Schock für Archäologie: Menschen betrieben vor 40.000 Jahren weltweit Kunst

Epoch Times17. Oktober 2016 Aktualisiert: 17. Oktober 2016 21:57
Vorzeitliche Höhlenmalereien in Indonesien sind ebenso alt wie die berühmte prähistorische Kunst Europas. Laut einer Studie malten unsere Urahnen über den gesamten Globus verteilt bereits vor 40.000 Jahren.

Das Erblühen der Kreativität des Menschen könnte einer Studie nach viel früher begonnen haben, als bislang von Wissenschaftlern vermutet. Archäologen berechneten, dass dutzende Handabdrücke in Maulbärenrot und zwei detaillierte Malereien von Hirschebern zwischen 35.000 und 40.000 Jahre alt sind.

Laut Uran-Datierung fallen die Kunstwerke in die gleiche Ära, wie die Malereien in Spanien und den berühmten französischen Höhlen von Lascaux im Südosten des Landes.

Einer der indonesischen Handabdrücke, datiert auf vor mindestens 39.900 Jahren ist nun der älteste der Wissenschaft bekannte Handabdruck der Welt. Zu diesem Schluss kam die in 2014 im Journal Nature publizierte Studie.

So gelang die Datierung: Fels-Popcorn und eine neue Uran-Methode

Eigentlich sind die über 100  indonesische Malereien seit den 50er Jahren bekannt. Aber erst 2011 gelang ihre Datierung. Wissenschaftler hatten einige merkwürdige Felswucherungen, sogenannte „Cavepopcorn“, auf den Malereien bemerkt. Diese Mineralablagerungen ermöglichten es, zusammen mit einer neuen Uran-Datierung, das Alter der Kunstwerke zu ermitteln.

“Whoa, das hatten wir nicht erwartet”, erinnert sich der Studienleiter Autor Maxime Aubert, ein Archäologe und Geochemiker an der Griffith Universität in Australien.

Bei genauerer Betrachtung der Details in den Bildern fällt auf – die Details sind sehr, sehr gut gemacht, sagt Aubert in einem Telefoninterview mit Jakarta, Indonesien. „Betrachtet man es unter dem Gesichtspunkt, dass es wirklich 40.000 Jahre alt ist, ist es erstaunlich.“

Der Beginn der Kunst nicht auf Europa beschränkt

Dies sei eine wichtige Entdeckung, die das wissenschaftliche Denken über den frühen Menschen und seine Kunst ändern wird, kommentierte der Paläontologe John Shea von der Stony Brook Universität in New York die Entdeckung. Zuvor hatten Experten eine europazentrierte Meinung darüber gehabt wie, wann und wo die Menschen mit Kunst begannen, so Aubert. Zu wissen, wann die Kunst begann, ist wichtig denn „gewissermaßen definiert sie uns als Spezies,“ erklärt er.

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