Feen-Ringe: Hast Du Mut einzutreten?

Von 27. August 2015 Aktualisiert: 8. Juli 2016 0:53
Solche Kreise aus Pilzen können einem im Wald begegnen, genauso aber auch im eigenen Garten. Eine Aura des Magischen umgibt diese Gebilde. Die mythische Erklärung für ihre Entstehung mag sich gruselig anhören.

Über viele Generationen galten Ringe aus Pilzen als mystische Erscheinungen. Meistens werden sie als Feen-Ringe manchmal aber auch als Feentanzringe oder Hexen-Ringe bezeichnet. In unterschiedlichen Kulturen und Zusammenhängen werden ihnen sowohl positive als auch negative Bedeutungen zugemessen.

Die im Englischen auch als „fairy-rings“ (Feen-Ringe) bezeichneten Gebilde sind ein einzelner aus Pilzwurzeln (Myzel) bestehender Organismus.

Eine solche Pilzwurzel kann sich im Boden in Form eines Kreisrings ausbreiten. Für manche ein Zeichen des Glücks für andere ein dunkles Omen bilden sich teilweise über Nacht spontan überirdische Fruchtköper (Pilze). Sie treten dann als Teil- oder Vollkreis in Erscheinung. Solche Kreise haben einen Durchmesser von mehreren Metern.

Der größte bekannte Ring dieser Art misst 600 Meter und ist 700 Jahre alt. 60 verschiedene Pilzarten in Europa sind in der Lage solch einen Feen-Ring zu bilden.

Vor allem im Westlichen Kulturkreis gibt es je nach Region verschiedene Mythen um die Pilz-Kreise. Erzählungen berichten von Naturgeistern, die den Ring umtanzen. Solche Ringe haben deswegen auch die Bezeichnung „Elfentanzkreise“. Andere Geschichten sehen in solchen Ringen Portale in andere Dimensionen.

Solche Ringe wurden auch als Werk von Hexen betrachtet oder durch Blitzeinschlag verursacht. Bis in das 19. Jahrhundert was es verbreiteter Glaube: Das Eintreten in einen solchen Kreis ist mit Gefahren verbunden und es wurde davor gewarnt.

In Frankreich sind diese Ringe als als Zauberer-Ring bekannt. In Skandinavien und bei den Kelten wurde geglaubt, die Ringe würden durch den Tanz von Elfen-Wesen entstehen. Vor allem nach mondhellen Nächten, soll das plötzliche Erscheinen der Pilze, Zeugnis des Elfen-Tanzes sein.

Schottischen Sagen nach sitzen die Elfen auf den Pilzen oder benutzen sie als Tisch. Walisische Geschichten erzählen von Elfen die sie als Regen- oder Sonnenschirme benutzen. In Wales heißt es auch, unter den Pilzkreisen gäbe es eine Elfenstadt. Die Waliser glauben auch nahe dieser Kreise wächst ihr Getreide gut und das Vieh gedeihe besser. Die Kreise werden dort als Glücksboten angesehen.

Im Niederländischen aber ist genau das Gegenteil der Fall. In mitten solcher Kreise soll der Teufel seine Milchkanne abgestellt haben.

Der österreichischen Tradition nach sind die Flammen von Drachen für die Hexenkreise verantwortlich und 7 Jahre lang würden dort nur Fliegenpilze wachsen.

Im Thüringer Wald heißt es von Einheimischen, diese Pilz-Ringe seinen magische Orte, wo es Feen und Elfen geben soll. Im Esoterikforum schreibt Gast9231 zu einem Pilzring, der in der Nachbarschaft aufgetaucht sein soll: „ Dieser Platz ist bewohnt , das ist spürbar und so haben wir uns alle dran gewöhnt.“

Wer hat den Mut einzutreten?

Den meisten westlichen Sagen nach ist das Betreten eines Hexen-Ringes mit Gefahren verbunden. Ein junger Tod könnte die Folge sein oder man würde für die Welt der Sterblichen nicht mehr sichtbar sein. Ein Verlassen des Ringes wäre unmöglich und man würde in das Reich der Elfen gelangen, ohne Möglichkeit auf eine Rückkehr. Ist man dem Fluch erlegen, müsse man bis zu Erschöpfung um den Ring tanzen oder man wird verrückt.

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Um einem solchen Fluch zu entgehen müsse man genau 9 Mal um den Kreis laufen. Ein zehnfaches Umkreisen würde aber die schützende Wirkung wieder aufheben.

Der Legende nach ist ein ungestraftes Eintreten in den Kreis nur während Vollmond möglich. Man soll sich in Richtung des Sonnenverlaufs um den Kreis bewegen. So wäre es möglich die Feen tanzen zu hören.

Um sich zu schützen, könne man auch seinen Hut rückwärts tragen, was die Feen verwirren soll und den Träger schützt.

Mit einem solchen Pilz im Garten ist genau so wenig zu Scherzen wie mit dem legendären Feen-Volk. Aber eine kräftige Bewässerung des Ringes kann das Problem ertränken. Oft aber ist es nötig den gesamten Kreis tief auszuschachten um den Garten nicht dem Tod zu überlassen. Der infizierte Teil wird entsorgt und die Grube mit frischem Sand aufgefüllt. Vielleicht ist es in einem solchen Fall besser, „sich einfach mit den Feen anzufreunden.“