Präkognition – Mentale Zeitreisen? – Neurowissenschaftlerin spricht über ihre bahnbrechenden Erkenntnisse

Epoch Times16. März 2018 Aktualisiert: 17. März 2018 0:02
Was sind eigentlich Träume - und können Träume die Zukunft vorhersagen? Neurowissenschaftlerin spricht über ihre Erfahrungen und die Erkenntnisse daraus.

Es gibt Regeln der physischen Welt, die nicht auf die mentale Welt zutreffen. Man kann in einem Traum fliegen oder mit einem Eichhörnchen reden. Das Reich der Träume und der Fantasie wird jedoch oft als in sich abgeschlossen betrachtet und hätte somit keinen greifbaren Einfluss auf die Welt insgesamt.

Doch präkognitive Träume haben Dr. Julia Mossbridge, Neurowissenschaftlerin, etwas anderes gelehrt. „Ich denke, dass Präkognition eine Art mentale Zeitreise in die Zukunft ist, um Informationen zu erhalten“, sagte sie. „Wir sind einfach so daran gewöhnt, die Regeln der physischen Welt auf die mentale Welt anzuwenden, dass wir nicht wirklich verstehen, wie unterschiedlich die Regeln sind. Das ist ein völlig anderer Bereich“, so Mossbridge zu The Epoch Times.

Weiter sagt sie: “Die Trennung, die wir zwischen den Menschen im Raum haben und die Trennung, die wir zwischen den Ereignissen in der Zeit, in der physischen Welt haben – wer sagt, dass das auch für die mentale Welt gelten muss?“

Präkognitive Träume legen nahe, dass der Geist nicht den Regeln folgt, die wir normalerweise auf die physische Welt anwenden

Mossbridge hat mit Physikern und Psychologen zusammengearbeitet, um die Regeln des mentalen Zeitreisens herauszufinden. Ihr gemeinsam mit Dr. Imants Barušs verfasstes Buch „Transcendent Mind“ wurde im vergangenen Jahr von der „American Psychological Association“ veröffentlicht.

Eine große wissenschaftliche Institution zu haben – die dieses Buch veröffentlicht – ist ein bedeutender Fortschritt für die vielen Wissenschaftler, die sich mit dieser Thematik beschäftigen.

Mossbridges persönliche Erfahrung mit präkognitiven Träumen brachte sie dazu, diesen Forschungspfad zu beschreiten.

Mossbridge hatte einen Traum – ein Ereignis wurde bis ins kleinste Detail vorhergesagt

Zu der Zeit, als sie den Traum hatte, machte sie eine Scheidung durch. Sie hatte ein 5-jähriges Kind und wusste nicht, wo sie nach der Scheidung wohnen würden. Sie hatte den Gedanken in eine Gegend zurückzugehen, in der sie früher schon einmal lebte.

In ihrem Traum telefonierte sie mit einer ihr bekannten Vermieterin, die ein Haus in der Gegend hatte. Die Vermieterin sagte ihr, dass sie ein zweistöckiges Mietobjekt habe. Das Obergeschoss sei vor kurzem renoviert worden und bereits belegt. Die untere Einheit würde gerade renoviert und solle in zwei Monaten fertig werden. Die Hausbesitzerin sagte zu Mossbridge, dass sie ihr die obere Einheit zeigen könnte. Sie bekäme also eine Vorstellung davon, wie es in der Wohnung aussehen könnte, wenn sie fertiggestellt ist. Es wurde ihr in dem Traum ebenfalls mitgeteilt, dass wenn sie den Mietvertrag sofort unterschreiben würde, sie sich die Farbe für die Wände aussuchen könne.

Nachdem sie wieder aus dem Traum erwachte, telefonierte sie nicht mit der Vermieterin, stattdessen traf sie sie gleich persönlich. Und so gut wie jedes minutiöse Detail ihres Traums wurde Realität – das zweistöckige Anwesen, die Renovierung, die zwei Monate bis zur Fertigstellung des unteren Stockwerks, wobei die Farbe für die Wände von ihr ausgewählt wurde.

Die Menschen haben zwei unterschiedliche Arten von Träumen – die, welche häufiger auftauchen und eher uneindeutig sind und die andere Art von Träumen, bei denen die Dinge klar erscheinen und die im Leben tatsächlich eine Bedeutung haben. So funktioniert Präkognition nach Mossbridge.

„Langsam bin ich davon überzeugt, dass viele Dinge die uns trivial und alltäglich erscheinen mehr wie Wegweiser im Leben sind. Man kann sie nicht immer als wichtige Ereignisse wahrnehmen – aber einige Zeit später sagt man dann doch ‚Ach ja1’“, so Mossbridge zu Epochtimes.

