt. Dubček wies die Bemühungen ab. In der Folge rollten im August 1968 6300 sowjetische Panzer in der Tschechoslowakei ein. Der Prager Frühling, der acht Monate gedauert hatte, war niedergeschlagen. [29]

Wenn wir das Ereignis in Ungarn und die Niederschlagung des Prager Frühlings beurteilen, können wir sehen, dass der Sozialismus in Osteuropa den Menschen aufgezwungen und von der Sowjetunion gewaltsam aufrecht erhalten wurde. Als die Sowjetunion nur ein wenig locker ließ, begann der Sozialismus in Osteuropa sofort zu verschwinden.

Der Paradebeispiel ist der Fall der Berliner Mauer. Am 6. Oktober 1989 hielten viele Städte in Ostdeutschland massive Proteste und Märsche ab und stießen mit der Polizei zusammen. Zu der Zeit war gerade Gorbatschow zu Besuch in Berlin und erklärte dem Generalsekretär der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, Erich Honecker: „Der einzige Ausweg besteht darin, die Chance zu ergreifen und zu reformieren.“

Sofort im Anschluss lockerte Ostdeutschland die Reisebedingungen nach Ungarn und in die Tschechoslowakei sowie nach Polen. So konnten sehr viele Menschen über die Tschechoslowakei nach Westdeutschland überlaufen. Selbst die Berliner Mauer konnte  die Wellen von fliehenden Staatsbürgern nicht mehr länger aufhalten. Am 9. November gab der Osten die Teilung auf, so dass Zehntausende über die Mauer kletterten und damit nach West-Berlin gelangten, wobei sie die Mauer zertrümmerten. Das Symbol des kommunistischen eisernen Vorhangs, das Jahrzehnte gestanden hatte, verschwand in der Geschichte. [30]

Das Jahr 1989, in dem die Berliner Mauer fiel, war voller Unruhen. Im selben Jahr erhielten die Länder Polen, Rumänien, Bulgarien, die Tschechoslowakei wie auch Ostdeutschland ihre Freiheit zurück und befreiten sich von der sozialistischen Herrschaft. Das war auch das Resultat der Änderung der Einmischungspolitik der Sowjetunion. 1991 war das Ende der Sowjetunion, das auch das Ende des Kalten Krieges markierte.

In den vergangenen Jahrzehnten unterstützte die Kommunistische Partei Chinas 110 Länder. Eine der wichtigsten Überlegungen der Partei, wenn sie Hilfe anbietet, ist der Export von Ideologie. Der sowjetische Einfluss im Nahen Osten, Südasien, Afrika und Lateinamerika beschränkte sich nicht auf die oben beschriebenen Beispiele. Das Ziel dieses Kapitels ist daher, einfach nur zu zeigen, dass die Verbreitung von Gewalt eine grundlegende Methode des Kommunismus ist, um international zu expandieren. Je mehr Bevölkerung und Land er kontrolliert, umso leichter ist es, die Menschheit zu zerstören.

4. Das Ende des Kalten Krieges

Das Ende des Kalten Krieges war für viele eine große Erleichterung. Sie dachten, dass Sozialismus, Kommunismus und ähnliche Gewaltherrschaften endlich besiegt worden seien. Aber das war einfach ein weiterer Trick des Teufels. Die verfahrene Situation zwischen den USA und der Sowjetunion lenkte die Aufmerksamkeit der Menschen von der Kommunistischen Partei Chinas ab und gab ihr Zeit, noch heimtückischere und raffiniertere Pläne in die Tat umzusetzen.

Das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989 markierte den Aufstieg des früheren Parteichefs Jiang Zemin. Dank der Hilfe der schon recht ausgereiften Unterdrückungs- und Propagandamaschinerie, fuhr Jiang damit fort, traditionelle Kultur systematisch zu zerstören und die Parteikultur verstärkt zu installieren. Indem er die Moral zerstörte, züchtete er „Wolfskinder“, also Jugendliche, die sich antitraditionell und unmoralisch verhielten, was den Weg für die flächendeckende Verfolgung von Falun Gong und letztendlich die Zerstörung der Menschheit ebnete.

