Unerklärbar: Wenn Menschen spontan verbrennen

Von 4. August 2015 Aktualisiert: 4. August 2015 12:54
Spontane Verbrennungen wurden im Lauf der letzten Jahrhunderte äußerst selten berichtet. Meistens verbrannte der Körper fast vollständig. Oft blieben nur Kopf oder die Unterschenkel übrig. Was könnte die Ursache für dieses Phänomen sein?

Was Spontane Verbrennungen sind, ist bis heute ungeklärt. Dieses seit Jahrhunderten heiß debattierte Phänomen rückte zuletzt nach einer amtlichen Leichenuntersuchung in Irland, die am 22. September 2011 stattfand, wieder ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.

Unerklärliche Todesfälle der letzten 3 Jahrhunderte, bei denen Menschen ohne erkennbaren Grund in Flammen aufgingen und verbrannten, hinterließen nichts als offene Fragen.

Michael Faherty

Michael Faherty aus Galway starb am 22. Dezember in seinem Wohnzimmer anscheinend durch Feuereinwirkung. Der Körper des 76-Jährigen wurde fast vollständig verbrannt, wobei Gegenstände in seiner näheren Umgebung eigentlich Feuer hätten fangen müssen. Jedoch waren die einzigen Schäden, die in der Wohnung festgestellt wurden, Brandflecken unter den menschlichen Überresten und darüber an der Decke.

Ein Nachbar rief den Notdienst, nachdem um 3 Uhr morgens der Alarm eines Rauchmelders ausgelöst wurde. Selbst erfahrene Feuerwehrbeamte konnten die Ursache des Feuers nicht feststellen.

Der Richter von West Galway, Dr. Kieran McLoughlin, erklärte bei der gerichtlichen Untersuchung der Todesursache, dass der Rentner spontan verbrannt sei, berichtete die Zeitung The Irisch Times.

Der Untersuchungsrichter war sicher, dass es keine Spuren von Brandbeschleunigern gab, dass kein Verbrechen vorlag und dass der nahe stehende Kamin nicht angefacht wurde.

„Dieser Brand wurde gründlich untersucht und ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass er der Kategorie „Spontane Verbrennung menschlicher Körper“ zuzuordnen ist, wofür es bis jetzt noch keine Erklärung gibt“, sagte Dr. McLoughlin laut The Irish Times damals.

Erklärungsansätze

Wie ist es möglich, dass ein menschlicher Körper verbrennt, ohne dass er entzündet wird? Eine mögliche Erklärung ist der „Dochteffekt”. Bei dieser Hypothese nimmt man an, dass eine externe Feuerquelle die Kleidung des Opfers entzündet, die wie ein Docht das Unterhautfett aufsaugt und die Flammen nährt. Dieses Fett reicht theoretisch aus, um den größten Teil – wenn nicht sogar den gesamten Körper – zu verbrennen.

Eine andere Annahme ist, dass sich durch Reibung oder durch ein starkes Magnetfeld im Körper große elektrostatische Energie aufbauen kann, deren Entladung zu einer Verbrennung des Körpers führen kann.

Alternativ könnte sich auch Methan im Darm des Opfers sammeln und sich durch Verdauungsenzyme entzünden. Auch sind hochenergetische Stoffe in den Muskeln – sogenannte Phosphagene – die das Potential haben, sich spontan zu entzünden, in der Diskussion.

Aktuellere Fälle

Innerhalb der letzten 300 Jahre gab es 200 bekannte Fälle, die zu den Spontanen Verbrennungen gezählt werden können. Beispiele aus neuerer Zeit sind der Walliser Henry Thomas, der 1980 verbrannte und der New Yorker Feuerwehrmann George I. Mott, der 1986 in seiner Wohnung starb.

Alles was von Mott übrig blieb, war ein geschrumpfter Schädel und ein Teil seines Brustkorbs. Untersuchungsbeamte nahmen an, es könnte sich bei der Ursache um ein Gasleck oder einen Lichtbogen von einem Starkstromanschluss gehandelt haben.

Von Henry Thomas blieb ebenfalls der Schädel zurück. Außerdem waren die Unterschenkelknochen erhalten. Der Stuhl auf dem er gefunden wurde, war zur Hälfte zerstört, aber es schien so, als hätte er bequem vor dem Fernseher gesessen.

Teilweise spontane Verbrennung

Einige Menschen behaupten, Spontane Verbrennungen überstanden zu haben. So überlebte Frank Baker, ein Vietnam-Veteran, eine teilweise Spontane Verbrennung, berichtet der Science Channel in „Unexplained Files“ im Jahr 2013.

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Er war an diesem Tag mit seinem Freund zusammen und freute sich auf den gemeinsam geplanten Ausflug, als die linke Seite seines Oberkörpers plötzlich zu brennen anfing. Zum Glück konnte sein Freund die Flammen löschen. Frank Baker berichtete später, er wäre vor Angst erstarrt gewesen. Sein Arzt, der sich seine Verbrennungen ansah, meinte, er hätte nie zuvor so etwas gesehen. Die Verbrennungen wären von innen gekommen.

Der Fall Paul Hayes

1985 war Paul Hayes in England plötzlich von Flammen umgeben, die von der Taille ausgingen, während er in der Nacht eine ruhige Straße entlang ging.

Er versuche fortzulaufen, fiel aber hin und wälzte sich auf dem Boden in dem Glauben, er müsse sterben. Eine halbe Minute später erlosch das Feuer genauso unerklärlich, wie es begonnen hatte und er begab sich ins Krankenhaus, um seine Brandwunden behandeln zu lassen.

Kay Y. Fletcher

Ein ähnlicher Fall wird vom 11. Februar 1996 aus Ohiao berichtet. Aus unerklärlichen Gründen begann plötzlich der Rücken von Kay Y. Fletcher kräftig zu rauchen. Ihr Mann erinnert sich, dass der Rauch aus ihrer Haut kam und es keine Flammen gab, aber dass er den Geruch von verbranntem Fleisch wahrnahm.

Fälle von Spontanen Verbrennungen sind äußerst selten. Laut The Irish Times war dem Untersuchungsrichter Dr. McLoughlin nie zuvor ein solcher Fall begegnet, obwohl er sich 25 Jahre mit der Untersuchung von Todesursachen befasst hatte.

Er hatte in Bernard Knights Buch der Forensischen Pathologie nachgelesen, in dem auch die Spontane Verbrennung erwähnt wird. Dort war vermerkt, dass sich die angeblichen Fälle fast immer in der Nähe eines offenen Feuerplatzes oder eines Kamins ereignet hatten.