Die Herkunft der Ica-Steine

Von 17. Juni 2015 Aktualisiert: 28. Januar 2017 20:56
Die Ica-Steine sind atemberaubend, voller Symbolik und Rätsel. Ihre Erschaffer scheinen der heutigen Medizin weit voraus gewesen zu sein. Falsche Lehrmeinungen über die Anatomie und die Fähigkeiten von Sauriern führten zu Missverständnissen über die Herkunft der Steine. Heute ist jedoch ihre Authentizität und Echtheit wissenschaftlich belegt.

Ica, Peru – Auf den ersten Blick scheint die kleine Stadt in der Nazca-Wüste, fünf Busstunden entfernt von Lima, nichts Außergewöhnliches zu bieten. Dieser Eindruck ändert sich schnell beim Betreten des Museo Cabrera, das Museum, das die Ica-Steine beherbergt.

Über 10.000 mit Gravuren versehene Exemplare verschiedener Größe füllen das Museum. Sie alle weisen eine schwarze glatte Oberfläche auf von der sich die unterschiedlichen eingeritzten Figuren deutlich abzeichnen. Nimmt man sie in die Hand, kommen sie einem ungewöhnlich schwer vor.

Dr. Javier Cabrera Darquea, der der Besitzer der Sammlung, hat sie seit 37 Jahren studiert. Seinen ersten Stein erhielt er als Geburtstagsgeschenk. Überrascht von dessen Gewicht und dem außergewöhnlichen Design der Einschneidungen begann er, diese Steine zu sammeln und zu erforschen.

Heute ist Eugenia Cabrera C., Tochter von Dr. Cabrera, Direktorin des Museums. Sie erzählt, wie ihr Vater die Analyse der Steine leitete und dabei herausfand, dass sie aus einem bekannten Gestein, dem Andesit, bestehen. Sie wurden speziell beschichtet, um eine glatte schwarze Oberfläche zu erhalten; das Gewicht der Steine nahm dadurch zu.

Seinen Vermutungen nach könnte die harte Beschichtung anfangs weicher gewesen sein, was es möglich machte, darauf Figuren einzuritzen. Bis heute ist die Beschichtung erhalten, sodass wir die geheimnisvollen prähistorischen Bilder sehen können.

Ica Steine verraten: So sahen Saurier wirklich aus!

Auf den Steinen sind menschliche Figuren zu sehen, Pflanzen, Tiere und abstrakte Symbole. Die Menschen tragen Kopfbedeckungen, Kleidung und Schuhe. Manche Steine zeigen Szenen, die an heutige Bluttransfusionen, Organtransplantationen und Kaiserschnitte erinnern. Verschiedene Abbildungen zeigen Menschen mit Teleskopen, die Sternenkonstellationen, Planeten und Kometen beobachten.

Die auf den Steinen dargestellten Tiere gleichen unter anderem Kühen, Rotwild und Giraffen. Manche Steine zeigen Trilobiten (seit 260 Millionen Jahren verschwundene drei Lappkrebse), ausgestorbene Fischarten und andere völlig unbekannte Tiere. Überraschenderweise sind auf etlichen Steinen Menschen zu sehen, die versuchen einen Dinosaurier zu töten oder die von Dinosauriern verschlungen werden.

Dr. Dennis Swift, der an der Universität von Neu Mexiko Archäologie studierte, schrieb in seinem Buch über die Ica-Steine und die Nazca-Linien, dass die Steine der vorkolumbianischen Zeit zuzuordnen sind.

Aufgrund der auf den Steinen dargestellten Inhalte wird oft angenommen, dass die Steine mindestens 65 Millionen Jahre alt sind, also aus der Zeit vor dem Sauriersterben stammen, und es zu dieser Zeit schon Menschen gab – diejenigen, die auch die Steine erschufen.

Diese Idee trifft allerdings nicht auf breite Akzeptanz und viele denken, die Steine seien Fälschungen moderner Menschen. In einem Artikel erwähnte Swift, dass einer der Gründe, warum die Steine als Schwindel betrachtet wurden, war, dass die Paläontologen in den 60er-Jahren dachten, die Dinosaurier würden ihren Schwanz hinter sich herziehen. In den Darstellungen auf den Steinen befanden sich die Schweife der Dinos aber in der Luft.