Obwohl die Kommunisten ihre Macht in den früheren kommunistisch regierten Ländern verloren haben, wurde der Kommunismus nie global für die Verbrechen verurteilt, die er begangen hat. Ganz ähnlich in Russland: Das Land hat sich nie von seinem sowjetischen Einfluss reingewaschen oder den Apparat der Geheimpolizei abgeschafft. Der frühere Chef des KGB regiert nun das Land. Kommunistische Ideologien und ihre Anhänger existieren nicht nur, sondern weiten ihren Einfluss auch auf den Westen und die Welt aus.

Die Anti-Kommunismus-Aktivisten im Westen – die ältere Generation mit einem tieferen Verständnis des Kommunismus – sterben langsam aus, während es der jüngeren Generation an Verständnis fehlt und dem Willen, das teuflische, mörderische und falsche Gesicht des Kommunismus zu sehen. Sie denken, dass der Kommunismus der Vergangenheit angehört. Als Folge davon können die Kommunisten weiterhin ihre radikalen oder progressiven Bewegungen vorantreiben, um die existierenden Ideologien und sozialen Strukturen zu zerstören – und sogar durch Gewalt an die Macht kommen.

a. Der Rote Platz ist immer noch rot

Als andere ehemals kommunistische Länder eines nach dem anderen nach Unabhängigkeit riefen, sehnten sich auch die Menschen in der Sowjetunion nach einem Wandel. Die Politik war in Chaos versunken, die Wirtschaft zusammengebrochen und Russland in Auslandsangelegenheiten isoliert. Da erklärte der russische Präsident Boris Jelzin, dass die Kommunistische Partei der Sowjetunion illegal sei, und schränkte ihre Aktivitäten ein. Die Menschen machten ihrer lange aufgestauten Verachtung der Partei kräftig Luft. Am 26. Dezember 1991 verabschiedete der Oberste Sowjet ein Gesetz, das die Auflösung der Sowjetunion bewirkte. Das Ende ihrer 69-jährigen Herrschaft war gekommen.

Doch wie hätte die tief verwurzelte kommunistische Ideologie in den Köpfen der Menschen so einfach verschwinden können? Nach der Gründung der Russischen Föderation startete Jelzin eine Entkommunisierungs-Kampagne. Lenin-Statuen wurden niedergerissen, sowjetische Bücher verbrannt, frühere sowjetische Regierungsbeamte entlassen und viele auf die Sowjetunion bezogenen Gegenstände zertrümmert oder verbrannt – doch all dies drang nicht zum Kern des Kommunismus vor.

Die Entnazifizierung nach dem Zweiten Weltkrieg war viel gründlicher. Angefangen bei öffentlichen Prozessen gegen NS-Kriegsverbrecher bis zur Säuberung von faschistischer Ideologie: Das Unwort „Nazi“ ist nun mit einem Gefühl von Scham verbunden. Bis zum heutigen Tag werden frühere Nazis weiterhin gejagt, um sie vor Gericht zu bringen.

In Russland, wo die kommunistischen Kräfte noch stark waren, führte die unzureichende Säuberung vom Kommunismus leider dazu, dass diese Kräfte wiedererstarkten. Im Oktober 1993 marschierten zehntausende Moskauer Bürger über den Roten Platz, wobei sie Lenins und Stalins Namen riefen und die ehemalige Sowjetfahne schwangen. Zwei Jahre zuvor waren Moskauer Bürger für Unabhängigkeit und Demokratie auf die Straße gegangen.

Bei der Demonstration 1993 hingegen forderten Kommunisten die Wiedereinführung des Sowjetsystems. Die Anwesenheit von Militär und Polizei verschärfte die Konfrontation umso mehr. Im kritischen Moment entschieden sich die Sicherheitskräfte und Militärführer, Jelzin zu unterstützen, der daraufhin Militärpanzer entsandte, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Die kommunistischen Kräfte waren aber weiterhin vorhanden und gründeten die russische kommunistische Partei, die zur stärksten politischen Partei wurde, bis sie von der jetzigen Regierungspartei, Putins Vereintem Russland, in dieser Rolle abgelöst wurde.

