Sicherheit am Arbeitsplatz: 130 Jahre Unfallverhütungsvorschriften

Epoch Times13. Oktober 2014 Aktualisiert: 13. Oktober 2014 10:47

Wann immer ein Bauunternehmen oder herstellender Betrieb schwere und sperrige Materialien, Güter oder Rohstoffe transportieren oder heben muss, ist das nicht ohne Risiko für die involvierten Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens. Um die Gefahren so gering wie möglich zu halten, existieren seit nunmehr 130 Jahren die sogenannten Unfallverhütungsvorschriften. Sie regeln die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und sind genauso verbindlich wie Gesetze.  

Startschuss fällt Ende des 19. Jahrhunderts 

Das erste Unfallversicherungsgesetz wurde im Rahmen der Industrialisierung erlassen und datiert auf das Jahr 1884. Es bevollmächtigte die Berufsgenossenschaften, Vorschriften zur Vermeidung von Unfällen zu erstellen und deren Einhaltung überprüfen zu lassen. Ab 1900 waren die Genossenschaften sogar verpflichtet, solche Unfallverhütungsvorschriften auszuarbeiten. Dabei ist es geblieben. Bis heute sind die Berufsgenossenschaften, die gemäß Sozialgesetzbuch als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung fungieren, für die Erstellung der Arbeitsschutzvorschriften zuständig. Einziger Unterschied: Seit dem Jahr 2000 heißen die Unfallverhütungsvorschriften offiziell „Berufsgenossenschaftliche Vorschriften für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz“ (BGV). Die Vorschriften umfassen unter anderem Einrichtungen, Anordnungen und Maßnahmen zum Schutz vor Arbeitsunfällen, Gesundheitsrisiken bei der Arbeit und Berufskrankheiten, arbeitsmedizinische Untersuchungen und präventive Erste-Hilfe-Maßnahmen im Betrieb. 

Sicherheitsprüfung durch Branchenexperten

Dauergäste auf Baustellen und in Produktionsstätten sind Kräne und artverwandte Gerätschaften wie Seilzüge, Kettenzüge, Lasthaken und Schlingen, die häufig extremen Belastungen ausgesetzt sind. Ereignen sich im Zusammenspiel mit ihnen Unfälle, kann das dramatische Folgen für die involvierte Belegschaft haben. Diese sogenannten Hebezeugen und Lastaufnahmemittel müssen daher jährlich von einem sachkundigen Prüfer hinsichtlich der entsprechenden Unfallverhütungsvorschriften unter die Lupe genommen werden. Unternehmen sind zu diesen Prüfungen gesetzlich verpflichtet. 

Als Sachverständige zum Einsatz kommen oft Fachkräfte von anderen Firmen, die selbst im Bereich Lastaufnahmemittel und Hebezeuge tätig sind, beispielsweise Experten des Hamburger Unternehmens Transprotec. Diese Vorgehensweise ist sinnvoll, da solche Firmen über das erforderliche Know-how verfügen, um die komplexen Sicherheitschecks durchzuführen. Die Kontrollen beinhalten die Einhaltung der Vorschriften und Normen, den Prüfnachweis per Protokoll und Prüfbuch, etwaige Mängellisten, eine Beurteilung hinsichtlich des weiteren Betriebs der Gerätschaften sowie eine Prüfplakette, auf der auch der nächste anstehende Prüftermin verzeichnet ist. Das aufwendige Pflichtprozedere macht sich für die überprüften Betriebe auch bezahlt: Es ist in ihrem Betrieb für ein Maximum an Arbeitssicherheit gesorgt, außerdem gibt es dank regelmäßiger Wartung geringere Ausfallzeiten bei den Geräten, und die Maschinen haben überdies eine längere Lebenszeit. (red)

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