Der erste präkognitive Traum, an den sich Mossbridge erinnert, war ein Traum, den sie als Kind hatte. Sie träumte davon, dass eine Freundin ihre Uhr auf dem Spielplatz verloren hatte. Am nächsten Tag war es wirklich geschehen. Es war ein alltägliches Ereignis, doch zurückblickend stellte Mossbridge fest, dass es wichtig war. Denn die Uhr repräsentiert die Zeit, ein Thema, das für ihre späteren Studien von zentraler Bedeutung sein würde.

Als Wissenschaftlerin fragt sich Mossbridge, ob es sich dabei um ein „Bestätigungsvorurteil“ handeln könnte. In der Wissenschaft bezieht sich der Begriff darauf, dass die Interpretation von Informationen in einer Weise erfolgt, das sie eine bereits bestehende Meinung bestätigen. Ein bedeutungsloser Traum könne „präkognitiv“ werden, wenn man auf ihn zurückblicke und bewusst nach Verbindungen zu Ereignissen im alltäglichen Leben suche.

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Experimente haben gezeigt, dass Menschen unbewusst wissen, was in Zukunft passieren wird

Dr. Mossbridge begann damit eine Meta-Analyse von Experimenten aus sieben unabhängigen Labors durchzuführen. Diese wiesen darauf hin, dass der menschliche Körper auf zukünftige Reize reagiere. Wenn etwas dabei ist zu geschehen, wisse eine Person unbewusst bereits, dass es passieren würde. Diese unbewusste Reaktion kann in einem Labor getestet werden, indem Reaktionen im Nervensystem, in den Schweißdrüsen oder in der Herzfrequenz gemessen werden, so Mossbridge.

Dabei beschrieb sie, wie diese Art von Vorahnung, analog der Wellenbildung eines Stocks im Wasser, funktioniert. Wenn man einen Stock durch das Wasser zieht, werden rundum Wellen erzeugt. Die Wellen vor dem Stock sind weniger stark ausgeprägt, als die an den Seiten oder hinter dem Stock. Ebenso sei die emotionale Reaktion auf ein Ereignis vor dem Eintreten des Ereignisses subtiler als danach.

Sie arbeitet auch an Experimenten, um zu zeigen, dass Menschen Fernsicht und präkognitive Träume nutzen können, um z.B: Börsenereignisse vorherzusagen.

Was wäre, wenn wir Terroranschläge vorhersagen könnten?

Vorhersagen zu Amokschützen oder Terrorangriffen könnten den Menschen eine große Hilfe sein

Mossbridge hatte einen weiteren Traum – in der gleichen Nacht, bevor es geschah und dabei stimmten viele Details überein. Sie sah es während des Mittagsgebetes geschehen – sie sah die Zahl 27, das war die Zahl der getöteten Menschen – sie sah die Buchstaben „IS.“ Einige der Details stimmten nicht überein, so wie sie dachte, es sei in Israel, nicht in Kuwait.

Nichtsdestotrotz ist Mossbridge der Meinung, dass es hilfreich sein könnte, wenn Menschen ihre Vorahnungen über eine Online-Registrierung mitteilen könnten. Wenn die Registrierungsstelle Dutzende von Vorwarnungen erhielte – die alle in gewisser Hinsicht übereinstimmen, könnte dies darauf hindeuten, dass ein Ereignis wahrscheinlich eintreten würde.

Menschen könnten einen bestimmten Ort meiden, wenn viele Menschen Vorahnungen von einem Angriff an diesem Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt hätten.

Eine Zukunft mit einem zentralen Vorwarnregister?

Es gab einige Versuche ein Vorwarn-Register zu erstellen. Dazu sagte Mossbridge:

„Sie scheinen sich nicht durchzusetzen, weil die Leute sich nicht trauen ihre Informationen weiterzugeben. Sie haben Angst. Wenn sie jemandem zum Beispiel von einem Traum zu einem Bombenanschlag erzählen würden – und es wäre zu detailliert – kämen die Ermittler zu ihnen nach Hause und sagten: ‚Also Sie sind  verantwortlich’“

Da wir nicht wissen, wie wir mit diesen Informationen umgehen sollen, gehen wir oft davon aus, dass Menschen mit Vorahnungen verrückt sind. „Oder großzügiger ausgedrückt – diese Menschen sehen Zufälle als Tatsachen, aber es sind nur Zufälle“.

Die Beschäftigung mit der Zeit und transzendenten mentalen Fähigkeiten sind Mossbridges Lieblingsthemen, aber sie arbeitet auch an verschiedenen anderen Projekten. Sie ist die Direktorin für Forschung des „Mossbridge Institutes“ und am „Innovation Lab Institute of Noetic Sciences“ und arbeitet als Gastdozentin an der „Northwestern University“.

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Quelle: Neuroscientist discusses precognition—or ‘mental time travel’