Klassische Sichtweise der Wissenschaft vor Herausforderungen – Teil II

Von 21. April 2010 Aktualisiert: 21. April 2010 12:33
Wissenschaft wohin? – Eine neue Sichtweise

II. Bewusstsein ist eine fundamentale Eigenschaft von Materie

1. Schwierigkeiten bei der Erforschung des Bewusstseins

Aktuell werden viele Anstrengungen unternommen, um das Gehirn und das Nervensystem tiefgehend zu studieren. Obwohl die Forscher viel über die Funktionen des Gehirns wissen, verstehen sie das Bewusstsein so gut wie gar nicht. Das Rätsel des Bewusstseins kann noch immer nicht gelöst werden. Bei diesem schwierigen Thema geht es darum, wie Dinge (zum Beispiel Farben, Geschmack oder Helligkeit) erfahren werden, wie Entscheidungen gefällt oder Werte bestimmt werden etc.. Vor kurzem haben diese kompliziert zu beantwortenden Fragen erneut die seit langem geführte philosophische Diskussion angeregt, ob Bewusstsein plötzlich aus Materie entsteht oder ob es eine grundlegende Eigenschaft aller Materie ist (bekannt aus der alten chinesischen Philosophie als „Alles hat Bewusstsein“).

Seit der Zeit von Descartes glaubt der Großteil der westlichen Welt, dass Materie das Bewusstsein bestimmt und dass Bewusstsein nur ein Nebenerzeugnis der Materie ist. Diese materialistische Sichtweise hat zu Herausforderungen und Schwierigkeiten geführt, die kaum mehr zu überwinden sind:

(1). Viele Wissenschaftler sind sich im Klaren darüber, dass es ein Wunder wäre, wenn Bewusstsein der Materie entspringt, die ursprünglich selbst kein Bewusstsein besitzt. Allerdings erlaubt der Materialismus keine übernatürlichen Phänomene. Mit anderen Worten: Bewusstsein ist für sie unmöglich.

(2). Nachdem das Gehirn viele Jahre intensiv studiert wurde, sind etliche Auffassungen über seine Funktion beschrieben worden, aber viele Leute bezweifeln, dass das schwierige Problem des Bewusstseins jemals innerhalb der materialistischen Weltsicht gelöst werden kann.

(3). Einige Forscher haben versucht, das Bewusstsein vom Standpunkt der quantenphysikalischen Messung  aus zu analysieren. Sie kamen zu dem Schluss, dass das Bewusstsein etwas ist, das nicht weiter vereinfacht werden kann und dass es nicht der Materie entspringen kann. Falls nämlich das Bewusstsein nur ein Nebenerzeugnis der Materie wäre, dann könnte das „Problem der quantenphysikalischen Messung“ nicht gelöst werden. Die Quantenphysik betrachtet die Zustände der Materie vor einer Messung als Wahrscheinlichkeitsdichten. Durch eine Messung kollabiert diese Wahrscheinlichkeit zu einem einzelnen konkreten Messwert; es wurde ein Messergebnis erhalten – und genau hier liegt das Problem. Wenn Bewusstsein der Materie entspringt, wie kann dann – da das Gehirn selbst eine von seinen Atomen, Elektronen, Protonen und Neutronen erzeugte Wahrscheinlichkeitsdichte ist – die Wahrscheinlichkeitsdichte des Gehirns die Wahrscheinlichkeitsdichte der beobachteten Materie kollabieren lassen? Wie kann das Gemessene der Messende sein?

Wenn wir über das größere Universum sprechen, impliziert dies etwa, dass es einen Beobachter außerhalb des Universums gibt? Dies ist als das „Paradoxon der Quantenmechanischen Messung“ bekannt. Um dieses Paradoxon zu lösen, haben Physiker verschiedene Ansätze vorgeschlagen, aber niemand konnte die Frage komplett beantworten. Der Nobelpreisträger Eugene Wigner sagte, dass dem Bewusstsein beim Problem der quantenmechanischen Messung eine fundamentale Bedeutung zukommt. Obwohl die heutigen Physiker bereits realisiert haben, dass Bewusstsein auf Quantenebene existiert, kann die Quantenphysik selbst das Problem in Bezug auf das Bewusstsein nicht lösen. Das Bewusstsein war für die Quantenmechanik seit ihrer Entstehung ein großes Problem; daher haben es die Physiker so lange gemieden.