In den vergangenen Jahren gab es in einigen Umfragen (wie etwa einer Umfrageserie des RBK Fernsehens aus Moskau) viele Befragte (rund 60 Prozent), die immer noch meinten, die Sowjetunion solle wiedergeboren werden. Im Mai 2017 feierten viele Russen den 100. Jahrestag seit der Machtübernahme der Sowjetunion.

Der Sowjetische Kommunistische Jugendverband (Komsomol), der zur Zeit der Sowjetunion entstand, ließ Jugendliche auf dem Roten Platz in Moskau vor dem Lenin-Mausoleum einen Treueschwur leisten. Während der Veranstaltung betonte Gennadi Sjuganow, der Vorsitzende der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation, dass erst vor Kurzem 60.000 neue Mitglieder der Partei beigetreten seien und dass die kommunistische Partei weiterhin überlebe und expandiere.

Allein in Moskau gibt es fast 80 Lenin-Denkmäler. Lenins toter Körper auf dem Roten Platz zieht immer noch Touristen und Anhänger an. Der Rote Platz ist immer noch rot. Die Machenschaften des KGB sind von der Welt nie ausgiebig aufgedeckt und verurteilt worden. Der Kommunismus ist in Russland noch immer gegenwärtig, und die Anzahl seiner Anhänger groß.

b. Das rote Unheil geht weiter

Im Moment gibt es vier Länder unter selbsternannten kommunistischen Regierungen:  China, Vietnam, Kuba und Laos. Obwohl Nordkorea den marxistisch-leninistischen Kommunismus an der Oberfläche abgelegt hat, ist das Land immer noch ein kommunistischer totalitärer Staat. Vor dem Kalten Krieg gab es 27 kommunistische Länder.

Nun gibt es 13 Länder, in denen kommunistische Parteien politisch aktiv sein dürfen, und 120 Länder, in denen kommunistische Parteien registriert sind. Während der letzten fast hundert Jahre schwand der kommunistische Einfluss jedoch auch auf Regierungen von über 120 Ländern.

In den 1980er Jahren gab es mehr als 50 kommunistische Parteien in Lateinamerika mit einer Gesamtmitgliederzahl von einer Million (wobei die Kommunistische Partei Kubas ungefähr die Hälfte davon ausmachte). In den frühen 1980ern befanden sich die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion in den Krisenherden in Lateinamerika, Afrika und Asien in hartem Kampf.

Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks und der Sowjetunion wurde der Kommunismus nach und nach schwächer.

Kommunistische Länder, die auf Gewalt setzten, um ihre kommunistische Herrschaft durchzusetzen, wie die Kommunistische Partei Perus (allgemein bekannt als der „Leuchtende Pfad“) wurden immer seltener. Die Mehrheit dieser Länder vollzog einen Wandel in Richtung verschiedener Varianten des Sozialismus. Anstatt sich kommunistisch zu nennen, verliehen sich die politischen Parteien solche Namen wie „Demokratische Sozialistische Partei“, „Sozialistische Volkspartei“ und dergleichen. Über zehn kommunistische Parteien in Zentralamerika strichen den Begriff „Kommunistische Partei“ aus ihren Namen, machten aber damit weiter, kommunistische und sozialistische Ideologien zu verbreiten. In ihrer Arbeitsweise wurden sie dadurch nur noch hinterhältiger.

In den 33 unabhängigen Ländern Lateinamerikas und der Karibik, mit  Ausnahme des kommunistisch regierten Kubas, sind kommunistische Parteien offiziell zugelassene politische Parteien. In Venezuela, Chile, Uruguay und weiteren Ländern bilden die kommunistische Partei und die Regierungspartei oft Koalitionen, während kommunistische Parteien in anderen Ländern die Rolle der Opposition innehaben.