Anatomische Details der Dinosaurier, die erst seit den 80er Jahren bekannt sind

Weil die Zeichnungen der Dinosaurier als nicht akkurat betrachtet wurden, dachten die Wissenschaftler, es sei unmöglich, dass die Steine vor 65 Millionen Jahren von Menschen hergestellt wurden. Später entdeckte man jedoch, dass Dinosaurier bei der Fortbewegung ihren Schwanz doch nicht auf dem Boden hinter sich herschleifen ließen. „Nun wissen wir, dass die Paläontologen falsch lagen und die Zeichnungen auf den Ica-Steinen richtig waren“, schrieb Swift.

Darüber hinaus zeigen die Ica-Steine – wie in Swifts Buch ausgewiesen – anatomische Details, die frühestens seit den 80er-Jahren in Kreisen der Paläontologie bekannt waren. Dazu zählen zum Beispiel der Stand von Sauriern auf den Hinterbeinen (mit anatomisch exakter Beinstellung), Hautfalten an den Hälsen, die mit der Halskrause von Leguanen vergleichbar sind (veröffentlicht 1992 durch den Dinosaurier-Experten Stephen Czerkas in „Geology“) sowie Extremitäten mit drei Zehen, wie sie bei vielen der Sauropoden-Spezies verbreitet waren.

Ohne ihren Ursprung bekanntzugeben, wurden Darstellungen von Ica-Steinen 20 führenden Saurier-Experten vorgelegt mit der Bitte um eine Einschätzung der anatomischen Korrektheit. Der überwältigend einstimmige Konsens war, dass die Zeichnungen anatomisch korrekt sind. Einer der Wissenschaftler äußerte in der Annahme, Swift hätte die Zeichnungen angefertigt, erstaunt: „… es ist als hätte er seine Arbeiten in wissenschaftlich-technischen Journals recherchiert und Paläontologen beim Zusammensetzten von fossilen Dinosaurierskeletten über die Schulter geschaut …“

Authentizität mehrfach bestätigt

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Ein Institut für biblische Studien ließ durch unabhängige Experten an einem Stein Untersuchungen seiner Authentizität durchführen. Sie bestätigten seine Herkunft, die auf die Öffnung eines prä-kolumbianischen Grabes durch Pablo Carlos Soldi aus Ocucaje, Peru, im Jahr 1967 zurückgeführt wird.

Außerdem wurde dieses Stück von Richard Fales, Doktor der Archäologie an der Stepherd Universität und von anderen wissenschaftlichen Autoritäten untersucht. Dabei entdeckten sie darauf Patina in den Gravuren, massive Verwitterung, Salpeter, Flechtengewächse, Blutspuren vom Körper der Mumie aus dem Grab und Haare von ihr. Jeder Test und jeder Experte bestätigte die Authentizität des Steins.

Die tiefere Symbolik der Ica-Steine entschlüsselt

Dr. Cabrera verstand die Ica-Steine als eine Bibliothek, in der jeder Stein ein Buch oder die Seite eines Buches ist, das die Vergangenheit dokumentiert. Für wichtige Dinge wurden große Steine verwendet. Weniger wichtige Inhalte wurden auf kleineren Steinen abgebildet.

Frau Cabrera führt das Verständnis ihres Vaters weiter aus: „Die Menschen, die die Steine herstellten, hinterließen nicht einfach nur Zeugnisse ihrer Zeit, sondern eine Art Sprache, die auf Zeichnungen basierte.“

Durch die fortwährende thematische Beschäftigung mit den Steinen und deren Interpretation fügte sich für Dr. Cabrera mit der Zeit ein Puzzle zusammen. Er setzte sich 37 Jahre seines Lebens mit den Steinen auseinander, die für ihn so etwas wie ein Wörterbuch mit zu studierenden Symbolen waren.

Durch seine Forschungen, kam er zum Beispiel zu der Auffassung, dass Blätter das Leben symbolisieren und Arrangements von Blättern für Zivilisation stehen. Aber auch die abstrakten Symbole wie Quadrate und Rhomben haben alle eine Bedeutung. Im Mittelpunkt steht jedoch der weise Mensch – symbolisiert durch einen Kopfschmuck. Dabei liegt das Augenmerk allerdings nicht auf dem Kopfschmuck selbst, sondern darauf, was er repräsentiert: nämlich die Intelligenz des Menschen und seine Fähigkeit zur Reflexion. (dk)