Wegen der Schwierigkeiten bei der Erforschung des Bewusstseins beginnen immer mehr Wissenschaftler aus den Bereichen der Philosophie, der Neurowissenschaften, der Psychologie und der Physik zu verstehen, dass das Bewusstsein – genauso wie Zeit, Raum, Masse und Energie – eine Grundeigenschaft der Materie ist und damit ein untrennbarer Bestandteil des Universums. Aktuell gibt es seriöse Diskussionen zu diesem Thema in Forschungsjournalen und auf Forschungskonferenzen. Die Behandlung dieses Themas entwickelt sich aktuell zu einem Trend.

Wegen der oben aufgeführten Gründe haben immer mehr Wissenschaftler verstanden, dass das Studium des Bewusstseins im kartesischen materialistischen Weltbild zu nichts geführt hat. Sie kommen zu dem Verständnis, dass die Ansichten der klassischen westlichen Wissenschaft geändert werden müssen und wenden sich dem östlichen Weltbild zu. Da die traditionelle chinesische Kultur durch die Kommunistische Partei Chinas zerstört wurde, haben sich viele westliche Wissenschaftler Indien zugewandt. Das ist einer der Gründe, weshalb Yoga und andere mystische Sichtweisen in der westlichen Welt so populär werden konnten.

2. Bewusstsein muss auf Quantenebene studiert werden

Kritiker der Neurowissenschaften sagen heute, dass deren Vertreter seit langem bewusst oder unbewusst die Funktionen des Gehirns und das Bewusstsein aus dem Blickwinkel der Newtonschen klassischen Physik studieren. Newtonsche Physiker betrachten physikalische Systeme als Summe unabhängiger Subsysteme; all diese Systeme können nur mit ihren direkten Nachbarn interagieren und ihre Bewegungen sind vorhersagbar. Die Quantenmechanik machte jedoch schon seit langem auf die fatalen Fehler der Newtonschen Physik aufmerksam. Immer mehr Forscher haben inzwischen das Verständnis erlangt, dass der Blickwinkel der Newtonschen Physik nicht geeignet ist, um die Funktionen des Gehirns und das Bewusstsein zu studieren. Aber die Weltanschauung der klassischen Physiker ist sehr tief im Denken der Menschen verwurzelt und beeinflusst deren Denkweise.

Viele Wissenschaftler haben verstanden, dass man das Bewusstsein nicht auf der Ebene des Gehirns und des Nervensystems verstehen kann. Bewusstsein ist etwas, das bereits unterhalb der mikroskopischen Ebene existiert. Um also das Bewusstsein wirklich zu studieren, muss unterhalb der mikroskopischen Ebene gesucht werden, das bedeutet auf quantenmechanischer Ebene. Wir alle wissen, dass die Domäne unterhalb des Mikroskopischen mit der Quantenmechanik beschrieben wird, allerdings konnte die Quantenmechanik das schwierige Problem des Bewusstseins (das Problem der Messung) nicht lösen. Deswegen haben die Physik und die Biologie auf Quantenebene dasselbe Ziel.

Wir wissen, dass die Theorien der Physik sich sehr von denen der Biologie unterscheiden. Physikalische Gesetze entstehen auf der Grundlage von Experimenten; es sind gewissermaßen verbindliche Gesetze. Andererseits gründen die Gesetze der Biologie auf Selektion und Beobachtung; sie sind nicht linear. Wie also können die Gesetze dieser beiden Wissenschaften vereinigt werden? Obwohl sich beide Wissenschaften unterscheiden, haben sie beide das schwierige Problem des Bewusstseins zu lösen. Es scheint, dass die Vereinigung beider wissenschaftlicher Gebiete mit dem Thema „Bewusstsein“ zu tun hat.

Wenn wir zustimmen, dass Bewusstsein eine grundlegende Eigenschaft der Materie ist, dann existiert das Bewusstsein auch in den Partikeln unterhalb der mikroskopischen Ebene. Man würde sagen, es existiert dort auf natürliche Weise. Dies wird eine gemeinsame anleitende Wirkung auf Physik und Biologie beim Studium des Bewusstseins auf Quantenebene haben.

Lesen Sie auch die weiteren Teile

Klassische Sichtweise der Wissenschaft vor Herausforderungen – Teil I

Klassische Sichtweise der Wissenschaft vor Herausforderungen – Teil III

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