Im Westen und in einigen Ländern in anderen Regionen bediente sich das kommunistische Gespenst keiner gewaltsamen Mittel wie Mord – wie im Osten geschehen – sondern hat durch Subversion ganz subtil die Gesellschaft durchdrungen und damit sein Ziel erreicht: Die moralischen Werte der Menschen und ihre gottgegebene Kultur zerstören und kommunistische und sozialistische Ideologien verbreiten. Der Teufel hat tatsächlich die Kontrolle über die ganze Welt erlangt. Das endgültige Ziel, die Zerstörung der Menschheit, ist nur noch einen Schritt weit entfernt.

Fortsetzung

Quellen

[21] Cheng Yinghong, „Exporting Revolution to the World: An Exploratory Analysis of the Influence of the Cultural Revolution in Asia, Africa, and Latin America”, https://botanwang.com/articles/201703/向世界输出革命——文革在亚非拉的影响初探.htmlabgerufen am 12. September 2018
[22] Wang Hongqi, „China’s Aid to Albania”, Magazin Yan Huang Era
[23] Siegfried Reiprich, „Eroberung und Konsolidierung der Macht – zwei Phasen in der Geschichte der Stasi“, S. 15., http://www.kas.de/wf/doc/kas_17246-544-1-30.pdf, abgerufen am 12. September 2018
[24] Epoch Times Deutschland, „Die Partei, die Partei, die hat immer Recht“ – Ein Einblick in die Methoden der Stasi, https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/warum-reagieren-ostdeutsche-heute-anders-ein-einblick-in-die-methoden-der-stasi-des-ministeriums-fuer-staatssicherheit-der-ddr-a2629633.html,abgerufen am 12. September 2018
[25] Bundeszentrale für politische Bildung, „Die Folgen des Aufstands”, https://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/der-aufstand-des-17-juni-1953/154326/die-folgen-des-aufstandes, abgerufen am 12. September 2018
[26] Zeitgeschichte Online, Zeitzeugen des Ungarn-Aufstands https://ungarn1956.zeitgeschichte-online.de/sites/default/files/filme/borsanyi_v02.mp4
[27] Chen Quide, „The Evolution of Contemporary Constitutionalism”, Kapitel 60, The Observer, 2007
[28] Paul Lendvai, „Der Ungarnaufstand 1956 – eine Revolution und ihre Folgen“ (Verlag C. Bertelsmann, München, 2006)
[29] Chen Quide, „The Evolution of Contemporary Constitutionalism”, Kapitel 67, The Observer, 2007
[30] Ibid., Chapter 77.

Chinesisches Original: http://www.epochtimes.com/

Englische Version: https://www.theepochtimes.com/how-the-specter-of-communism-is-ruling-our-world

Hier die Liste der veröffentlichten Kapitel: Wie der Teufel die Welt beherrscht

Kurzform: Einführung, Kap. 1: 36 Strategien Teil 1, Teil 2Kap. 2: Marx Teil 1, Teil 2Kap. 3: NovemberrevolutionKap. 4: Der verborgene Feind der freien Gesellschaft Teil 1, Teil 2 Kap. 5: Offene oder verdeckte Gewalt Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5 – Kap. 6: Eine Generation ohne traditionelle Kultur Teil 1, Teil 2 – Kap. 7: Die Zerstörung der Familien Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4Kap. 8: Sozialstaat und Politik Teil 1, Teil 2Teil 3Kap. 9: Die Wohlstandsfalle Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4Kap. 10: Justiz, Gesetze und Staatsterrorismus Teil 1, Teil 2Kap. 11: Kunst Kap. 12: Bildungswesen Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4Kap 13: Medien Teil 1, Teil 2Kap. 14: Parteikultur und Pop-Kultur Teil 1, Teil 2Kap. 15: Terrorismus – Kap. 16:  Umweltschutz Teil 1, Teil 2Kap. 17: Globalisierung Kap. 18: Globaler Anspruch des „Modell China“ Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4Ausblick